Zwischen der Fließheck-Limousine und dem großen SUV der Marke ordnet sich der Polestar 4 ein, ein Fahrzeug mit erhöhter Bodenfreiheit und flach auslaufender Dachlinie. Die Baureihe kam im August 2024 auf den deutschen Markt und nutzt den Elektrobaukasten des Geely-Konzerns, der ein flaches Batteriepaket und einen langen Radstand erlaubt. Gefertigt wird in einem chinesischen Werk; seit 2025 läuft die Produktion für einzelne Märkte zusätzlich in Südkorea.
Karosserie ohne Heckscheibe
Das auffälligste Gestaltungsmerkmal ist der geschlossene Heckabschluss: Statt einer Scheibe füllt Blech die Fläche zwischen Dach und Heckklappe. Der Blick nach hinten läuft über eine Kamera am hinteren Dachende, deren Bild auf einem Display im Gehäuse des Innenspiegels erscheint. Dadurch rücken die hinteren Sitze weiter nach hinten, ohne dass es im Fond an Kopfraum fehlt, und die Coupé-Linie bleibt erhalten. Vorn fällt die Haube flach aus, die Frontleuchten sind in zwei Einheiten aufgeteilt. Die Griffe der Türen sitzen versenkt in der Außenhaut. Ein durchgehendes Glasdach reicht bis über die Köpfe der Fondpassagiere und lässt sich auf Wunsch elektrisch abdunkeln.
Antriebsvarianten im Überblick
Angeboten wird die Baureihe als Long Range Single Motor mit Antrieb an der Hinterachse und als Long Range Dual Motor mit einer zusätzlichen Maschine an der Vorderachse. In der Allradversion lässt sich die vordere Antriebseinheit abkoppeln, sodass das Fahrzeug im gleichmäßigen Betrieb mit Heckantrieb rollt und erst bei Bedarf beide Achsen nutzt. Für die Dual-Motor-Ausführung steht ein Performance-Paket mit strafferer Dämpfung, größeren Bremsen und eigenen Rädern bereit. Die Rekuperation arbeitet mehrstufig, das Fahren mit einem Pedal eingeschlossen. Auch bei dieser Baureihe zählt eine Wärmepumpe zum Angebot, die den Energiebedarf der Innenraumheizung im Winter mindert. Geladen wird über einen CCS-Anschluss an der Fahrzeugseite; eine Vorbereitung der Batterietemperatur vor dem Halt am Schnelllader lässt sich über die Navigation anstoßen.
Raumangebot und Bedienung
Der lange Radstand kommt vor allem dem Fond zugute: Die Beinfreiheit fällt großzügig aus, die Rückenlehnen lassen sich in der gehobenen Ausstattung elektrisch neigen, und eine eigene Klimabedienung an der Rückseite der Mittelkonsole gehört je nach Paket dazu. Vorn sitzen Fahrer und Beifahrer tief, davor liegt ein querformatiger Bildschirm, ergänzt um ein schmales Band mit Fahrinformationen unterhalb der Frontscheibe. Der Verzicht auf die Heckscheibe verlangt eine kurze Umgewöhnung, weil das Kamerabild eine andere Tiefenwirkung hat als ein Spiegelbild; bei Nässe oder Schmutz wird die Kameralinse zum entscheidenden Punkt. Das Gepäckabteil hinter der Klappe hat eine hohe Ladekante, vorn nimmt ein kleines Fach Ladekabel auf. Die Rücksitzlehnen lassen sich für längere Gegenstände umlegen. Fahrzeugfunktionen und Sprachbedienung laufen über das Android-Automotive-System; Software-Updates erreichen das Fahrzeug über Mobilfunk, ohne Werkstattbesuch.
Einsatzprofil
Die Baureihe passt zu Nutzern, die den Zuschnitt eines SUV mit flacherem Auftritt und einem geräumigen Fond verbinden möchten. Im gewerblichen Einsatz spielt der hintere Sitzbereich eine Rolle, im privaten Alltag zählt eher die Verbindung aus erhöhter Sitzposition und langstreckentauglicher Abstimmung. Für Familien mit Kindersitzen sind der einfache Zugang und der flache Boden von Vorteil. Wer häufig sperriges Gut transportiert, stößt an der hohen Ladekante und der schrägen Heckpartie an Grenzen. In engen Parksituationen helfen die Kamerasysteme; das Kamerabild ersetzt den Schulterblick jedoch nicht in jeder Lage. Im Stadtverkehr fällt eher die Fahrzeugbreite ins Gewicht als die Höhe, auf der Landstraße kommt die flache Bauform der Fahrruhe entgegen.
Leasing des Polestar 4
Bei dieser Baureihe entscheidet zunächst die Wahl zwischen Heck- und Allradantrieb über Listenpreis und Rate, hinzu kommen umfangreiche Pakete für Innenraum, Fahrwerk und Audio, die den Preis deutlich verschieben. Ein Vergleich über den Leasingfaktor macht Konditionen mit unterschiedlicher Ausstattung erst lesbar, weil dieser Wert die Rate ins Verhältnis zum Fahrzeugwert setzt. Zu klären sind zudem Laufzeit, die vereinbarten Freikilometer und die Abrechnung von Abweichungen am Vertragsende. Da große Räder und Sonderlackierungen die Rate treiben, lohnt der Blick darauf, welche Ausstattung im jeweiligen Angebot tatsächlich enthalten ist. Für Gewerbetreibende kommen Netto-Konditionen und die steuerliche Behandlung eines elektrischen Dienstwagens hinzu. Sinnvoll ist ferner die Frage, ob Wartung, Verschleiß und Räderwechsel Teil des Vertrags sind und wer die Treibhausgasminderungsquote geltend macht.