Geely: Neue Batterie lädt in unter 5 Minuten
Der chinesische Autokonzern Geely hat eine neue Batterie vorgestellt, die extrem schnell laden soll. In einer Demonstration erreichte der Akku nach Unternehmensangaben 70% Ladung in nur 4 Minuten und 30 Sekunden. Möglich macht das eine sehr hohe Laderate von 12C bei normaler Temperatur, kombiniert mit einer entsprechend starken Ladeinfrastruktur. Damit will Geely zeigen, dass sich die Ladezeit von Elektroautos drastisch verkürzen lässt. Die genannten Werte stammen aus einer Vorführung des Herstellers und sind daher als Bestwerte unter günstigen Bedingungen einzuordnen, nicht zwingend als Alltagswerte.
Was die Batterie leisten soll
Die Kennzahlen der Vorführung sind beeindruckend. Neben den 70% in 4 Minuten und 30 Sekunden lud die Batterie in einer weiteren Demonstration von 10 auf 97% in 8 Minuten und 40 Sekunden. Die Spitzenladeleistung lag dabei bei rund 1.064 kW, also weit über dem, was heutige Schnelllader üblicherweise bieten. Neben der schnellsten Variante mit 12C nennt Geely auch eine etwas langsamere 6C-Version für die Mittelklasse, die 70% in 8 Minuten und 25 Sekunden erreichen soll. Gezeigt wurde die Technik am Modell Lynk & Co 10, das zum Geely-Konzern gehört. Der Hersteller bezeichnet die Lösung als die schnellste weltweit verfügbare für den Massenmarkt und stellt sich damit unter anderem gegen die Schnelllade-Technik des Konkurrenten BYD.
Die technischen Daten
Hinter den kurzen Ladezeiten steckt eine Reihe technischer Verbesserungen. Die Energiedichte gibt Geely mit 192 Wh/kg an, zudem soll der Innenwiderstand der Zelle um rund 30% gegenüber der Vorgängergeneration gesunken sein. Auch beim Temperaturmanagement verspricht der Hersteller eine Verbesserung von etwa 10%. Zum Einsatz kommt ein durchgängiges Kühlsystem, das gleich mehrere Punkte von der Batterie über das Kabel bis zum Stecker einbezieht und per Software optimiert wird. Ein gutes Temperaturmanagement ist bei so hohen Ladeleistungen entscheidend, weil beim schnellen Laden viel Wärme entsteht, die abgeführt werden muss. Nur so lassen sich hohe Ladeleistungen sicher und ohne vorzeitige Alterung der Zellen erreichen. Ein niedrigerer Innenwiderstand hilft zusätzlich, weil dabei weniger Verlustwärme entsteht und die Zelle den hohen Ladestrom besser verkraftet.
Die passende Ladeinfrastruktur
So schnell wie in der Vorführung lädt die Batterie nur an einem entsprechend starken Lader. Geely nennt dafür Ladestationen, die mehr als 2.200 kW pro Anschluss liefern können, bei einer Spannung von 1.500 Volt und einer Stromstärke von 1.500 Ampere. Solche Werte liegen weit über dem, was das heutige öffentliche Ladenetz in Europa bietet, wo Schnelllader meist im Bereich von einigen Hundert Kilowatt arbeiten. Damit die Batterie ihr volles Tempo ausspielen kann, müsste also erst die passende Infrastruktur aufgebaut werden. Das relativiert die Rekordwerte für den europäischen Alltag deutlich, zeigt aber, wohin die technische Entwicklung geht. Die Batterietechnik selbst ist damit der Ladeinfrastruktur teils voraus.
Einordnung
Die Ankündigung ist technisch bemerkenswert, sollte aber mit der nötigen Vorsicht gelesen werden. Die genannten Ladezeiten stammen aus Vorführungen unter günstigen Bedingungen und lassen sich im Alltag nur erreichen, wenn Fahrzeug, Batterie und Ladesäule perfekt zusammenspielen. Im heutigen europäischen Ladenetz sind Ladeleistungen von über 1.000 kW praktisch noch nicht verfügbar, sodass die Rekordwerte vorerst theoretischer Natur bleiben. Dennoch zeigt die Entwicklung, dass sich beim Schnellladen viel bewegt und die Ladezeit als eines der größten Hemmnisse der Elektromobilität weiter schrumpfen könnte. Der Wettbewerb zwischen den Herstellern und Zulieferern treibt diese Entwicklung zusätzlich an. Ob und wann die Technik in Europa breit verfügbar ist, hängt maßgeblich vom Ausbau passender Schnelllader ab. Klar ist, dass chinesische Hersteller bei der Batterietechnik derzeit ein hohes Tempo vorlegen.
Bedeutung fürs Leasing
Für Leasinginteressenten ist die Ladegeschwindigkeit ein zunehmend wichtiges Kriterium. Je kürzer die Ladezeit, desto alltagstauglicher wird ein Elektroauto, gerade für Menschen ohne eigene Lademöglichkeit zu Hause. Wer heute Leasing Angebote für ein Elektroauto prüft, sollte allerdings auf die real nutzbare Ladeleistung achten, denn Rekordwerte aus Vorführungen sagen wenig über den Alltag aus, solange die passende Infrastruktur fehlt. Entscheidend ist, wie schnell ein Fahrzeug an den heute üblichen Schnellladern lädt. Da sich die Technik rasant weiterentwickelt, kann es sinnvoll sein, bei längeren Leasinglaufzeiten auf zukunftsfähige Standards wie hohe Ladeleistung und moderne Batterietechnik zu achten. Das kann den Restwert stützen und das Fahrzeug über die Laufzeit attraktiver machen. Bei der Auswahl konkreter Leasing Deals bleibt der Blick auf reale Reichweite, Ladeleistung und Verfügbarkeit von Schnellladern wichtiger als spektakuläre Laborwerte. Die Entwicklung zeigt aber, dass sich das Laden künftig deutlich schneller gestalten könnte.
Quelle: n-tv





