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Tesla Model 3: Rückruf per Software-Update wegen Seitenairbag

Veröffentlicht am 06.10.2026
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Tesla Model 3: Rückruf per Software-Update wegen Seitenairbag
Symbolbild

Tesla ruft das Model 3 in der Ausstattung Premium wegen eines Problems mit dem Seitenaufprallschutz zurück. Bei einem genormten Seitenaufprall gegen einen Pfahl kann die Belastung auf die Schulter der Insassen höher ausfallen als erlaubt. Betroffen sind nach Angaben aus der KBA-Rückrufdatenbank weltweit 131.726 Fahrzeuge, davon 12.680 in Deutschland. Der Rückruf ist beim Kraftfahrt-Bundesamt unter der Referenznummer 16992R registriert. Die gute Nachricht für Halter: Die Behebung erfolgt per Software-Update über das Internet, ein Werkstattbesuch ist in der Regel nicht nötig.

Betroffene Fahrzeuge

Der Rückruf betrifft das Tesla Model 3 Premium mit Linkslenkung, das zwischen dem 30. Juni 2024 und dem 8. Mai 2026 gebaut wurde. Das entspricht den Modelljahren 2024 bis 2026. Die Fahrzeuge für den europäischen Markt stammen aus dem Tesla-Werk in Shanghai. Fahrzeuge mit Rechtslenkung, etwa für Großbritannien, sind nach den vorliegenden Angaben nicht betroffen. Neben Deutschland gehören die Niederlande zu den Ländern mit vielen betroffenen Fahrzeugen, dort sind es laut autonext 10.787. In der Datenbank des KBA ist der Mangel unter der Bezeichnung „Beeinträchtigung Seitenairbag" geführt, die Behörde überwacht die Rückrufaktion. Ob das eigene Auto dazugehört, lässt sich laut Tesla über die Rückrufsuche mit der Fahrzeug-Identifizierungsnummer auf der Service-Website des Herstellers prüfen.

Das Problem beim Seitenaufprall

Hintergrund ist die UN-Regelung 135, die den Schutz der Insassen bei einem seitlichen Aufprall gegen einen Pfahl vorschreibt. Bei diesem Test prallt das Fahrzeug mit 32 km/h seitlich gegen einen Pfahl, etwa wie bei einem Unfall gegen einen Baum oder Laternenmast. Laut Tesla kann bei betroffenen Fahrzeugen die seitliche Kraft auf den Schulterbereich den zulässigen Grenzwert von 3,0 kN überschreiten. Verantwortlich ist nach Angaben von Tesla die Auslösestrategie des sogenannten Far-Side-Airbags. Dieser Airbag entfaltet sich zwischen den beiden Vordersitzen und soll verhindern, dass Fahrer und Beifahrer bei einem Seitenaufprall gegeneinanderprallen. Das Problem liegt damit nicht in der Hardware, sondern in der Software, die festlegt, wann und wie der Airbag auslöst.

Die Lösung kommt per Update

Tesla behebt den Mangel mit einem Software-Update, das die Auslösestrategie des Far-Side-Airbags anpasst. Die Korrektur ist laut Tesla in den Softwareversionen 2026.26.100.2 und 2026.32.3 sowie allen neueren Versionen enthalten. Die Version 2026.32.3 wird nach Angaben von autonext bereits seit dem 9. September 2026 verteilt, viele Fahrzeuge dürften die Korrektur also schon erhalten haben. Das Update lässt sich bequem über das heimische WLAN installieren. Halter können die aktuell installierte Version im Fahrzeugmenü unter „Fahrzeug" und „Software" ablesen. Ist dort eine der genannten oder eine neuere Version installiert, ist der Mangel bereits behoben. Wird das Update erfolgreich installiert, ist kein Werkstatttermin nötig. Nur wenn es bei der Installation Probleme gibt, sollten Halter den Tesla-Service kontaktieren.

Rückrufe per Software werden häufiger

Der Fall zeigt, wie sich Rückrufe bei modernen Fahrzeugen verändern. Weil viele Funktionen inzwischen über Software gesteuert werden, lassen sich manche Mängel ohne Werkstattbesuch beheben. Tesla gehört zu den Herstellern, die besonders häufig Rückrufe auf diesem Weg abwickeln. Für Halter ist das bequem, sie sollten aber darauf achten, dass Updates tatsächlich installiert werden. Gerade bei Fahrzeugen, die selten mit dem WLAN verbunden sind oder bei denen Updates länger aufgeschoben werden, lohnt sich ein Blick auf die Softwareversion. Bekannte Unfälle oder Verletzungen im Zusammenhang mit dem Mangel werden in den vorliegenden Berichten nicht genannt.

Einordnung

Ein Rückruf beim Seitenairbag klingt zunächst alarmierend, ist in diesem Fall aber vergleichsweise einfach zu lösen. Es geht um die Einhaltung eines Grenzwerts in einem genormten Crashtest, nicht um einen Ausfall des Airbags. Trotzdem ist der Insassenschutz bei Seitenaufprallen besonders wichtig, weil an der Seite eines Fahrzeugs nur wenig Knautschzone zur Verfügung steht. Halter eines betroffenen Model 3 sollten daher prüfen, ob die korrigierte Software bereits installiert ist.

Bedeutung fürs Leasing

Für Leasingnehmer eines betroffenen Model 3 entstehen keine Kosten, und auch ein Werkstattbesuch ist meist nicht nötig. Wichtig ist nur, dass das Software-Update installiert wird. Wer Tesla Angebote oder allgemein Leasing Angebote für ein Elektroauto prüft, muss sich wegen des Rückrufs keine Sorgen machen: Fahrzeuge, die nach dem 8. Mai 2026 gebaut wurden, sind vom Rückruf nicht erfasst, und ein per Update erledigter Rückruf wirkt sich in der Regel nicht auf den Restwert aus. Bei der Rückgabe eines Leasingfahrzeugs kann es dennoch sinnvoll sein, dokumentieren zu können, dass alle Rückrufaktionen erledigt wurden.

Quelle: Tesla

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