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Türgriffe: Kein Tesla-Rückruf in Europa

Veröffentlicht am 27.08.2026
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Türgriffe: Kein Tesla-Rückruf in Europa
Symbolbild

Während Tesla in China Millionen Fahrzeuge wegen der Türgriffe zurückrufen muss, bleibt ein vergleichbarer Schritt in Europa vorerst aus. Nach Angaben der niederländischen Zulassungsbehörde RDW gibt es derzeit keinen Rückruf für die betroffenen Elektroautos in Europa. Die europäischen Behörden zeigen sich zögerlich, beobachten die Lage aber. Hintergrund ist die Sorge, dass sich die Türen bei einem Stromausfall womöglich nicht zuverlässig öffnen lassen. Ein Problem, das die RDW ausdrücklich ernst nimmt – ohne dass es bislang zu einer europaweiten Maßnahme geführt hätte.

Das ist in China passiert

Auslöser der Debatte ist der bislang größte Rückruf in der Geschichte Chinas. Die dortige Marktaufsicht SAMR ordnete an, dass rund 4,3 Millionen Fahrzeuge von 9 Herstellern nachgebessert werden. Auf Tesla allein entfallen fast 3 Millionen Autos der Modelle 3, Y, S und X, die ab dem 25. September in die Werkstätten sollen. Betroffen sind zudem chinesische Marken wie Xiaomi, Leapmotor und Xpeng. Der Kern des Problems ist die mechanische Notentriegelung im Innenraum, die im Ernstfall schwer zu finden und zu bedienen ist.

2 verschiedene Themen

Wichtig für das Verständnis ist eine Unterscheidung, die in der Diskussion oft verschwimmt. Zum einen geht es um die außen versenkbaren Türgriffe, die China ab 2027 in Neuwagen untersagen will. Zum anderen – und das ist der Fokus der aktuellen Rückrufe – geht es um die innere Notentriegelung. Genau diese muss im Notfall zugänglich sein: Fällt die Elektronik nach einem Unfall aus, sollen sich die Türen auch mechanisch öffnen lassen. Die aktuellen Rückrufe zielen auf dieses zweite Problem, nicht auf die Griffe an der Außenseite.

Warum das Thema so heikel ist

Die Sorge ist nicht theoretisch. In mehreren Fällen sollen Insassen eingeschlossen worden sein, weil sich die elektronisch gesteuerten Türen nicht öffnen ließen und die Notentriegelung nicht rechtzeitig gefunden wurde. In Deutschland ermittelt das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) bereits seit April 2026. Auslöser war ein tödlicher Unfall in Schwerte, bei dem 3 Insassen starben – Berichten zufolge im Zusammenhang mit einer versagenden Türöffnung. Ein abschließendes Ergebnis der Untersuchung liegt bislang nicht vor.

So begründen die Behörden ihre Zurückhaltung

Die RDW hält das Problem grundsätzlich für bedeutsam: Ein Fahrzeug müsse sich unter allen Umständen intuitiv und ohne Werkzeug von innen wie außen öffnen lassen. Dennoch reicht das aus Sicht der Behörde derzeit nicht für einen Rückruf, da die rechtlichen Voraussetzungen in Europa anders gelagert sind als in China. Zugleich wird auf europäischer Ebene über neue Vorschriften zur Not-Türöffnung diskutiert. Ob und wann daraus verbindliche Regeln oder gar Rückrufe werden, ist offen. Vorerst bleibt es also bei Prüfungen und Beobachtung.

Was das für Fahrer bedeutet

Für Tesla-Fahrer in Europa ändert sich damit zunächst nichts an ihren Fahrzeugen. Wer unsicher ist, sollte sich mit der Bedienung der mechanischen Notentriegelung vertraut machen, deren Position in der Betriebsanleitung beschrieben ist. Der Fall zeigt, wie unterschiedlich Sicherheitsbehörden in verschiedenen Weltregionen auf dasselbe technische Problem reagieren – und wie sehr moderne Bedienkonzepte wie versenkbare Griffe und elektronische Türen zunehmend unter Beobachtung stehen.

Bedeutung fürs Leasing

Für Leasingnehmer hat die aktuelle Lage keine unmittelbaren Folgen, da in Europa kein Rückruf vorliegt und die Fahrzeuge unverändert nutzbar bleiben. Sollte es später doch zu einer offiziellen Maßnahme kommen, würde eine etwaige Nachbesserung im Rahmen der Herstellerverantwortung erfolgen und für die Halter kostenfrei sein. Beim Vergleich verschiedener Tesla Angebote bleibt der Blick auf Reichweite, Ladeleistung und Ausstattung entscheidend. Wer die passenden Leasing Deals sucht, sollte neben der monatlichen Rate auch Laufzeit, Inklusivkilometer und die Servicebedingungen berücksichtigen. Das Thema Türsicherheit dürfte die Branche derweil weiter beschäftigen – unabhängig davon, wie die europäischen Behörden am Ende entscheiden.

Quelle: Handelsblatt
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