Chinesische Hersteller holen bei EU-Neuzulassungen auf

Veröffentlicht am 24.09.2026
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Chinesische Hersteller holen bei EU-Neuzulassungen auf
Symbolbild

Chinesische Autobauer gewinnen auf dem europäischen Markt weiter an Boden. Nach Daten des Herstellerverbands ACEA erreichten die Marken aus China im August 2026 einen Marktanteil von 10,8% bei den EU-Neuzulassungen, ein Zuwachs von rund 4 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahresmonat. Über die ersten 8 Monate des Jahres liegt ihr Anteil bei 9,6%, nach 6,2% im Vorjahreszeitraum. Damit setzt sich ein Trend fort, der die etablierten Hersteller zunehmend unter Druck setzt. Getragen wird das Wachstum vor allem von einem breiten Angebot günstiger Elektro- und Hybridmodelle.

Chinas Marken legen kräftig zu

Das Wachstum verteilt sich auf mehrere Marken. Besonders stark entwickelte sich BYD, dessen Anteil im Zeitraum von Januar bis August von 0,9% auf 2,4% stieg. SAIC mit der Marke MG kam auf 2,2% nach zuvor 1,9%, und Chery mit den Marken Omoda und Jaecoo legte von 0,5% auf 1,5% zu. Hinzu kommen weitere Anbieter wie Geely und Leapmotor. Insgesamt setzten die chinesischen Marken in den ersten 8 Monaten nahezu 725.000 Elektro- und Hybridfahrzeuge ab, ein Plus von etwa 66% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Zahlen zeigen, dass es sich nicht um einen einzelnen Ausreißer handelt, sondern um ein breit angelegtes Vordringen mehrerer Hersteller in den europäischen Markt. Auffällig ist zudem, dass die chinesischen Marken nicht nur über den Preis, sondern zunehmend auch über Ausstattung und moderne Technik punkten, was sie für eine breitere Kundschaft interessant macht.

Der Gesamtmarkt und der E-Auto-Boom

Der Vormarsch der chinesischen Marken fällt in eine Phase, in der der gesamte EU-Markt wächst und sich stark verändert. In den ersten 8 Monaten wurden 7,55 Millionen Fahrzeuge neu zugelassen, ein Plus von 5,3% gegenüber dem Vorjahr. Besonders auffällig ist der Boom bei Elektroautos: Im August erreichten reine Elektrofahrzeuge einen Marktanteil von 27,7% und lagen damit erstmals über dem gemeinsamen Anteil von Benzinern und Dieseln. Benzinfahrzeuge kamen im August nur noch auf 18,9%, Diesel auf 6,4%. Über das Jahr gerechnet liegt der Elektroanteil bei 21,7% mit rund 1,64 Millionen Neuzulassungen. Zählt man die verschiedenen Hybridvarianten hinzu, machen elektrifizierte Antriebe inzwischen einen Großteil des Marktes aus. Getrieben wird der Wandel von Ländern wie Frankreich, Deutschland und Dänemark, in denen die E-Auto-Zulassungen deutlich zulegten.

Deutsche Hersteller weiter vorn

Trotz des Aufholens aus China bleiben die etablierten Hersteller die stärkste Kraft. Die deutschen Konzerne, darunter Volkswagen, BMW, Mercedes-Benz und Opel, kamen zusammen auf rund 3,1 Millionen Neuzulassungen und einen Marktanteil von etwa 41%. Dieser Wert liegt allerdings leicht unter dem Vorjahr, was den wachsenden Wettbewerbsdruck widerspiegelt. Die Zahlen zeigen ein doppeltes Bild: Einerseits verteidigen die europäischen Marken ihre führende Position, andererseits verlieren sie langsam Anteile an neue Wettbewerber. Ob sich dieser Trend fortsetzt, hängt davon ab, wie schnell die etablierten Hersteller mit bezahlbaren Elektromodellen nachziehen und wie sich Handelsfragen wie Zölle auf chinesische Importe entwickeln.

Einordnung

Die Entwicklung ist ein deutliches Signal für den Umbruch in der Autobranche. Chinesische Hersteller profitieren von einem breiten Angebot an günstigen Elektro- und Hybridfahrzeugen, das genau in die aktuelle Nachfrage passt. Für Verbraucher bedeutet der stärkere Wettbewerb mehr Auswahl und potenziell günstigere Preise. Für die europäische Industrie ist der Trend eine Herausforderung, weil sie Marktanteile in einem wichtigen Zukunftsfeld verteidigen muss. Zugleich ist einzuordnen, dass die etablierten Hersteller mit 41% weiterhin klar den Markt anführen und der Anteil der chinesischen Marken trotz des schnellen Wachstums noch überschaubar ist. Wie sich das Kräfteverhältnis entwickelt, wird auch von politischen Rahmenbedingungen wie Zöllen und Förderungen abhängen. Klar ist, dass der Wettbewerb im europäischen Automarkt spürbar härter geworden ist.

Bedeutung fürs Leasing

Für Leasinginteressenten ist der zunehmende Wettbewerb grundsätzlich eine gute Nachricht. Mehr Anbieter und ein größeres Angebot an Elektro- und Hybridmodellen können die Auswahl vergrößern und die Konditionen verbessern. Wer Leasing Angebote für ein Elektroauto prüft, kann inzwischen auch günstige Modelle chinesischer Marken in den Vergleich einbeziehen, sollte dabei aber Service, Restwert und Verfügbarkeit im Blick behalten. Gerade bei neuen Marken ist der erwartete Restwert schwerer einzuschätzen, was sich auf die Rate auswirken kann. Etablierte Hersteller punkten dagegen oft mit einem dichten Servicenetz und stabileren Restwerten. Bei der Auswahl konkreter Leasing Deals lohnt sich daher ein breiter Vergleich zwischen etablierten und neuen Anbietern, bei dem neben der Rate auch Reichweite, Ausstattung und die langfristige Werthaltigkeit eine Rolle spielen. Der härtere Wettbewerb dürfte die Angebote für Kunden insgesamt attraktiver machen.

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