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Polestar Absatz Q3 2026: Leichtes Plus, Deutschland wächst deutlich

Veröffentlicht am 09.10.2026
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Polestar Absatz Q3 2026: Leichtes Plus, Deutschland wächst deutlich
Symbolbild

Der Elektroautohersteller Polestar hat im dritten Quartal 2026 weltweit schätzungsweise 14.371 Fahrzeuge verkauft. Das sind rund 1% mehr als im Vorjahresquartal mit 14.222 Fahrzeugen. Nach Angaben des Unternehmens ist es das beste dritte Quartal der Firmengeschichte. In den ersten 9 Monaten kam Polestar auf 44.790 Fahrzeuge, ein Plus von 0,6%. Hinter den Zahlen steckt allerdings ein Sondereffekt: Ohne das auslaufende US-Geschäft wäre der Absatz im Quartal um rund 8% gesunken. In Deutschland legte die schwedische Marke dagegen deutlich zu.

Die Zahlen im Überblick

Polestar weist seine Verkaufszahlen erstmals auch ohne das US-Geschäft aus. Außerhalb der USA verkaufte der Hersteller im dritten Quartal 12.211 Fahrzeuge nach 13.256 im Vorjahreszeitraum. In den ersten 9 Monaten lag der Absatz ohne die USA bei 40.773 Fahrzeugen und damit 0,5% unter dem Vorjahr. Bei den Werten für 2026 handelt es sich um Schätzungen, die sich noch ändern können. In die Verkaufszahlen fließen auch interne Fahrzeuge und Autos mit Rückkaufverpflichtung ein. Vorstandschef Michael Lohscheller sprach dennoch von einem Erfolg: Polestar habe sein bestes drittes Quartal trotz zunehmend schwieriger Marktbedingungen erzielt.

Sondereffekt USA

Der Grund für die getrennte Darstellung liegt in den USA. Das US-Handelsministerium hatte Polestar im Juni 2026 nach Berichten keine Genehmigung erteilt, Fahrzeuge des Modelljahres 2027 unter der sogenannten Connected Vehicle Rule zu verkaufen. Diese Regel beschränkt vernetzte Fahrzeugtechnik mit Bezug zu China. Polestar gehört mehrheitlich zum chinesischen Geely-Konzern. Der Hersteller verkauft deshalb seine verbliebenen Lagerfahrzeuge in den USA ab und zieht sich danach aus dem Neuwagenverkauf dort zurück. Service und Garantie sollen weiter angeboten werden. Um die Bestände von Polestar 3 und Polestar 4 abzubauen, senkte Polestar die Preise in den USA im Juli um bis zu 25.000 US-Dollar. Diese Abverkäufe sorgten im dritten Quartal für den Anstieg in den USA. In Nordamerika bleibt Polestar damit nur noch Kanada als Markt.

Deutschland legt zu

In Deutschland entwickelt sich Polestar dagegen positiv. Laut ecomento wurden in den ersten 9 Monaten 3.808 Fahrzeuge neu zugelassen, ein Plus von 16%. Allein im September kamen 460 Neuzulassungen hinzu, 32% mehr als im Vorjahresmonat. Zugleich baut die Marke ihr Händlernetz aus: Seit September 2025 wuchs die Zahl der Standorte in Deutschland von 8 auf 17. Im dritten Quartal kamen unter anderem Mannheim, Leipzig, Bielefeld und Münster hinzu, in Hamburg-Altona eröffnete eine neue Fläche gemeinsam mit der Krüll Gruppe.

Neue Modelle sollen helfen

Für das Schlussquartal setzt Polestar auf neue Modelle. Die Auslieferungen des Polestar 5 an Kunden haben begonnen, nach Aussage von Lohscheller spielt das Modell für das Gesamtvolumen aber eine geringere Rolle. Wichtiger dürfte der neue Polestar 4 als klassisches SUV werden, der nach Angaben des Unternehmens ins D-SUV-Segment zielt, das größte Segment im europäischen Premium-Elektroautomarkt. Das Modell wird in Busan in Südkorea gebaut und soll im vierten Quartal zu den Kunden kommen. Für 2027 ist ein Nachfolger des Polestar 2 geplant, 2028 folgt das kompakte SUV Polestar 7, das in Europa gebaut werden soll. Aktuell umfasst das Angebot den Polestar 2, den Polestar 3, den Polestar 4 als Coupé und als SUV sowie den Polestar 5. Verkauft werden die Fahrzeuge in 31 Märkten.

Einordnung

Auf den ersten Blick wirken die Zahlen stabil, ohne den Sondereffekt aus den USA zeigt sich aber ein Rückgang. Bereits Anfang September hatte Polestar seine Prognose für 2026 gesenkt und erwartet nur noch ein Absatzwachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich statt eines Wachstums im niedrigen zweistelligen Bereich. Um dieses Ziel zu erreichen, muss das vierte Quartal stark ausfallen. Auch die Schwestermarke Volvo Cars, die ebenfalls zu Geely gehört, hat zuletzt ihre Prognose für 2026 zurückgezogen. Viel hängt deshalb davon ab, wie schnell der neue Polestar 4 als SUV in Europa Fuß fasst. Die Geschäftszahlen für das dritte Quartal will Polestar am 5. November vorlegen.

Bedeutung fürs Leasing

Für Leasingkunden in Deutschland ändert der Rückzug aus den USA wenig, das Europageschäft und der Service laufen weiter. Der Ausbau des Händlernetzes macht Probefahrten und Werkstattbesuche einfacher. Wer Polestar Angebote prüft, sollte die Markteinführung des neuen Polestar 4 SUV im Blick behalten: Neue Modelle starten häufig mit eigenen Leasing Angeboten, während beim auslaufenden Polestar 2 attraktive Konditionen für Restbestände möglich sind. Da Polestar unter Druck steht, seine Absatzziele zu erreichen, könnten auch im Schlussquartal interessante Angebote folgen.

Quelle: ecomento

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