E-Auto: kommen bald neue Abgaben?

Veröffentlicht am 25.08.2026
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E-Auto: kommen bald neue Abgaben?

Elektroautos gelten als steuerlich begünstigt – doch dieser Vorteil könnte auf Dauer bröckeln. Weil mit dem Hochlauf der E-Mobilität die Einnahmen aus der Energiesteuer auf Benzin und Diesel sinken, wird über neue Abgaben für E-Auto-Fahrer diskutiert. Im Gespräch sind vor allem eine kilometerabhängige Gebühr oder eine stärkere Belastung des Ladestroms. Eine verbindliche Entscheidung der Bundesregierung gibt es bislang nicht – das Thema gewinnt aber an Fahrt, auch mit Blick auf Vorbilder im Ausland.

Darum geht es

Der Kern des Problems ist die Finanzierung des Staates. Über Jahrzehnte war die Kraftstoffsteuer eine verlässliche Einnahmequelle: 2003 machte die Energiesteuer noch rund ein Zehntel der deutschen Steuereinnahmen aus, heute sind es weniger als 4%. Wer elektrisch fährt, trägt bisher kaum dazu bei. Ein E-Auto-Halter zahlt beim Laden nur etwa 50€ Stromsteuer im Jahr, während bei Benzin und Diesel Energiesteuer, CO₂-Abgabe und weitere Posten zusammen rund 50 bis 55% des Spritpreises ausmachen. Je mehr Verbrenner verschwinden, desto größer wird diese Lücke.

Das „500-Milliarden-Loch"

In der Debatte kursiert eine große Zahl: Eine Modellrechnung des Umweltbundesamts und von Wirtschaftsberatern beziffert den kumulierten Einnahmeausfall auf rund 500 Milliarden € über 25 Jahre, sollte die Elektrifizierung vollständig gelingen. Wichtig zur Einordnung: Eine öffentlich einsehbare Originalberechnung dazu liegt nicht vor, weshalb der Wert nicht als gesicherte Prognose behandelt werden sollte. Er verdeutlicht aber die Größenordnung, um die es geht – und warum überhaupt über einen Ersatz für die wegfallenden Einnahmen nachgedacht wird.

Die diskutierten Modelle

Als Lösung bringt das Umweltbundesamt eine leistungsabhängige Pkw-Maut ins Spiel. Ein dazu in Auftrag gegebenes Gutachten schlägt einen Einstieg bei 1 Cent je Kilometer ab 2030 vor, der bis 2033 auf 4,3 Cent steigen soll. Nach Einschätzung der Behörde ließe sich damit die Straßeninfrastruktur vollständig über die Nutzer finanzieren. Alternativ oder ergänzend wird eine höhere Besteuerung des Ladestroms erwogen. Beide Wege liefen darauf hinaus, dass E-Auto-Fahrer künftig stärker zur Kasse gebeten würden als heute.

Vorbilder im Ausland

Andere Länder sind bereits weiter. Großbritannien führt zum 1. April 2028 eine streckenabhängige Abgabe speziell für Elektroautos ein, Island besteuert schon seit Anfang 2026 alle Fahrzeuge nach gefahrenen Kilometern:

Land Start Abgabe
Großbritannien 1. April 2028 3 Pence je Meile (E-Auto), 1,5 Pence (Plug-in-Hybrid)
Island seit 1. Januar 2026 Kilometergebühr nach Gewicht (6,95 Kronen/km für Pkw)
Deutschland offen Vorschlag: 1 Cent/km ab 2030, bis 4,3 Cent ab 2033

Kilometerabhängige Abgaben im Vergleich. Quelle: Behörden-/Herstellerangaben, Stand August 2026.

Die Gegenposition

Kritiker warnen jedoch vor voreiligen Schritten. Neue Abgaben könnten den Umstieg auf klimafreundliche Antriebe ausbremsen, gerade jetzt, wo die E-Mobilität an Fahrt gewinnt. Das Bundesverkehrsministerium betont denn auch, es habe derzeit keine Pläne für eine gesonderte Straßensteuer für Elektroautos. Im Gegenteil fördert der Bund den Umstieg weiterhin über Kaufprämie und die Kfz-Steuerbefreiung, die für reine Elektroautos noch bis Ende 2035 gilt. Befürworter halten dagegen, dass eine faire Beteiligung an den Straßenkosten langfristig unvermeidlich sei – unabhängig vom Antrieb. Zwischen diesen Polen bewegt sich die Debatte.

Bedeutung fürs Leasing

Für Interessenten bleibt zunächst alles beim Alten: Aktuell drohen keine neuen Abgaben, und die bestehenden Steuervorteile für Elektroautos gelten weiter. Wer heute ein E-Auto least, sollte die politische Diskussion aber im Blick behalten, da sich die Rahmenbedingungen über eine mehrjährige Vertragslaufzeit ändern könnten. Beim Vergleich verschiedener Leasing Angebote lohnt sich der Blick auf die Gesamtkosten inklusive Steuer und Förderung. Wer die passenden Leasing Deals sucht, sollte neben der monatlichen Rate auch Laufzeit, Inklusivkilometer und den aktuellen Anspruch auf die E-Auto-Prämie berücksichtigen. Kurzfristig überwiegen die Vorteile klar – wie es langfristig weitergeht, entscheidet die Politik.

Quelle: FOCUS online
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