BMW-Rückruf: Brandgefahr durch den Starter
BMW ruft mehrere Baureihen in die Werkstätten zurück, weil ein Defekt am Starter im schlimmsten Fall zu einem Fahrzeugbrand führen kann. Betroffen sind weltweit 189.130 Fahrzeuge, davon 5.788 in Deutschland. Es handelt sich um einen sicherheitsrelevanten Rückruf, der über das Kraftfahrt-Bundesamt läuft. Halter der genannten Modelle sollten prüfen lassen, ob ihr Auto dabei ist, und den Termin in der Werkstatt nicht aufschieben. Verletzte oder Sachschäden sind im Zusammenhang mit dem Problem bislang nicht bekannt, dennoch stuft BMW den Mangel als ernst ein.
Das ist der Defekt
Auslöser des Rückrufs ist ein Bauteil im Starter, das nicht ausreichend gegen eindringendes Wasser geschützt ist. Gelangt Feuchtigkeit in das Starterrelais, kann dort mit der Zeit Korrosion entstehen. In der Folge droht ein Kurzschluss und im schlimmsten Fall ein Fahrzeugbrand. Ein solches Risiko besteht grundsätzlich auch im geparkten Zustand, weshalb der Hersteller zügiges Handeln empfiehlt. Der Mangel entsteht schleichend, ist also von außen kaum zu erkennen, und lässt sich nur durch den Austausch des betroffenen Bauteils sicher beheben. Warnzeichen wie Startprobleme oder ein ungewöhnlicher Geruch können auf ein Problem hindeuten, ihr Fehlen ist aber keine Entwarnung. Weil Korrosion Zeit braucht, steigt das Risiko tendenziell mit dem Alter und der Nutzung des Fahrzeugs sowie mit der Feuchtigkeitsbelastung, etwa durch häufiges Parken im Freien.
Diese Modelle sind betroffen
Der Rückruf betrifft die BMW 3er-, 5er- und 7er-Reihe aus dem Produktionszeitraum vom 29. Juli 2014 bis zum 12. November 2020. Nicht jedes Fahrzeug dieser Baureihen und Jahre ist automatisch dabei, entscheidend ist die konkrete Fahrzeugidentifikation. Ob das eigene Auto zur Rückrufaktion gehört, lässt sich anhand der Fahrgestellnummer klären. BMW ordnet die Aktion intern den Rückrufcodes 0012820600 und 0012840600 zu. Wichtig ist die Unterscheidung von anderen Starter-bezogenen Aktionen des Herstellers aus dem Jahr 2026, die andere Fahrzeuge und Stückzahlen umfassen. Für diesen Fall gelten ausschließlich die hier genannten Zahlen.
So reagieren Besitzer
Die Abhilfe ist eindeutig: In der Werkstatt wird der Starter ausgetauscht. Wie lange der Aufenthalt genau dauert, ist nicht offiziell beziffert, üblich ist bei solchen Aktionen ein planbarer Werkstatttermin. Halter sollten Kontakt mit BMW oder einer Vertragswerkstatt aufnehmen und dabei die KBA-Referenznummer 16791R bereithalten, unter der die Aktion beim Kraftfahrt-Bundesamt geführt wird. In der Regel werden betroffene Fahrzeughalter zusätzlich vom Hersteller angeschrieben, wobei sich das Anschreiben je nach Halterdaten und Zulassung verzögern kann. Wer nicht warten möchte, kann den Rückrufstatus aktiv über die Fahrgestellnummer bei der Werkstatt oder online prüfen lassen. Die Reparatur im Rahmen eines offiziellen Rückrufs ist für die Betroffenen kostenlos, da sie der Behebung eines Sicherheitsmangels dient. Das gilt unabhängig davon, ob das Fahrzeug noch beim Erstbesitzer ist oder inzwischen weiterverkauft wurde. Bis zum Austausch empfiehlt es sich, Auffälligkeiten ernst zu nehmen und das Fahrzeug im Zweifel nicht in unmittelbarer Nähe von Gebäuden oder anderen Autos abzustellen.
Einordnung
Rückrufe wegen Brandgefahr klingen dramatisch, gehören im Automobilbereich aber zu den etablierten Sicherheitsmechanismen. Dass ein Hersteller ältere Fahrzeuge aus einem mehrjährigen Produktionszeitraum zurückruft, zeigt, dass Mängel mitunter erst nach Jahren im Feld auffallen. Für die betroffenen Halter ist die Aktion vor allem eine Frage der Sorgfalt: Wer den Rückruf ernst nimmt und den Austausch durchführen lässt, beseitigt das Risiko dauerhaft. Wer den Brief ignoriert, riskiert nicht nur die eigene Sicherheit, sondern im Extremfall auch Probleme bei Versicherung und Hauptuntersuchung. Ein offener, unerledigter Rückruf kann zudem den Wiederverkaufswert belasten. Positiv ist, dass die Lösung technisch klar umrissen ist und der Austausch des Starters als etablierte Reparatur gilt. Für die betroffenen Halter bedeutet der Rückruf daher überschaubaren Aufwand bei deutlich reduziertem Risiko, sobald der Termin wahrgenommen wurde.
Bedeutung fürs Leasing
Gerade für Gebraucht- und Leasingfahrzeuge der Baujahre 2014 bis 2020 ist der Rückruf relevant. Viele dieser BMW sind längst als junge Gebrauchte oder Leasingrückläufer unterwegs, und nicht jeder Fahrer weiß, ob der Austausch bereits erfolgt ist. Wer aktuell BMW Angebote im Gebrauchtwagen- oder Leasingbereich prüft, sollte den Rückrufstatus des konkreten Fahrzeugs erfragen und sich den erledigten Austausch bestätigen lassen. Bei laufenden Verträgen übernimmt die Vertragswerkstatt die Maßnahme im Rahmen des Rückrufs, ohne dass Kosten für den Nutzer entstehen. Wer über neue Leasing Angebote nachdenkt, ist von diesem konkreten Fall ohnehin nicht betroffen, da er ausschließlich ältere Baujahre umfasst. Dennoch lohnt bei jedem Fahrzeugwechsel der kurze Blick auf offene Rückrufe, denn ein sauber dokumentierter Servicestatus erleichtert spätere Leasing Deals und die Rückgabe am Vertragsende.
Quelle: t-online





