MG unter Verdacht: Spioniert das E-Auto?
Ein Elektroauto der chinesischen Marke MG steht im Verdacht, ein Daten-Spion zu sein – bewiesen ist das allerdings nicht. Auslöser ist eine Software namens Teardroid, die in einer Lizenzliste des MG-Mutterkonzerns SAIC auftauchte. Sie wird von Microsoft als IT-Sicherheitsbedrohung eingestuft und könnte theoretisch wie ein Trojaner Geräte und Daten heimlich übernehmen. Ob die Software in Serienfahrzeugen aber tatsächlich aktiv ist und Daten überträgt, ist bislang offen. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) und weitere Behörden prüfen den Fall.
So kam der Verdacht ans Licht
Der Stein kam durch einen Rechtsstreit ins Rollen. Ein IT-Anwalt aus Würzburg verklagte den deutschen MG-Importeur, weil das Unternehmen die Nutzung von Open-Source-Software nicht ausreichend offengelegt habe. Im Zuge des Verfahrens legte SAIC eine 201 Seiten lange Lizenzliste vor – und ausgerechnet auf Seite 36 findet sich der Eintrag zu Teardroid. Diese Software gilt als potenzielles Einfallstor, weil sie im schlimmsten Fall einen Fernzugriff auf Geräte ermöglichen könnte. Genau dieser Fund nährt nun die Sorge vor unerwünschtem Datenabfluss.
Was bewiesen ist – und was nicht
Wichtig für die Einordnung: Zwischen einem Listeneintrag und einer echten Spionage liegt eine große Lücke. Der bloße Eintrag in einer Lizenzliste beweist nicht, dass die Software in den Autos aktiv genutzt wird. Unklar ist, ob und in wie vielen MG-Modellen Teardroid überhaupt verbaut wurde. Ebenso wenig gibt es einen Nachweis, dass tatsächlich Daten nach China übertragen werden – denkbar sind auch harmlose Zwecke wie Diagnose oder Fernwartung. Selbst der klagende Anwalt formuliert vorsichtig: Man wisse nicht, ob Peking jedes Telefonat im Auto mithöre, es erscheine aber möglich.
Behörden schauen genau hin
Der Fall wird auf mehreren Ebenen untersucht. Das Kraftfahrt-Bundesamt zerlegt die Software des MG4, um sich ein eigenes Bild zu machen. Parallel prüfen die Zentralstelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich und der Verfassungsschutz chinesische Fahrzeuge ganz grundsätzlich. Die Sicherheitsbehörden vermuten eine mögliche Datensammlung und Übermittlung ins Ausland, haben dazu aber noch keine Ergebnisse veröffentlicht. Solange diese Prüfungen laufen, bleibt vieles Verdacht und Momentaufnahme statt gesicherter Befund.
Das sagt MG
Der Hersteller selbst hält sich mit Blick auf das laufende Verfahren bedeckt. MG Deutschland erklärte lediglich, man nehme das Thema „sehr ernst", verzichtete aber auf technische Details. Neben der Spionage-Frage steht dabei ein zweites Risiko im Raum: Sollten sich Lizenzverstöße bestätigen, könnten gebrauchte MG-Modelle schwer verkäuflich werden, weil künftige Besitzer rechtliche Auseinandersetzungen fürchten müssten. Das Gerichtsverfahren in München wird im Oktober 2026 fortgesetzt.
Teil einer größeren Debatte
Der Vorgang trifft einen ohnehin sensiblen Nerv. In mehreren westlichen Ländern wächst die Skepsis gegenüber vernetzten Autos aus China: In Großbritannien schränken Sicherheitsfirmen die Kopplung von Smartphones mit solchen Fahrzeugen ein, in Polen sind sie in sensiblen Einrichtungen wie Kasernen untersagt. Zugleich ist MG in Deutschland erfolgreich und verkaufte im 1. Halbjahr 2026 rund 16.000 Fahrzeuge; der MG4 zählte zeitweise zu den meistverkauften Elektroautos. Die Debatte zeigt das Spannungsfeld zwischen günstigen, beliebten Modellen und offenen Fragen zur Datensicherheit.
Bedeutung fürs Leasing
Für Interessenten besteht derzeit kein Grund zur Panik, da nichts bewiesen ist und die Prüfungen noch laufen. Wer Wert auf Datenschutz legt, kann sich aber vor Vertragsabschluss über die Datenverarbeitung des jeweiligen Modells informieren und die vernetzten Dienste bewusst konfigurieren. Beim Vergleich verschiedener Angebote lohnt sich generell der Blick auf Ausstattung, Garantie und – gerade bei jungen Marken – die zu erwartende Wertentwicklung. Wer die passenden Leasing Deals sucht, sollte neben der monatlichen Rate auch Laufzeit, Inklusivkilometer und den Restwert berücksichtigen. Beim Leasing trägt in der Regel der Anbieter das Restwertrisiko, was in einer unsicheren Lage ein Vorteil gegenüber dem Kauf sein kann.

