Mit dem Polestar 2 stieg die schwedische Marke 2020 in die Serienfertigung von Elektroautos ein. Die viertürige Limousine mit großer Heckklappe steht auf einer gemeinsam mit Volvo genutzten Plattform, die ursprünglich für mehrere Antriebsarten ausgelegt wurde. Über die Bauzeit hinweg erhielt das Modell mehrere Überarbeitungen; die tiefgreifendste kam 2023 und betraf Antriebsanordnung, Ladetechnik und Frontgestaltung.
Karosserie und Format
Die Silhouette folgt dem Fließheck-Prinzip: hohe Gürtellinie, kurze Überhänge und eine leicht erhöhte Bodenfreiheit, die dem unter dem Fahrzeugboden liegenden Batteriepaket geschuldet ist. Die Heckklappe öffnet samt Scheibe und gibt eine breite Ladeöffnung frei, was das Beladen gegenüber einer Stufenheck-Karosserie vereinfacht. Vorn kennzeichnen ein geschlossener Frontabschluss und geteilte Tagfahrleuchten das Fahrzeug; mit der Modellpflege entfiel der zuvor angedeutete Kühlergrill zugunsten einer glatten Fläche, hinter der Sensorik für die Assistenzsysteme sitzt. Im Innenraum bleibt die Gestaltung zurückhaltend: ein hochkant stehender Monitor über der Mittelkonsole, ein schmaler Streifen mit Fahrinformationen hinter dem Lenkrad und ein durchgehender Mitteltunnel, der aus der geteilten Plattform herrührt.
Die Antriebsvarianten
Zur Wahl stehen eine Ausführung mit einem Motor und eine mit zwei Motoren. Die Single-Motor-Version treibt seit der Modellpflege die Hinterachse an, davor lag der Antrieb vorn. Die Dual-Motor-Variante ergänzt eine zweite Maschine an der Vorderachse und arbeitet als Allradler, wobei der vordere Motor im Segelbetrieb abgekoppelt werden kann, um Energie zu sparen. Bei den Batterien gibt es eine Standardvariante und eine Long-Range-Ausführung. Ergänzend führt Polestar ein Performance-Paket, das manuell einstellbare Öhlins-Dämpfer, Brembo-Bremssättel an der Vorderachse sowie goldfarbene Ventilkappen und Sicherheitsgurte umfasst. Eine Wärmepumpe steht auf der Optionsliste und senkt den Energiebedarf bei niedrigen Außentemperaturen. Der Grad der Rekuperation ist einstellbar, vom freien Rollen bis zum Fahren mit einem Pedal.
Platzangebot und Alltagstauglichkeit
Vorn sitzen die Insassen tief, mit ausgeprägtem Seitenhalt und langem Verstellweg. Im Fond begrenzt die abfallende Dachlinie die Kopffreiheit für groß gewachsene Mitfahrer, während der Kniefreiraum gemessen an der Fahrzeuglänge ordentlich ausfällt; der Mitteltunnel schmälert den Platz auf dem mittleren Sitz. Unter der Heckklappe liegt ein Gepäckabteil mit ebenem Boden und einem separaten Fach darunter, das Ladekabel und Kleinteile aufnimmt. Ein weiteres, kleines Staufach befindet sich unter der Fronthaube. Die Rückbank lässt sich geteilt umlegen, wodurch eine nahezu ebene Fläche entsteht. Eine Anhängevorrichtung ist verfügbar. Die Ladeklappe sitzt an der linken hinteren Flanke; Zeitfenster für das Laden lassen sich im Fahrzeugmenü hinterlegen, was den Betrieb an einer Wallbox mit Nachttarif erleichtert. Bedient wird der größte Teil der Funktionen über den Touchscreen mit Android Automotive; Lautstärke und einige Fahrfunktionen bleiben über Tasten am Lenkrad erreichbar.
Typische Einsatzzwecke
Das Format passt zu Pendelstrecken, zum Dienstwagenbetrieb und zu Haushalten, die ein Fahrzeug für zwei Erwachsene mit gelegentlicher Mitnahme von Kindern und Gepäck suchen. Für häufige Autobahnetappen bieten sich die Long-Range-Batterie und die Wärmepumpe an, im Stadt- und Regionalverkehr reicht die kleinere Batterie meist aus. Wer Kindersitze im Fond montiert, prüft die Kopffreiheit besser vorab, weil die Dachlinie hier der begrenzende Faktor ist. Für sperrige Transportaufgaben eignen sich die SUV-Baureihen der Marke eher. Steht eine feste Lademöglichkeit zu Hause oder am Arbeitsplatz zur Verfügung, kommt der planbare Ladeablauf dem Nutzungsprofil entgegen.
Leasing des Polestar 2
Beim Sortieren der Angebote fallen zuerst die Unterschiede zwischen den Antriebs- und Batterievarianten auf, denn beide schlagen unmittelbar auf den Bruttolistenpreis und damit auf den Leasingfaktor durch. Ein Angebot mit niedriger Rate auf die Basisversion kann rechnerisch schlechter dastehen als eine höhere Rate auf die Allradausführung. Zu prüfen sind ferner Laufzeit, Freikilometer und die Abrechnungssätze für Mehr- und Minderkilometer sowie die Frage, ob eine Sonderzahlung fällig wird. Überführungs- und Zulassungskosten stehen oft außerhalb der Rate und gehören in die Gesamtrechnung. Da es sich um ein rein batterieelektrisches Fahrzeug handelt, lässt sich zusätzlich klären, wer die Treibhausgasminderungsquote erhält und ob Wartungs-, Verschleiß- oder Versicherungsbausteine eingeschlossen sind. Auch der vereinbarte Rückgabezustand samt Bewertungsmaßstab für Gebrauchsspuren zählt zu den Punkten, die den Endpreis beeinflussen.