E-Auto-Prämie: Viele Käufer fürchten leeren Fördertopf

Veröffentlicht am 05.11.2026
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E-Auto-Prämie: Viele Käufer fürchten leeren Fördertopf
Symbolbild

Trotz der Zusage aus Berlin machen sich viele Interessenten Sorgen um die E-Auto-Prämie. Das zeigt eine Umfrage des Autoportals Carwow unter mehr als 1.000 Nutzern. Demnach fühlen sich 39% der Befragten, für die ein Elektroauto infrage kommt und die die Förderung kennen, unter Zeitdruck, weil das Geld ausgehen könnte. Ebenso viele sorgen sich, dass die Mittel bald ausgeschöpft sein könnten. Dabei hat Bundesumweltminister Carsten Schneider zugesagt, dass die Förderung auch 2027 noch zur Verfügung steht.

Das zeigt die Umfrage

Für die Erhebung hat Carwow am 27. und 28. Oktober 2026 Nutzer seiner Plattform befragt. Ausgewertet wurden die Antworten von Personen, die ein reines Elektroauto in Betracht ziehen und die staatliche Förderung kennen. Laut Carwow verspüren 39% einen Zeitdruck beim Kauf, 10% sogar „auf jeden Fall“. Fast die Hälfte, nämlich 49%, fühlt sich dagegen nicht unter Druck gesetzt. Bei der Frage nach der Sorge um die Fördermittel zeigt sich ein ähnliches Bild: 39% machen sich große oder eher große Sorgen, 37% sorgen sich wenig oder gar nicht. Knapp ein Viertel der Befragten kann die Lage nicht einschätzen.

Informationsstand macht den Unterschied

Auffällig ist der Zusammenhang zwischen Wissen und Sorge. Unter den 467 Befragten, die sich gut über die Förderung informiert fühlen, sorgen sich 35% um die verfügbaren Mittel. Bei den 281 Befragten mit geringen Detailkenntnissen liegt der Anteil dagegen bei 46%. Je weniger Käufer über die Förderung wissen, desto größer ist offenbar die Unsicherheit. „Für Autokäufer zählt jedoch, ob zum Kaufzeitpunkt noch Fördermittel verfügbar sind und welche Bedingungen gelten“, sagte Philipp Sayler von Amende, Chef von Carwow Deutschland. Zu berücksichtigen ist dabei, dass es sich um eine Befragung unter den Nutzern eines Autoportals handelt, die nicht repräsentativ für alle Autokäufer ist.

Stand der Förderung

Für die E-Auto-Prämie stehen laut Bundesumweltministerium für die Jahre 2026 bis 2029 insgesamt 3 Milliarden € aus dem Klima- und Transformationsfonds zur Verfügung. Bis zum 1. Oktober 2026 wurden nach Angaben des BAFA rund 432 Millionen € ausgezahlt, also knapp 15% des Gesamtbudgets. Anfang Oktober waren bereits rund 100.000 Anträge bewilligt und ausgezahlt. Über diesen Meilenstein berichteten wir bereits. Ursprünglich hatte die Bundesregierung mit rund 800.000 geförderten Fahrzeugen bis 2029 gerechnet.

Schneiders Zusage

Bundesumweltminister Schneider geht davon aus, dass die Fördermittel trotz der hohen Nachfrage auch im kommenden Jahr reichen. Er kündigte an, frühzeitig zu informieren, sobald sich abzeichnet, wann der Topf voraussichtlich leer ist. Kurzfristige Änderungen am Programm hatte er ausgeschlossen. Über seine Zusage für 2027 berichteten wir bereits im Oktober. Wann genau die Mittel aufgebraucht sein könnten, ist offen und hängt vor allem davon ab, wie sich die Nachfrage nach Elektroautos weiter entwickelt.

So funktioniert die Prämie

Die E-Auto-Prämie richtet sich an private Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen. Gefördert werden reine Elektroautos mit einem Grundbetrag von 3.000€, je nach Einkommen und Zahl der Kinder sind bis zu 6.000€ möglich. Plug-in-Hybride erhalten geringere Beträge. Die Prämie wird nicht direkt beim Kauf gewährt, sondern muss nach der Zulassung digital beantragt werden. Die Einkommensgrenze liegt bei 80.000€ zu versteuerndem Haushaltseinkommen und steigt mit jedem Kind. Das Emblem „E-Prämie möglich“ bei Händlern bedeutet lediglich, dass ein Fahrzeug grundsätzlich infrage kommt, die persönlichen Voraussetzungen müssen zusätzlich erfüllt sein.

Einordnung

Die Umfrage zeigt, dass die Zusage der Bundesregierung bei vielen Interessenten noch nicht angekommen ist. Die Erfahrung mit dem abrupten Ende des Umweltbonus im Dezember 2023, als die Förderung praktisch über Nacht gestoppt wurde, dürfte die Skepsis zusätzlich verstärken. Viele Käufer hatten damals bereits bestellt und gingen am Ende leer aus. Nach dem bisherigen Auszahlungsstand ist das Budget aber noch weit von einer Ausschöpfung entfernt. Entscheidend für Käufer bleibt eine verlässliche und frühzeitige Information, wie sie Schneider angekündigt hat.

Bedeutung fürs Leasing

Die E-Auto-Prämie gilt nicht nur beim Kauf, sondern auch beim Leasing. In vielen Leasing Angeboten wird sie als Anzahlung berücksichtigt und senkt so die monatliche Rate. Wichtig ist, dass der Leasingvertrag ab Erstzulassung mindestens 36 Monate läuft. Vor Vertragsabschluss sollte geprüft werden, ob das gewünschte Modell förderfähig ist und die eigenen Einkommensvoraussetzungen erfüllt sind. Zeitdruck ist nach aktuellem Stand nicht nötig, ein Vergleich verschiedener Angebote lohnt sich dennoch.

Quelle: Carwow

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