GWM steht für Great Wall Motor, einen der größten privatwirtschaftlich geführten Fahrzeughersteller Chinas. In Europa tritt der Konzern nicht mit einer einzelnen Modellreihe an, sondern als Dach über mehreren Submarken: ORA steht für batterieelektrische Fahrzeuge, WEY für aufwendig ausgestattete Plug-in-Hybride, HAVAL für Sport Utility Vehicles im Volumensegment. Für den deutschen Markt ergibt sich daraus eine ungewöhnlich breite Aufstellung schon in der Anfangsphase – vom kompakten Stromer bis zum großen Hybrid-SUV.
Herkunft und Eigentümerstruktur
Die Wurzeln des Unternehmens liegen in Baoding in der Provinz Hebei, wo der Vorläuferbetrieb 1984 gegründet wurde und zunächst Fahrzeuge umbaute. 1990 übernahm Wei Jianjun die Leitung und richtete das Geschäft auf einfache Nutzfahrzeuge aus, 1996 verließ der erste eigene Pick-up das Werk. Aus diesem Kern entwickelte sich ein Konzern, der an den Börsen in Hongkong und Shanghai notiert ist und über eine Holding weiterhin stark aus dem Gründerumfeld heraus kontrolliert wird. Anders als etliche chinesische Wettbewerber ist GWM damit kein Staatsbetrieb, sondern ein privat geprägter Hersteller, dessen Modellstrategie über Jahrzehnte aus dem Pick-up- und SUV-Geschäft gewachsen ist. Die Submarken kamen erst später hinzu: HAVAL bündelt seit 2013 die SUV-Baureihen, WEY wurde 2016 als gehobene Linie vorgestellt und trägt in latinisierter Form den Familiennamen des Gründers, ORA startete 2018 als rein elektrische Marke.
Positionierung in Deutschland
Der Auftritt in Deutschland begann 2023 mit den Submarken ORA und WEY, HAVAL folgte später als dritte Säule. Der Vertrieb läuft über einen Importeur, der mit unabhängigen Händlergruppen zusammenarbeitet – das Netz ist damit jünger und weitmaschiger als bei etablierten Volumenmarken, wächst aber mit jeder zusätzlichen Baureihe. Preislich ordnet sich GWM konsequent unterhalb vergleichbarer europäischer, koreanischer und japanischer Angebote ein und verbindet das mit umfangreicher Serienausstattung: Assistenzsysteme, Rundumkameras, beheizbare Sitze und große Bildschirme gehören meist schon zur Einstiegslinie, während die Aufpreisliste bewusst kurz gehalten ist. Für Europa wurde außerdem die Nomenklatur vereinheitlicht. Frühere Bezeichnungen wie Funky Cat oder Coffee sind Kürzeln aus Submarke und Zahl gewichen, was die Zuordnung in Angebotslisten erleichtert, bei älteren Fahrzeugen aber gelegentlich für zwei Namen desselben Autos sorgt.
Technischer Schwerpunkt
Technisch verfolgt der Konzern eine bewusst offene Linie und legt sich nicht auf eine einzige Antriebsart fest. Neben reinen Elektroautos stehen Vollhybride, Plug-in-Hybride und klassische Turbobenziner im Programm, teils innerhalb derselben Baureihe. Kern der elektrifizierten Modelle sind eigenentwickelte Hybridgetriebe, die Verbrenner und Elektromotor über mehrere Betriebsmodi verknüpfen, sowie Allradkonzepte, bei denen die Hinterachse von einem separaten Elektromotor angetrieben wird und keine mechanische Verbindung zur Vorderachse nötig ist. Auffällig ist der Zuschnitt der Plug-in-Hybride: Diese erhalten spürbar größere Batterien, als es im jeweiligen Segment üblich ist, und lassen sich anders als viele Wettbewerber auch an Gleichstromsäulen laden. Bei den Zellen greift der Konzern auf eine eigene Batterietochter zurück, die sowohl Lithium-Eisenphosphat-Chemien als auch kobaltarme Zellformate entwickelt.
Die Modellpalette im Überblick
Das Angebot gliedert sich klar nach Submarken. Unter ORA laufen die elektrischen Baureihen: der kompakte ORA 03 mit betont eigenständiger Formensprache, die viertürige Fließheck-Limousine ORA 07 und der ORA 5, der die Marke erstmals ins SUV-Format führt und dort zusätzlich mit Verbrenner und Vollhybrid antritt. WEY besetzt das gehobene Segment mit zwei Plug-in-Hybrid-SUV, dem mittelgroßen WEY 03 und dem längeren, üppiger ausgestatteten WEY 05. HAVAL zielt auf das Volumensegment und deckt mit dem Kompakt-SUV Jolion Pro sowie dem eine Klasse darüber angesiedelten H6 die nachfragestärksten SUV-Formate ab. Weitere Submarken des Konzerns, etwa die Geländewagenlinie Tank oder das Pick-up-Programm, sind international präsent, spielen im deutschen Angebot bislang aber keine tragende Rolle.
Worauf sich beim Leasingvergleich achten lässt
Weil die Baureihen technisch so unterschiedlich ausfallen, führt der Blick auf das Gesamtpaket weiter als der auf die reine Monatsrate. Wer überwiegend kurze Strecken zurücklegt und zu Hause laden kann, kommt bei den ORA-Modellen zur einfacheren Rechnung, während lange Etappen ohne Ladepause eher für die Hybride von WEY und HAVAL sprechen. Nützlich ist zudem, dass sich die Ausstattung kaum konfigurieren lässt: Vergleichbar sind vor allem Linie, Laufzeit und Kilometerpaket.
- Laufzeit und Freikilometer im Verhältnis zur tatsächlichen Fahrleistung
- Leasingfaktor, der die Rate ins Verhältnis zum Listenpreis setzt
- Einmalkosten wie Sonderzahlung, Überführung und Zulassung
- Ausstattungslinie, da sich die Linien im Umfang deutlich unterscheiden
- Erreichbarkeit von Service und Werkstatt am eigenen Wohnort
Einordnung im Leasingvergleich
Weil GWM in Deutschland über drei Produktlinien mit unterschiedlichem Zuschnitt auftritt, lohnt der Vergleich quer durch das Programm. Die GWM Leasing Angebote reichen vom kompakten Elektroauto bis zum größeren Hybrid-SUV, die Raten fallen entsprechend unterschiedlich aus. Ein Blick auf den Leasingfaktor ordnet die Leasing Angebote unabhängig von der Fahrzeugklasse ein.