Tesla Cybertruck: Produktion in Texas endet 2027

Veröffentlicht am 06.11.2026
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Tesla Cybertruck: Produktion in Texas endet 2027
Symbolbild – Mit KI erstelltes Bild

Tesla stellt die Produktion des Cybertruck ein. Wie Konzernchef Elon Musk am 6. November 2026 auf X ankündigte, soll die Fertigung des Elektro-Pick-ups in der Gigafactory Texas bei Austin etwa Mitte 2027 auslaufen. Die frei werdenden Kapazitäten sollen für den Ausbau der Produktion des Robotaxis Cybercab genutzt werden. Ob der Cybertruck in einem anderen Werk weitergebaut wird, ist offen. Hintergrund sind deutlich gesunkene Verkaufszahlen.

Musk verkündet das Aus auf X

„Tesla will be winding down production of the Cybertruck at Gigafactory Texas around the middle of next year“, schrieb Musk laut ComputerBase, also sinngemäß: Tesla werde die Produktion des Cybertruck um die Mitte des nächsten Jahres herunterfahren, um Platz für eine höhere Cybercab-Produktion zu schaffen. Musk sprach vom Ende einer Ära und bezeichnete den Pick-up als das beste Fahrzeug, das Tesla je gebaut habe. Die Cybertruck-Flotte werde noch lange auf den Straßen unterwegs sein. Eine Verlagerung in ein anderes Werk gilt als unwahrscheinlich, da in Austin die spezifischen Teile für das Modell gefertigt werden.

Verkaufszahlen weit unter den Erwartungen

Tesla weist den Cybertruck in seinen Zahlen nicht separat aus. Laut Schätzungen von Kelley Blue Book wurden in den USA im Jahr 2024 rund 38.965 Exemplare verkauft, 2025 waren es nur noch rund 20.237, ein Rückgang um 48,1%. Im dritten Quartal 2026 sanken die Verkäufe in der Kategorie „Andere Modelle“, zu der neben Model S und Model X auch der Cybertruck gehört, gegenüber dem Vorquartal um etwa ein Drittel auf knapp 8.300 Fahrzeuge. Vor dem Marktstart hatte Musk ein Ziel von 250.000 Fahrzeugen pro Jahr genannt. Zum Vergleich: Ford verkaufte laut ZDFheute allein im dritten Quartal mehr als 200.000 Pick-ups der F-Serie.

Holpriger Weg seit 2019

Vorgestellt wurde der Cybertruck im November 2019 in Los Angeles. Ursprünglich hatte Musk den Produktionsstart für Ende 2021 versprochen, die ersten Kunden erhielten ihre Fahrzeuge jedoch erst am 30. November 2023, rund 2 Jahre später als geplant. Seither gab es mehrere Rückrufe. Im April 2024 mussten 3.878 Fahrzeuge in die Werkstatt, weil sich die Abdeckung des Fahrpedals lösen und verklemmen konnte. Weitere Rückrufe betrafen unter anderem eine verzögerte Anzeige der Rückfahrkamera und eine Zierleiste an der Windschutzscheibe, die sich während der Fahrt lösen konnte. In Europa wurde der Cybertruck nie zugelassen, da seine scharfen Kanten die Vorgaben zum Fußgängerschutz nicht erfüllen.

Cybercab übernimmt die Fertigung

Das Robotaxi Cybercab ohne Lenkrad und Pedale gilt als Kernstück von Musks Plan, Tesla stärker auf autonomes Fahren auszurichten. Langfristig soll es nach Musks Vorstellung zum Volumenmodell werden. In Austin befindet sich das Cybercab bereits im kommerziellen Probebetrieb. Die US-Verkehrsbehörde NHTSA prüft allerdings, ob die Fahrzeuge die gesetzlichen Vorgaben erfüllen. Über die neue Inverter-Technik aus dem Cybercab, die auch ins Model 3 einfließen soll, berichteten wir bereits. „Der Cybertruck war eine großartige Plattform für technologische Entwicklungen und lebt nun im Cybercab weiter“, schrieb Cybertruck-Chefingenieur Wes Morrill auf X.

Reaktionen

Branchenkenner halten den Schritt für folgerichtig. Der frühere Aston-Martin-Chef Andy Palmer bezeichnete die Entscheidung angesichts der schwachen Verkäufe als logisch, die Bilanz von Tesla werde davon kaum beeinflusst. Branchenanalyst Felipe Munoz wies darauf hin, dass auch elektrische Pick-ups anderer Hersteller bei US-Kunden bislang wenig Anklang finden.

Einordnung

Mit dem Produktionsende verabschiedet sich Tesla von einem seiner auffälligsten, aber auch umstrittensten Modelle. Der Cybertruck blieb weit hinter den Erwartungen zurück und war vor allem ein Nischenprodukt für den US-Markt. Für Tesla ist der Schritt Teil einer Neuausrichtung, bei der Robotaxis und autonomes Fahren im Mittelpunkt stehen. Ob das Cybercab die hohen Erwartungen erfüllt, hängt nicht zuletzt von der Zulassung durch die Behörden ab.

Bedeutung fürs Leasing

Für Leasingkunden in Deutschland hat das Aus keine direkten Auswirkungen, da der Cybertruck hierzulande nie offiziell angeboten wurde. Die Modelle, die Tesla in Deutschland verkauft, sind von der Entscheidung nicht betroffen. Das Model Y wird weiterhin in Grünheide gebaut, das Model 3 kommt aus Shanghai. Wer Tesla Angebote vergleicht, kann sich daher wie gewohnt an den aktuellen Konditionen orientieren. Mittelfristig zeigt die Entscheidung aber, dass Tesla seine Ressourcen stärker auf Robotaxis und autonomes Fahren konzentriert. Technik aus dem Cybercab kann dabei auch in die Serienmodelle einfließen. Beim Vergleich von Leasing Angeboten im Elektro-Segment lohnt sich zudem ein Blick auf die wachsende Konkurrenz.

Quelle: heise online

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