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Tesla: Notfall-Funktion erlaubt Flucht vom Supercharger

Veröffentlicht am 02.10.2026
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Tesla: Notfall-Funktion erlaubt Flucht vom Supercharger
Symbolbild

Tesla hat eine neue Sicherheitsfunktion eingeführt, mit der Fahrer in einer gefährlichen Situation von einem Supercharger wegfahren können, obwohl das Ladekabel noch steckt. Die Funktion heißt „Emergency Drive Away" und kommt mit dem Software-Update 2026.38.3. Vorerst ist sie nur in den USA verfügbar. Tesla macht zugleich deutlich, dass es sich um eine reine Notfalllösung handelt: Beim Einsatz werden Fahrzeug und Ladesäule beschädigt. Hintergrund ist eine tödliche Schießerei an einem Supercharger im US-Bundesstaat Idaho.

So funktioniert die Notfall-Funktion

Normalerweise verriegelt ein Elektroauto das Ladekabel während des Ladevorgangs und lässt sich erst bewegen, wenn der Stecker gezogen ist. Mit der neuen Funktion kann der Fahrer im Notfall trotzdem den Fahrmodus einlegen. Daraufhin erscheint auf dem Bildschirm eine Abfrage, die der Fahrer bei gedrückter Bremse bestätigen muss. Anschließend fährt das Auto los, und Kabel und Stecker werden gewaltsam vom Fahrzeug bzw. von der Ladesäule getrennt. Laut Tesla funktioniert das an allen Superchargern in den USA ohne neue Hardware. Ausgenommen sind nach Angaben von Drive Tesla Canada und Electrek die Modelle S und X, die vor 2021 gebaut wurden. Angekündigt hat das Lade-Team von Tesla die Funktion über die Plattform X.

Warum es die Funktion braucht

Bisher gab es kaum eine Möglichkeit, einen laufenden Ladevorgang in Sekunden zu beenden, ohne das Auto zu verlassen. Zwar lässt sich das Laden über den Bildschirm oder die App stoppen, das Entriegeln des Steckers und das Abziehen des Kabels erfordern aber in der Regel, dass jemand aussteigt. Viele Tesla-Modelle verfügen zudem über eine mechanische Notentriegelung der Ladebuchse, die jedoch ebenfalls von außen bzw. über den Kofferraum bedient werden muss. In einer Bedrohungslage ist genau das Aussteigen das Problem. Die neue Funktion soll diese Lücke schließen.

Schäden und Kosten

Tesla verschweigt die Folgen nicht: Die Nutzung der Funktion beschädigt das Fahrzeug und den Supercharger. Nach einer Aussage von Tesla, die teslamag zitiert, können die Kosten für Elektrik und Bauarbeiten an der Ladestation je nach Standort bis zu 25.000 US-Dollar betragen. Am Fahrzeug ist anschließend ein Werkstatttermin für die Ladebuchse Pflicht. Um Missbrauch zu verhindern, zeichnet das Auto den Vorfall nach Angaben von Drive Tesla Canada auf und übermittelt die Aufnahmen an Tesla. Wer die Funktion absichtlich ohne Notlage nutzt, muss laut Tesla mit zusätzlichen Konsequenzen rechnen, die der Hersteller nicht näher beschrieben hat.

Der Anlass

Auslöser für die Entwicklung war offenbar eine Schießerei am 1. August 2026 in Twin Falls im US-Bundesstaat Idaho. Ein Schütze eröffnete dort in der Nähe eines Schnellrestaurants und eines angrenzenden Superchargers das Feuer. Dabei wurden mehrere Menschen getötet und verletzt, darunter nach Medienberichten ein Fahrer, der in seinem ladenden Tesla saß. Die Angaben zur genauen Zahl der Opfer unterscheiden sich in den Berichten. Nach dem Vorfall forderten Tesla-Fahrer eine Möglichkeit, eine Ladestation im Notfall schnell verlassen zu können. Electrek erinnert zudem an eine tödliche Schießerei an einem Supercharger in Colorado im Jahr 2023.

Alternative Lösungen

Für Fahrer, die schon vor dem Update eine Notfalllösung wollten, gibt es Zubehör von Drittanbietern. Laut teslamag bietet etwa der Hersteller EVject einen Adapter für rund 290 US-Dollar an, der sich an kompatiblen Ladestationen bei Zug relativ leicht löst. Ein solcher Adapter kann helfen, Schäden an Fahrzeug und Ladesäule zu vermeiden, setzt aber voraus, dass er vor dem Laden eingesetzt wird.

Einordnung

Die Funktion ist eine Reaktion auf ein sehr seltenes, aber dramatisches Risiko. Die Funktion verschafft Fahrern in einer Notlage eine zusätzliche Option, nimmt dafür aber bewusst Schäden in Kauf. Dass Tesla den Einsatz protokolliert und Missbrauch sanktionieren will, soll verhindern, dass Ladestationen ohne Grund beschädigt werden. Ob und wann die Funktion nach Europa kommt, ist offen. Hier gelten andere Zulassungs- und Sicherheitsvorschriften, zudem ist die Sicherheitslage an Ladestationen eine andere.

Bedeutung fürs Leasing

Für Leasingkunden ist die Funktion in Deutschland derzeit nicht relevant, da sie nur in den USA verfügbar ist. Grundsätzlich zeigt der Fall aber, dass bei Leasingfahrzeugen auch die Frage wichtig ist, wer bei Schäden haftet. Schäden an Ladebuchse oder Ladeinfrastruktur sind beim Leasing in der Regel Sache des Leasingnehmers bzw. seiner Versicherung. Wer Tesla Angebote oder allgemein Leasing Angebote für ein Elektroauto prüft, sollte daher auf den Versicherungsschutz achten, etwa ob eine Vollkasko-Versicherung auch Schäden durch Notfallsituationen abdeckt. Die Details regeln Leasingvertrag und Versicherungsbedingungen.

Quelle: teslamag.de

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