BMW i3 kommt aus München, der 3er mit Verbrenner aus Dingolfing
BMW ordnet die Produktion seiner wichtigen Mittelklasse neu. Der neue, vollelektrische BMW i3 läuft im Stammwerk München vom Band, die Varianten der neuen 3er-Generation mit Verbrennungsmotor und Plug-in-Hybrid kommen künftig aus Dingolfing. München wird damit zum reinen Elektrowerk. Insgesamt investiert der Konzern rund 2 Milliarden € in die deutschen Standorte. Die Aufteilung ist ein deutliches Zeichen dafür, wie BMW den Übergang zur Elektromobilität gestaltet: Elektroauto und Verbrenner derselben Baureihe entstehen künftig in getrennten Werken.
München wird zum Elektrowerk
Im Münchner Stammwerk wird der 3er seit 1975 gebaut. Insgesamt hat BMW seitdem rund 18 Millionen Fahrzeuge der Baureihe produziert, davon etwa 15 Millionen in Deutschland und mehr als 9 Millionen allein in München. Mit der 8. Generation entsteht die Baureihe im Stammwerk nun nur noch als Elektroauto. Die Serienproduktion des neuen i3 ist bereits im August 2026 angelaufen, ab 2027 fertigt das Werk nach Angaben von BMW ausschließlich Elektrofahrzeuge. Für den Umbau wurden auf rund einem Drittel des Werksgeländes neue Hallen für Karosseriebau, Montage und Logistik errichtet, während die Produktion mit bis zu 1.000 Fahrzeugen pro Tag weiterlief. Werkleiter Peter Weber zufolge sinken die Fertigungskosten mit dem Produktionsstart des i3 um weitere 10%. Produktionsvorstand Raymond Wittmann sprach von einer „neuen Ära" für das Stammwerk.
Dingolfing übernimmt die Verbrenner
Die 3er-Modelle mit Verbrennungsmotor und Plug-in-Hybrid wandern nach Dingolfing. Dort wurde der 3er bereits seit 1980 mit Unterbrechungen gefertigt, für die neue Generation entsteht eine zusätzliche Fertigungslinie. Weitere Produktionsstandorte der Baureihe sollen San Luis Potosí in Mexiko und Shenyang in China werden. BMW folgt dabei dem Prinzip, möglichst dort zu produzieren, wo die Fahrzeuge auch verkauft werden. Von der Investitionssumme entfallen rund 1 Milliarde € auf die Fahrzeugwerke München und Dingolfing und eine weitere Milliarde auf das neue Batteriewerk in Irlbach-Straßkirchen in Niederbayern. Wittmann betonte, BMW investiere in deutsche Wertschöpfung, eine wettbewerbsfähige Produktion und sichere Arbeitsplätze.
Batterien aus Niederbayern
Die Hochvoltbatterien der sechsten Generation für den i3 kommen aus Irlbach-Straßkirchen, die Lieferungen beginnen im Oktober 2026. Das Werk liegt rund 90 Minuten von München entfernt. Die Elektromotoren stammen aus dem BMW-Werk im österreichischen Steyr, die Motorgehäuse aus der Leichtmetallgießerei in Landshut. Rund 760 Zulieferstandorte beliefern die Werke München und Dingolfing, mehr als 70% davon liegen in Europa und über 30% in Deutschland. Die kurzen Wege zwischen Batterie-, Motoren- und Fahrzeugwerk sollen Logistikkosten senken und die Versorgung der Bänder absichern.
Das kann der neue i3
Der neue i3 ist nach dem iX3 das zweite Modell der sogenannten Neuen Klasse und greift einen bekannten Namen auf, denn schon von 2013 bis 2022 hatte BMW einen kleinen Elektrowagen unter dieser Bezeichnung im Programm. Laut BMW erreicht die Elektro-Limousine bis zu 900 km Reichweite nach WLTP. Dank 800-Volt-Technik lädt sie mit bis zu 400 kW und soll in 10 Minuten Energie für bis zu 400 km nachladen. Der Hersteller weist darauf hin, dass alle Werte noch vorläufig sind. Die Auslieferungen sollen im Herbst 2026 beginnen. Vertriebsvorstand Jochen Goller zufolge ist die Nachfrage kurz nach dem Start der Vorbestellungen bereits hoch.
Einordnung
Die Neuaufstellung zeigt, dass BMW beim Wandel zur Elektromobilität auf mehrere Antriebe setzt, diese aber organisatorisch trennt. Das Stammwerk München konzentriert sich künftig vollständig auf Elektroautos, während Dingolfing die Nachfrage nach Verbrennern und Plug-in-Hybriden bedient. Das schafft Planungssicherheit für beide Standorte und erlaubt es BMW, flexibel auf die tatsächliche Nachfrage zu reagieren. Die Investition von rund 2 Milliarden € ist zugleich ein Bekenntnis zum Standort Deutschland, während viele Hersteller und Zulieferer derzeit eher Stellen abbauen. Bis Ende 2027 will BMW rund 40 neue oder überarbeitete Modelle mit Technik der Neuen Klasse auf den Markt bringen.
Bedeutung fürs Leasing
Für Leasingkunden bedeutet die Aufteilung vor allem Wahlfreiheit: Der 3er bleibt als Elektroauto, Plug-in-Hybrid und Verbrenner erhältlich. Wer BMW Angebote oder allgemein Leasing Angebote in der Mittelklasse prüft, kann zwischen dem neuen i3 mit sehr großer Reichweite und den klassischen Antrieben wählen. Für Dienstwagenfahrer ist die günstige Besteuerung von Elektroautos ein zusätzliches Argument für den i3. Da der i3 gerade erst in Produktion gegangen ist, dürften die ersten Leasing Deals vor allem auf Bestellfahrzeuge mit entsprechender Lieferzeit hinauslaufen. Bei der Auswahl zählen neben der Rate vor allem Reichweite, Ladeleistung und der erwartete Restwert.
Quelle: ecomento





