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Polestar 2: Produktion in China endet, Nachfolger 2027

Veröffentlicht am 28.10.2026
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Polestar 2: Produktion in China endet, Nachfolger 2027
Symbolbild

Nach gut 6 Jahren ist die Produktion des Polestar 2 offenbar beendet. Laut dem norwegischen Sender TV 2 Broom sind die letzten Exemplare im Werk Luqiao des Geely-Konzerns in China vom Band gelaufen. Insgesamt wurden seit 2020 Berichten zufolge etwas mehr als 200.000 Fahrzeuge gebaut. Offiziell angekündigt hat Polestar das Produktionsende nicht. In mehreren europäischen Märkten sind aber keine neuen Werksbestellungen mehr möglich, stattdessen verweist der Hersteller auf Lagerfahrzeuge. Ein komplett neuer Nachfolger soll Anfang 2027 folgen.

Keine Werksbestellungen mehr

Aufgefallen ist das Ende zunächst in Norwegen. Dort meldet der Konfigurator bei jeder Variante, dass die gewählte Konfiguration nicht für eine Werksbestellung verfügbar ist. Auch in Schweden werden laut electrive keine neuen Konfigurationen mehr angenommen. In mehreren europäischen Märkten bietet Polestar den Polestar 2 nur noch als bereits gebautes Lagerfahrzeug an. Für Kunden bedeutet das: Ausstattung, Farbe und Antrieb lassen sich nicht mehr frei wählen, verfügbar ist nur, was bereits produziert wurde. Wie viele Fahrzeuge in Deutschland noch auf Lager stehen, ist nicht bekannt.

Das wichtigste Modell der Marke

Der Polestar 2 wurde im Februar 2019 vorgestellt, die Auslieferungen begannen im Sommer 2020. Er war das erste Serienauto mit dem Betriebssystem Android Automotive und integrierten Google-Diensten. Für die Marke war das Modell von zentraler Bedeutung. Polestar-Chef Michael Lohscheller bezeichnete den Polestar 2 als Fundament der Marke und sprach zuletzt von mehr als 190.000 verkauften Exemplaren. Die etwas höhere Zahl von über 200.000 bezieht sich auf die Produktion. Bei insgesamt weniger als 300.000 seit 2020 verkauften Polestar entfallen damit knapp 2 von 3 Fahrzeugen auf dieses Modell. Allein in Norwegen wurden mehr als 16.000 Polestar 2 zugelassen.

Polestar 4 hat übernommen

Seit dem Marktstart von Polestar 3 und Polestar 4 im Jahr 2024 hat der Polestar 2 seine Rolle als wichtigstes Volumenmodell nach und nach verloren. In Deutschland kam Polestar laut Autonext unter Berufung auf Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts von Januar bis September 2026 auf 3.805 Neuzulassungen. Davon entfielen 2.429 auf den Polestar 4 und 1.157 auf den Polestar 2. Weltweit verkaufte Polestar im dritten Quartal 2026 rund 14.371 Fahrzeuge und damit etwa 1% mehr als im Vorjahr. Über die Absatzzahlen berichtete leasings.de bereits in der News zum Polestar-Absatz im dritten Quartal 2026 berichtet. Wegen des Auslaufens des Polestar 2 und der schwierigen Lage in den USA hatte Polestar seine Wachstumsprognose für 2026 zuvor gesenkt.

Was über den Nachfolger bekannt ist

Bereits im Februar 2026 hatte Polestar angekündigt, innerhalb von 3 Jahren 4 neue Modelle auf den Markt zu bringen, darunter einen komplett neuen Nachfolger des Polestar 2. Polestar Kanada bestätigte zuletzt den Zeitplan für Anfang 2027. Es soll sich um ein vollständig neues Fahrzeug handeln und nicht um eine Modellpflege. Der norwegische Sender TV 2 Broom berichtet von einem Crossover, bestätigt hat Polestar das nicht. Auch zu Plattform, Antrieb und Produktionsort gibt es noch keine offiziellen Angaben. Als bislang einziges Modell in Europa soll der kompakte Polestar 7 ab 2028 im Volvo-Werk Košice in der Slowakei gebaut werden.

Einordnung

Mit dem Polestar 2 verabschiedet sich das Modell, das die Marke bekannt gemacht hat. Für Polestar ist der Übergang zur neuen Generation eine heikle Phase, da bis zum Marktstart des Nachfolgers nur noch Restbestände verkauft werden können. Zusätzlich belasten die Ausgleichszölle der EU auf Elektroautos aus China das Geschäft: Für Polestar-Fahrzeuge aus China fallen seit Ende Oktober 2024 neben dem regulären Einfuhrzoll von 10% zusätzlich 18,8% an. In den USA darf Polestar wegen neuer Regeln für vernetzte Fahrzeuge ab dem Modelljahr 2027 keine neuen Fahrzeuge mehr verkaufen. Umso wichtiger wird für die Marke der europäische Markt, auf den inzwischen rund 80% der Verkäufe entfallen.

Bedeutung fürs Leasing

Für Leasingkunden kann das Produktionsende eine Chance sein. Hersteller und Händler wollen Lagerfahrzeuge vor dem Start eines Nachfolgers meist zügig abverkaufen, was sich in attraktiven Polestar Angeboten niederschlagen kann. In Norwegen gibt es laut ElektroQuatsch bereits Rabatte auf Lagerfahrzeuge, ob ähnliche Aktionen auch in Deutschland folgen, ist offen. Wer sich für einen Polestar 2 interessiert, muss allerdings mit der vorhandenen Ausstattung leben. Zudem sollte bei der Kalkulation bedacht werden, dass ein Auslaufmodell nach dem Erscheinen des Nachfolgers an Restwert verlieren kann. Für Leasingnehmer ist dieses Risiko jedoch meist geringer als für Käufer, da der Restwert beim klassischen Kilometerleasing vom Leasinggeber getragen wird. Ein Vergleich verschiedener Leasing Angebote lohnt sich daher gerade jetzt.

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