E-Auto-Prämie: Fördergeld reicht laut Schneider auch 2027
Wer sich für ein Elektroauto mit staatlicher Förderung interessiert, muss sich vorerst keine Sorgen um ausgeschöpfte Mittel machen. Nach Angaben von Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) reicht das Geld für die E-Auto-Prämie trotz der hohen Nachfrage auch für das gesamte Jahr 2027. Das sagte Schneider in einem Interview mit dem Magazin auto motor und sport. Für das Programm stehen insgesamt 3 Milliarden € bereit. Kurzfristige Einschränkungen für Fahrzeuge chinesischer Hersteller sind laut Schneider nicht geplant.
Planungssicherheit für Käufer
Wer sich jetzt für ein batterieelektrisches Fahrzeug entscheidet und die Voraussetzungen erfüllt, muss nach Schneiders Worten nicht befürchten, dass die Mittel nicht reichen. Zugleich kündigte der Minister an, frühzeitig zu informieren, sobald sich abzeichnet, wann die Fördermittel voraussichtlich ausgeschöpft sind. So sollen Käufer ihre Entscheidung planen können. Das Budget von 3 Milliarden € aus dem Klima- und Transformationsfonds ist für die Jahre 2026 bis 2029 vorgesehen und sollte nach früheren Schätzungen der Bundesregierung für rund 800.000 Fahrzeuge reichen.
Hohe Nachfrage seit dem Start
Die Prämie ist seit ihrem Start stark gefragt. Anfang Oktober hatte die Bundesregierung mitgeteilt, dass bereits 100.000 Anträge bewilligt und ausgezahlt wurden. In einem früheren Interview mit der WirtschaftsWoche hatte Schneider die Förderung als „sensationellen Erfolg“ bezeichnet. In den ersten 4 Monaten wurden demnach rund 70.000 reine Elektroautos und 6.000 Hybridfahrzeuge gefördert. Nach seinen Angaben geht rund die Hälfte der Förderung an Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von weniger als 45.000€. Kritiker wenden ein, dass ein Teil der Käufer ein Elektroauto auch ohne Förderung gekauft hätte und die Nachfrage zudem durch hohe Spritpreise angetrieben werde.
So funktioniert die Prämie
Die E-Auto-Prämie richtet sich an private Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen. Gefördert werden Neuwagen, die seit dem 1. Januar 2026 erstmals zugelassen wurden, beim Kauf ebenso wie beim Leasing. Für reine Elektroautos gibt es eine Basisförderung von 3.000€, die sich je nach Einkommen und Zahl der Kinder auf bis zu 6.000€ erhöhen kann. Plug-in-Hybride werden mit geringeren Beträgen und nur noch bis zum 30. Juni 2027 gefördert. Das zu versteuernde Haushaltseinkommen darf 80.000€ nicht übersteigen, pro Kind erhöht sich die Grenze. Der Antrag läuft digital über das Portal der Förderzentrale Deutschland.
Debatte um chinesische Hersteller
Zuletzt war gefordert worden, Fahrzeuge chinesischer Hersteller von der Förderung auszuschließen, weil diese nach Ansicht von Kritikern vom chinesischen Staat subventioniert werden. Schneider erteilte kurzfristigen Änderungen eine Absage: „Kurzfristige Änderungen am Förderprogramm sind derzeit nicht vorgesehen.“ Der Anteil chinesischer Marken an den geförderten Fahrzeugen liegt laut Schneider bei 9 bis 17%, je nachdem, ob Gemeinschaftsunternehmen mitgezählt werden. Er hält diesen Anteil für angemessen und erwartet, dass er begrenzt bleibt. „Dass sich mehr Menschen als früher für chinesische Fahrzeuge entscheiden, ist ein weltweiter Trend“, so der Minister. In der WirtschaftsWoche hatte er sich zudem für höhere EU-Zölle auf Plug-in-Hybride aus China ausgesprochen, da reine Elektroautos aus China bereits mit Ausgleichszöllen belegt sind. Inzwischen haben sich die EU und China darauf verständigt, die chinesischen Exporte von Hybridfahrzeugen zu begrenzen.
Europäische Kriterien geplant
Langfristig soll sich die Förderung allerdings ändern. Die Koalition hat sich darauf verständigt, europäische Wertschöpfungskriterien einzuführen. Diese sollen in das laufende Programm übernommen werden, sobald die Bundesregierung europarechtskonforme Regeln erarbeitet hat. Einen Zeitplan nannte Schneider nicht. Auch auf EU-Ebene wird über solche Vorgaben diskutiert: Deutschland und Frankreich hatten sich zuletzt darauf verständigt, staatliche Kaufprämien künftig an eine Fertigung in Europa zu knüpfen.
Einordnung
Die Zusage des Ministers schafft für das kommende Jahr Planungssicherheit, ein Ende der Förderung vor 2029 ist bei anhaltend hoher Nachfrage aber nicht ausgeschlossen. Spannend bleibt, wie die geplanten Wertschöpfungskriterien ausgestaltet werden, denn sie könnten darüber entscheiden, welche Modelle künftig noch förderfähig sind. Für Käufer und Leasingkunden lohnt es sich daher, die weitere Entwicklung im Blick zu behalten.
Bedeutung fürs Leasing
Für Privatkunden ist die Prämie auch beim Leasing nutzbar. Die Zusage, dass die Mittel bis Ende 2027 reichen, gibt mehr Sicherheit bei der Planung eines neuen Leasingvertrags. Wichtig bleibt die Mindesthaltedauer von 36 Monaten ab Erstzulassung, nach der sich die Laufzeit des Vertrags richten sollte. Wer Leasing Angebote für ein Elektroauto vergleicht, sollte die Förderung in die Gesamtkalkulation einbeziehen. Mit Blick auf die geplanten Herkunftsregeln kann es sinnvoll sein, die Förderfähigkeit des Wunschmodells vor Vertragsabschluss zu prüfen.
Quelle: heise online





