MG Go: Elektro-Kleinwagen soll in Spanien gebaut werden
Die chinesische Marke MG plant offenbar, ihren künftigen Elektro-Kleinwagen MG Go in Europa zu bauen. Laut übereinstimmenden Medienberichten soll das Modell ab 2028 im neuen Werk des Mutterkonzerns SAIC im spanischen Ferrol vom Band laufen. Zum Start ist eine Kapazität von rund 70.000 Fahrzeugen pro Jahr vorgesehen. Mit der Fertigung in Europa könnte SAIC die hohen EU-Zölle auf in China gebaute Elektroautos umgehen. Nach Angaben des spanischen Magazins Motor16 hat MG die Fertigung in Ferrol bestätigt, eine offizielle Pressemitteilung zum Go gibt es bislang aber nicht.
Das ist über den MG Go bekannt
Der MG Go ist die Serienversion der gleichnamigen Elektro-Studie und soll rund 4,0 m lang werden. Technisch basiert er laut ecomento auf der E+-Plattform, die auch der frontgetriebene Kompaktwagen MG4 EV Urban nutzt. Für den Antrieb nennt der Bericht eine Leistung von 111 kW (151 PS) und eine Batterie mit 43 kWh in LFP-Technologie. Lithium-Eisenphosphat-Akkus gelten als günstiger und langlebiger, bieten aber eine geringere Energiedichte. Das Design entsteht im Londoner MG-Studio und folgt einem retro-futuristischen Stil. Angaben zu Reichweite, Ladeleistung und Preis hat MG noch nicht gemacht. Als Studie war der MG Go bereits beim Goodwood Festival of Speed zu sehen, die Formensprache spielt auf klassische Modelle wie Midget und MGB an.
Marktstart vermutlich vor der Spanien-Produktion
Zum Marktstart gibt es unterschiedliche Angaben. Laut ecomento soll der Verkauf im September 2027 beginnen, Motor16 nennt dagegen 2028. Das britische Portal Electrifying berichtet, dass die ersten Fahrzeuge für Europa zunächst noch in China gebaut werden könnten, bevor die Fertigung in Spanien anläuft. Auch der Name ist noch nicht endgültig, im Gespräch ist neben MG Go auch die Bezeichnung MG2. Als Konkurrenten gelten Modelle wie der Renault 5, der VW ID. Polo und der Geely E2.
Das Werk in Ferrol
Die Pläne für das erste europäische Werk hatte SAIC bereits im Juni 2026 angekündigt. Laut Automobil Produktion will der Konzern rund 200 Millionen € investieren. Entstehen soll das Werk am Außenhafen von Ferrol in Galicien, im nahegelegenen As Pontes ist ein Logistik- und Industriezentrum geplant. Insgesamt sollen rund 1.300 direkte Arbeitsplätze entstehen, mit indirekten Stellen insgesamt mehr als 2.000. In einer zweiten Ausbaustufe soll die Kapazität auf bis zu 120.000 Fahrzeuge pro Jahr steigen. Baubeginn ist für 2027 geplant. Die Regionalregierung hat das Vorhaben als strategisches Industrieprojekt eingestuft, die ausländische Direktinvestition muss allerdings noch von der spanischen Zentralregierung genehmigt werden.
Montage aus Bausätzen
Zunächst soll der MG Go in Ferrol laut ecomento aus vollständig zerlegten Bausätzen aus China montiert werden. Presswerk, Karosseriebau und Lackierung sind in der ersten Phase demnach nicht vorgesehen. Später könnte ein zweites Modell hinzukommen. Langfristig hat SAIC zugesagt, einen großen Teil der Komponenten lokal herzustellen. „Es wird das erste Industrieprojekt des multinationalen Unternehmens in Europa sein“, sagte der galicische Regionalpräsident Alfonso Rueda bei der Vorstellung im Juni. MG-Europachef William Wang betonte die Investitionen in lokale Kompetenzen und eine stärkere europäische Präsenz.
Hintergrund: EU-Zölle auf China-Elektroautos
Für Elektroautos aus China erhebt die EU seit Ende 2024 Ausgleichszölle. Bei SAIC liegt der Zusatzzoll mit 35,3% besonders hoch, hinzu kommt der reguläre Einfuhrzoll von 10%. Eine Fertigung in Europa würde diese Belastung umgehen. Spanien gilt wegen vergleichsweise niedriger Arbeitskosten und staatlicher Anreize als bevorzugter Standort chinesischer Hersteller. Auch Leapmotor setzt auf das Land: Über den Produktionsstart des Leapmotor B10 in Spanien berichteten wir bereits.
Einordnung
Mit dem MG Go würde SAIC in einem der wichtigsten Wachstumssegmente Europas antreten. Elektrische Kleinwagen um 4 m Länge sind gefragt, das Angebot wächst mit Modellen wie dem VW ID. Polo, dem Renault 5 oder dem Hyundai Inster. Die Montage aus Bausätzen ist dabei ein schneller und günstiger Einstieg in die europäische Produktion, schafft aber zunächst weniger Wertschöpfung vor Ort als ein vollwertiges Werk. Ob und wann der Go tatsächlich in Ferrol gebaut wird, hängt auch von den Genehmigungen in Spanien ab.
Bedeutung fürs Leasing
Für Leasingkunden könnte der MG Go eine interessante Alternative im Segment der günstigen Elektro-Kleinwagen werden. Entfallen die hohen Zölle durch die Fertigung in Spanien, kann MG den Wagen deutlich günstiger anbieten, was sich auch in attraktiven Leasingraten niederschlagen dürfte. Bis zum Produktionsstart 2028 bleibt das allerdings Zukunftsmusik. Wer schon jetzt nach MG Angeboten sucht, findet mit dem MG4 und dem MG3 bereits Modelle im Kompakt- und Kleinwagensegment, bei denen sich ein Vergleich der aktuellen Leasing Angebote lohnen kann.
Quelle: tuningblog.eu





