Tankrabatt in Kraft: Benzin und Diesel deutlich günstiger
Seit dem 1. Oktober 2026 gilt in Deutschland ein neuer Tankrabatt, und an den Zapfsäulen ist er bereits angekommen. Die Energiesteuer auf Benzin und Diesel sinkt um 14,04 Cent pro Liter, zusammen mit dem Effekt auf die Mehrwertsteuer ergibt sich eine Entlastung von rund 16,7 Cent pro Liter. Der Rabatt gilt für 3 Monate bis zum 31. Dezember 2026. Nach Daten des ADAC fielen die Preise schon am ersten Morgen deutlich. Die Maßnahme soll Autofahrer nach einem Monat mit Rekordpreisen entlasten, ist unter Ökonomen aber umstritten.
So stark sind die Preise gefallen
Laut ADAC kostete ein Liter Super E10 am 1. Oktober um 8 Uhr im bundesweiten Schnitt 2,062€, am Vortag waren es noch 2,242€. Das entspricht einem Rückgang um 14,5 Cent. Diesel kostete 2,209€ nach 2,390€ am Vortag, ein Minus von 15,2 Cent (Stand jeweils: ADAC-Auswertung vom 1. Oktober 2026). Damit sei bereits am Vormittag ein Großteil der steuerlichen Entlastung bei den Verbrauchern angekommen, so der Automobilclub. Der ADAC mahnte zugleich, dass die Senkungen nicht durch spätere Preiserhöhungen wieder einkassiert werden dürften. Die Steuersenkung gilt für Kraftstoff, der seit Mitternacht die Lager und Raffinerien verlässt, weshalb sich der volle Effekt an manchen Tankstellen erst nach und nach zeigen kann.
Warum es den Rabatt gibt
Hintergrund sind außergewöhnlich hohe Spritpreise. Der September 2026 war der bislang teuerste Tankmonat, die Preise trieben auch die Inflation nach oben. Als Hauptursache nennt die WirtschaftsWoche den Konflikt im Nahen Osten mit dem Iran, der die Ausfuhr von Rohöl und Kraftstoffen aus der Golfregion beeinträchtigt. Hinzu kamen knappe Raffineriekapazitäten und regionale Engpässe, etwa durch niedrige Pegelstände. Die Bundesregierung hatte den Tankrabatt am 18. September als Teil eines Entlastungspakets angekündigt, Bundestag und Bundesrat stimmten kurz darauf zu.
Kosten und Kritik
Die Steuerausfälle beziffert die WirtschaftsWoche auf rund 2,5 Milliarden €, die sich Bund und Länder je zur Hälfte teilen. An der Maßnahme gibt es deutliche Kritik. Tomaso Duso, Vorsitzender der Monopolkommission, bemängelt, dass aus dem Tankrabatt von 2022 zu wenig gelernt worden sei und Milliarden ohne gezielte Entlastung einkommensschwacher Haushalte verteilt würden. Ifo-Präsident Clemens Fuest hält den Rabatt für ungeeignet, weil Vielfahrer mit großen, verbrauchsstarken Autos am stärksten profitierten. DIW-Präsident Marcel Fratzscher hält ein Energiegeld für wirksamer. Befürworter verweisen dagegen auf die schnelle und unbürokratische Entlastung, gerade für Pendler und Betriebe mit vielen Fahrten. Ein Pendler mit täglich 120 bis 140 km sagte dem ZDF, schon 20 bis 30€ mehr am Monatsende machten sich bemerkbar, eine Dauerlösung sei der Rabatt aber nicht. Ein Logistikunternehmer sprach von einem Pflaster, das kurzfristig helfe, das Problem aber nicht löse. Der Bundesverband Freier Tankstellen betont, dass Tankstellen am Kraftstoff selbst nur wenig verdienen.
Wird der Rabatt voll weitergegeben?
Ob die Entlastung über die gesamten 3 Monate vollständig bei den Kunden ankommt, ist die zentrale Frage. Beim Tankrabatt 2022 waren die Preise nach anfänglichen Senkungen in den Folgetagen wieder gestiegen, was eine Debatte über die Rolle der Mineralölkonzerne auslöste. Das Bundeskartellamt hatte bei früheren Entlastungen kritisiert, dass diese nicht vollständig an die Kunden weitergegeben wurden, die Mineralölwirtschaft bestreitet das. Da die Rohölpreise weiter schwanken, lässt sich ohnehin nicht jede Preisbewegung eindeutig auf den Rabatt zurückführen.
Einordnung
Der Tankrabatt verschafft Autofahrern kurzfristig spürbare Entlastung, ändert aber nichts an den Ursachen der hohen Preise. Kritiker sehen in ihm eine teure und wenig zielgenaue Maßnahme, Befürworter eine schnelle Hilfe in einer Ausnahmesituation. Nach dem 31. Dezember 2026 dürften die Preise wieder steigen, sofern sich die Lage auf dem Ölmarkt bis dahin nicht entspannt. Ob die Bundesregierung den Rabatt dann verlängert oder auslaufen lässt, ist offen.
Bedeutung fürs Leasing
Für Fahrer von Verbrennern und Plug-in-Hybriden sinken die laufenden Kosten in den kommenden 3 Monaten. Als Grundlage für eine Leasingentscheidung über 2 bis 4 Jahre taugt der Rabatt aber kaum, da er befristet ist. Wer Leasing Angebote vergleicht, sollte die Gesamtkosten über die Laufzeit betrachten, also neben der Rate auch Kraftstoff- oder Stromkosten, Steuern und Versicherung. Die stark schwankenden Spritpreise zeigen zudem, wie abhängig die Betriebskosten eines Verbrenners von der Weltlage sind. Bei Elektroautos fällt dieses Risiko geringer aus, vor allem wer zu Hause laden kann. Bei der Auswahl konkreter Leasing Deals lohnt sich daher eine ehrliche Rechnung mit realistischen Energiepreisen.
Quelle: n-tv





