Der ORA 07 war nach dem kompakten Einstiegsmodell die zweite Baureihe, mit der die Elektromarke ORA in Deutschland antrat – und zugleich ein deutlicher Sprung nach oben, was Format, Anspruch und Auftritt angeht. In China wurde das Modell als Lightning Cat geführt, für Europa gilt die Kombination aus Submarke und Zahl. Angeboten wurde eine viertürige Limousine mit Fließheck, die sich optisch weit aus dem Fenster lehnt und sich damit bewusst von der zurückhaltenden Gestaltung vieler Elektrolimousinen abgrenzt.
Wo die Baureihe steht
Der ORA 07 besetzt im Programm die Rolle des Aushängeschilds: die größte, aufwendigste und am stärksten motorisierte Baureihe der Elektromarke. Verglichen wurde sie in Fachmedien regelmäßig mit elektrischen Mittelklasse- und Oberklasselimousinen europäischer und koreanischer Herkunft, wobei sich der ORA 07 preislich darunter positionierte. Die Baureihe wurde über einen vergleichsweise kurzen Zeitraum angeboten, was bei Leasingangeboten eine Rolle spielt: Häufig handelt es sich um bereits gebaute Fahrzeuge aus dem Bestand statt um frei konfigurierbare Neubestellungen. Das schränkt die Auswahl bei Farbe und Linie ein, verkürzt im Gegenzug aber die Lieferzeit erheblich. Wer ein auffälliges Elektroauto abseits der gängigen Modelle sucht, findet in dieser Baureihe entsprechend eine Nische.
Silhouette und Abmessungen
Mit knapp 4,9 Metern Länge und einem sehr langen Radstand gehört die Limousine zu den ausgewachsenen Vertretern ihrer Klasse. Die Silhouette wird von einer weit nach hinten gezogenen Dachlinie bestimmt, die in ein stark geneigtes Heck übergeht – eine Formensprache, die in Tests häufig mit klassischen Gran-Turismo-Karosserien in Verbindung gebracht wurde. Die Fronthaube ist lang und flach gehalten, die Scheinwerfer sind rund ausgeführt und greifen das Markenmotiv der kleineren Baureihe auf, während Türgriffe und Flanken glattflächig gestaltet sind. Trotz Fließheck öffnet nicht die gesamte Heckpartie, sondern ein separater Kofferraumdeckel, was das Beladen sperriger Gegenstände begrenzt. Der Rauminhalt fällt gemessen an der Fahrzeuglänge zurückhaltend aus, weil die flache Linienführung Höhe kostet; unter der vorderen Haube gibt es keinen zusätzlichen Stauraum.
Antriebsvarianten
Angeboten wurde die Baureihe rein elektrisch in zwei Ausbaustufen. Die Basisvarianten arbeiten mit einem einzelnen Elektromotor und der kleineren Batterie, während die Topversion mit dem Kürzel GT einen zweiten Motor an der anderen Achse und damit Allradantrieb sowie die größere Batterie erhält. Diese Zweiteilung betrifft nicht nur Fahrleistungen und Reichweite, sondern auch Räder, Fahrwerksabstimmung, Bremsanlage und Ausstattungsumfang, weshalb sich die Versionen im Fahreindruck deutlich unterscheiden. Die Ladeleistung an Gleichstrom liegt eher im Mittelfeld des Segments, weshalb die Baureihe ihre Stärken auf gleichmäßigen Etappen mit planbaren Ladepausen ausspielt statt bei häufigem Schnellladen. Ein Verbrenner oder Hybrid stand für dieses Modell nie zur Wahl, ebenso wenig eine Kombi- oder SUV-Variante.
Raumgefühl und Praxis
Im Innenraum fällt die scheinbar frei schwebende Mittelkonsole auf, unter der zusätzliche Ablagefläche entsteht. Der lange Radstand sorgt für viel Beinfreiheit im Fond, während die abfallende Dachlinie die Kopffreiheit hinten begrenzt – groß gewachsene Passagiere spüren das auf längeren Fahrten. Vorn ist das Platzangebot großzügig, die Sitze sind je nach Linie beheiz-, belüft- und massierbar, dazu kommen ein großer Zentralbildschirm und ein optionales Glasdach. Als Einsatzprofil ergibt sich daraus die komfortable Langstreckenlimousine für zwei bis vier Personen, etwa im Außendienst, als ruhiges Reisefahrzeug oder als repräsentativer Wagen mit geringem Geräuschniveau. Für Transportaufgaben, hohe Zuladung, Dachlasten oder Anhängerbetrieb ist die Karosserieform dagegen wenig geeignet.
Hinweise zum Leasing
Da die Baureihe nicht mehr fortlaufend produziert wird, stammen viele Angebote aus vorhandenen Beständen. Solche Fahrzeuge stehen häufig kurzfristig zur Verfügung und werden mit deutlichen Nachlässen kalkuliert, was den Leasingfaktor drücken kann. Im Gegenzug ist die Auswahl fest vorgegeben, sodass sich der Vergleich vor allem auf Linie, Batteriegröße und Antriebsvariante konzentriert. Zwischen der einmotorigen Version und der Allradvariante liegt beim Listenpreis eine erhebliche Spanne, die sich in der Rate widerspiegelt und einen direkten Vergleich beider Versionen wenig sinnvoll macht. Sinnvoll ist zudem ein Blick auf das Kilometerpaket, denn eine Limousine dieses Zuschnitts wird meist überdurchschnittlich bewegt, und Nachzahlungen für Mehrkilometer schlagen am Vertragsende schnell durch. Bei Fahrzeugen aus dem Bestand lohnt außerdem die Frage nach dem Zulassungsdatum, weil Standzeit und Garantiebeginn die Restlaufzeit der Herstellergarantie beeinflussen.