SAIC Motor ist ein Automobilkonzern mit Sitz in Anting am Rand von Shanghai. Das Kürzel steht für Shanghai Automotive Industry Corporation. Die Unternehmensgeschichte beginnt 1955 mit einem Betrieb für Verbrennungsmotorenteile, aus dem über Jahrzehnte ein Konzern mit mehreren eigenen Fahrzeugmarken und Gemeinschaftsunternehmen hervorging. Für den deutschen Markt ist SAIC weniger als Fahrzeugmarke von Bedeutung als vielmehr als Dachgesellschaft: Die hier verkauften Fahrzeuge tragen die Namen MG und MAXUS, ein Auto mit dem Schriftzug SAIC gibt es im deutschen Handel nicht.
Wurzeln und Besitzverhältnisse
Die SAIC Motor Corporation Limited ist an der Börse in Shanghai notiert, die Mehrheit der Anteile liegt jedoch mittelbar bei der Stadt Shanghai, die über eine staatliche Vermögensverwaltung die Muttergesellschaft kontrolliert. Den Anfang machten Gemeinschaftsunternehmen mit ausländischen Herstellern: 1984 entstand eine Kooperation mit Volkswagen, 1997 folgte eine weitere mit General Motors. In dieser Zeit entstanden Werke und ein Zuliefernetz, die der Konzern später auch für die eigenen Marken nutzte. Eigene Marken kamen ab 2006 hinzu, als der Konzern aus dem Erbe der britischen Rover-Gruppe die Marke Roewe formte und wenig später über die Übernahme von Nanjing Automobile auch MG erhielt. Der Transporterhersteller LDV kam 2010 dazu und wurde später als MAXUS weitergeführt. Mit IM Motors, Rising Auto, Wuling und Baojun runden weitere Marken das Portfolio ab, die überwiegend auf den chinesischen Markt zielen.
Stellung im deutschen Markt
Der Auftritt in Deutschland läuft über zwei Schienen. Bei den Personenwagen steht MG, das ab 2019 in Westeuropa und wenig später auch hierzulande mit einem Händlernetz startete und britisches Markenerbe mit chinesischer Fertigung verbindet. Im Bereich der leichten Nutzfahrzeuge steht MAXUS, dessen Fahrzeuge über Importeure nach Deutschland kommen und vor allem elektrische Kastenwagen und Pick-ups umfassen. Beide Marken werden im Portal getrennt geführt, mit eigenen Modellseiten und eigenen Konditionen. Unter dem Konzernnamen selbst lässt sich dagegen kein Fahrzeug bestellen, weshalb SAIC Leasing Angebote in der Praxis immer Fahrzeuge einer der Konzernmarken meinen. Zur Ausfuhr nach Europa gehört zudem eine eigene Logistikkette bis hin zu Autotransportschiffen unter Konzernregie.
Was die Fahrzeuge technisch prägt
Der technische Kurs liegt auf elektrifizierten Antrieben und auf Baukastenplattformen, die mehrere Marken gemeinsam nutzen. Dazu zählen Architekturen für rein batterieelektrische Personenwagen ebenso wie Plattformen für Plug-in-Hybride und für leichte Nutzfahrzeuge, bei denen Verbrenner und Elektroantrieb auf derselben Basis angeboten werden. Bei den Speichern arbeitet der Konzern mit chinesischen Zellherstellern in Gemeinschaftsunternehmen zusammen und verfolgt sowohl Lithium-Eisenphosphat- als auch nickelhaltige Zellchemien. Ein weiteres Arbeitsfeld ist die Fahrzeugvernetzung: Betriebssysteme und Bedienoberflächen entstehen in Kooperation mit Technologieunternehmen aus dem Heimatmarkt. Für Europa kommt die Anpassung an hiesige Zulassungsvorschriften, Ladestandards und Anforderungen an Assistenzsysteme hinzu.
Das Markenportfolio im Überblick
Der Konzern bündelt mehrere Marken mit unterschiedlicher Ausrichtung:
- MG: Personenwagen, in Europa und in Deutschland im Handel
- MAXUS: leichte Nutzfahrzeuge und Pick-ups, in Deutschland über Importeure erhältlich
- Roewe: Personenwagen für den chinesischen Markt
- IM Motors: gehoben positionierte Elektrofahrzeuge, gemeinsam mit Partnern betrieben
- Wuling und Baojun: Kleinwagen und Nutzfahrzeuge aus einem Gemeinschaftsunternehmen
Für den deutschen Leasingmarkt sind davon die beiden erstgenannten Marken maßgeblich. Die übrigen Namen erscheinen hierzulande allenfalls in Berichten über den chinesischen Heimatmarkt, nicht in Preislisten oder Zulassungsstatistiken.
Angebote richtig einordnen
Da unter dem Konzernnamen keine eigene Baureihe läuft, führt der Weg zu konkreten Konditionen über die Markenseiten von MG und MAXUS. Dort gelten die gewohnten Größen: monatliche Rate, Laufzeit, Sonderzahlung, Freikilometer und der daraus errechnete Leasingfaktor, der die Rate ins Verhältnis zum Listenpreis setzt. Bei Importmarken lohnt zusätzlich der Blick auf Garantiedauer, Werkstattdichte in der Umgebung und Ersatzteilversorgung, da diese Punkte die Kosten während der Vertragslaufzeit beeinflussen. Bei elektrischen Modellen kommen Fragen zur Batteriegarantie und zur Ladeleistung hinzu, die sich zwischen den Baureihen unterscheiden. Wer die SAIC Leasing Angebote sichten möchte, findet die Fahrzeuge folglich unter MG für Personenwagen und unter MAXUS für Transporter; der Konzernname dient als Klammer, nicht als Typenschild.