China-Top-Ten: Kein Verbrenner mehr dabei

Veröffentlicht am 11.09.2026
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China-Top-Ten: Kein Verbrenner mehr dabei
Symbolbild – Mit KI erstelltes Bild

Der chinesische Automarkt setzt ein deutliches Zeichen: In der Rangliste der meistverkauften Pkw steht kein einziges Auto mit reinem Verbrennungsmotor mehr in den Top Ten. Nach den Marktdaten für August 2026 belegen ausschließlich elektrifizierte Modelle die vorderen Plätze, angeführt von reinen Elektroautos. Für den weltgrößten Automarkt ist das ein Wendepunkt, der auch in Europa aufmerksam beobachtet wird. Der Vorsprung der lokalen Hersteller wächst, während klassische Verbrenner in der Käufergunst nach hinten rutschen. Was vor wenigen Jahren noch als ambitioniertes Ziel galt, ist im Alltag des Massenmarkts angekommen.

Elektroautos dominieren die Rangliste

An der Spitze der meistverkauften Modelle steht der Geely EX2 mit 39.651 verkauften Einheiten, gefolgt vom Leapmotor A10 mit 30.652 Einheiten. Auch Tesla ist mit dem Model Y und dem Model 3 vertreten, für das rund 20.787 Einheiten ausgewiesen werden. 9 der 10 Bestplatzierten sind reine Elektroautos, lediglich ein Modell im unteren Bereich der Liste kombiniert batterieelektrischen Antrieb mit einem Plug-in-Hybrid-Anteil. Ein Auto ganz ohne Stecker findet sich in den Top Ten nicht. Bemerkenswert ist auch die Dynamik innerhalb der Rangliste: Der Xiaomi SU7 rutschte von Platz 4 im Juli auf Platz 10 im August, was zeigt, wie schnell sich die Reihenfolge im dichten Wettbewerb verschiebt.

Verbrenner erst auf Platz 13

Wie stark sich der Markt verschoben hat, zeigt der Blick nach unten. Das erste Fahrzeug mit reinem Verbrennungsmotor taucht erst auf Platz 13 auf, der Toyota Corolla mit 14.675 Einheiten. Damit liegt der bekannteste Verbrenner-Bestseller deutlich hinter den elektrischen Spitzenreitern. Laut den Marktbeobachtern ist es bereits der zweite Monat im Jahr 2026, in dem kein klassischer Verbrenner den Sprung in die Top Ten schafft. Der Trend ist damit kein einmaliger Ausreißer, sondern verfestigt sich über das Jahr.

Chinesische Marken vorn

Getragen wird die Entwicklung vor allem von heimischen Herstellern. Neben Geely und Leapmotor ist insbesondere BYD mit mehreren Modellen in der Spitzengruppe präsent, dazu kommen Newcomer wie Xiaomi. Tesla hält sich als einziger westlicher Anbieter prominent in der Liste, gerät durch die breite lokale Konkurrenz aber zunehmend unter Druck. Die chinesischen Marken profitieren von einem dichten Modellangebot, schneller Produktentwicklung und aggressiver Preisgestaltung. Bei einzelnen Modellen gehen die Antriebsangaben je nach Quelle auseinander, unstrittig ist jedoch, dass die vorderen Plätze klar von Stromern belegt werden. Für europäische Anbieter ist dabei weniger die einzelne Platzierung entscheidend als das Gesamtbild: Ein ganzer Markt hat den Umstieg auf elektrische Antriebe im Volumensegment praktisch vollzogen, während Verbrenner nur noch dahinter rangieren.

Marktanteil der Stromer

Der Erfolg in der Modellrangliste spiegelt einen breiteren Trend wider. Fahrzeuge mit Stecker, also reine Elektroautos und Plug-in-Hybride zusammen, erreichten in China im Mai 2026 einen Anteil von 62,9% an den Pkw-Verkäufen, nachdem die Marke von 50% bereits Ende 2025 überschritten worden war. Diese Werte stammen aus der laufenden Marktbeobachtung und können je nach Monat und Datenquelle leicht schwanken. Klar ist aber die Richtung: Elektrifizierte Antriebe sind in China längst kein Nischenphänomen mehr, sondern bestimmen den Massenmarkt.

Einordnung für Europa

Für europäische Hersteller ist die Entwicklung ein wichtiges Signal, das sich nüchtern lesen lässt. China ist nicht nur der größte Einzelmarkt, sondern zunehmend auch das Testfeld für Tempo und Preisniveau der Elektromobilität. Dass dort inzwischen fast ausschließlich Stromer die Bestsellerlisten anführen, erhöht den Druck auf etablierte Marken, wettbewerbsfähige Modelle zu bezahlbaren Preisen anzubieten. Zugleich lässt sich die Lage in China nicht 1:1 auf Europa übertragen, weil Förderpolitik, Ladeinfrastruktur und Kaufverhalten unterschiedlich sind. Eine politische Bewertung ergibt sich aus den reinen Verkaufszahlen nicht, wohl aber die Erkenntnis, dass der Umbau der Antriebe in China bereits weit fortgeschritten ist.

Bedeutung fürs Leasing

Für den europäischen und deutschen Markt ist vor allem interessant, dass viele der erfolgreichen chinesischen Marken bereits nach Europa expandieren oder dies planen. Kommen günstige Elektromodelle in größerer Zahl hierher, dürfte sich die Auswahl an Leasing Angeboten spürbar erweitern, gerade im preissensiblen Einstiegssegment. Da Leasingraten stark vom Anschaffungspreis und vom erwarteten Restwert abhängen, kann ein größeres Angebot den Wettbewerb beleben und die Konditionen für Kunden verbessern. Wer heute Leasing Deals für ein Elektroauto vergleicht, sollte den Blick daher nicht nur auf etablierte Marken richten, sondern auch neue Anbieter im Auge behalten, deren Modelle in China bereits an der Spitze stehen. Der chinesische Markt gibt damit einen Hinweis darauf, welche Fahrzeuge mittelfristig auch das hiesige Angebot prägen könnten.

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