Tesla Grünheide: Ausbau auf 1 Million Autos geplant
Tesla treibt den Ausbau seines Werks in Grünheide bei Berlin wieder voran. Der Hersteller bereitet die Unterlagen für eine zusätzliche Produktionshalle vor, die Einreichung der dafür nötigen 2. Teilgenehmigung ist für Ende 2026 geplant. Langfristig soll die jährliche Produktionskapazität auf bis zu 1 Million Fahrzeuge steigen, doppelt so viel wie bisher geplant. Zugleich will Tesla weiteres Personal einstellen: Vorgesehen sind rund 2.000 neue Stellen in der Fahrzeugproduktion und mehr als 1.500 in der Batteriezellfertigung.
Die geplante Halle
Die neue Halle soll nördlich des bestehenden Werks entstehen. Nach Berichten des rbb könnte sie rund 536.000 Quadratmeter groß werden und wäre damit mehr als doppelt so groß wie die bisherige Fabrikhalle mit etwa 219.000 Quadratmetern. Offiziell bestätigt ist die Größe bislang nicht. Neben der Halle sind weitere Logistikflächen, ein eigenes Umspannwerk und zusätzliche Anlagen zur Wasseraufbereitung geplant. Laut Umweltverwaltung sind für das Vorhaben keine weiteren Waldrodungen nötig, da Tesla nur firmeneigene Flächen nutzen will. Ein Baubeginn im Jahr 2027 ist im Gespräch, ein verbindlicher Termin steht aber noch nicht fest.
Das Genehmigungsverfahren
Den Antrag für das gesamte Ausbauvorhaben hatte Tesla bereits 2023 gestellt. Das Verfahren läuft wie schon bei der ursprünglichen Genehmigung der Fabrik nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz und ist in mehrere Stufen aufgeteilt. Durch die Aufteilung in Teilgenehmigungen kann Tesla einzelne Bauabschnitte angehen, ohne auf eine Entscheidung über das gesamte Vorhaben warten zu müssen. Eine erste Teilgenehmigung erteilte das Landesamt für Umwelt Brandenburg am 15. Oktober 2024. Diese Genehmigung betraf vor allem Änderungen an bestehenden Gebäuden und Anlagen. Die 2. Stufe umfasst nun die neue Werkhalle und Logistikflächen, in einer 3. Stufe sollen die Maschinen folgen. Die Unterlagen für die 2. Teilgenehmigung bereitet Tesla nach Angaben einer Sprecherin derzeit intern vor.
Produktion und Personal
Bisher ist das Werk für bis zu 500.000 Fahrzeuge pro Jahr genehmigt, diese Menge wurde aber noch nicht erreicht. Zunächst soll die Produktion in 2 Schritten auf rund 7.500 Fahrzeuge pro Woche steigen, das entspräche etwa 375.000 Autos im Jahr. Zuletzt lag die Wochenproduktion nach früheren Angaben bei rund 5.000 Fahrzeugen. In Grünheide arbeiten nach Angaben von Tesla derzeit rund 12.600 Menschen. Zwischenzeitlich waren es weniger als 11.000. In den vergangenen Monaten hat das Unternehmen laut einer Sprecherin bereits rund 2.000 zusätzliche Beschäftigte eingestellt.
Batteriezellen als 2. Standbein
Auch die Batteriezellfertigung soll wachsen. Nach den bisherigen Plänen könnte die Kapazität langfristig von 50 auf 100 Gigawattstunden pro Jahr steigen. Bereits bekannt ist, dass Tesla ab 2027 in Grünheide die eigenen 4680-Zellen fertigen will. Die Ausbaupläne lagen während des Absatzeinbruchs bei Tesla zwischenzeitlich auf Eis. Inzwischen zieht die Nachfrage nach Angaben des Unternehmens wieder an.
Kritik an Wasserverbrauch
Das Werk ist seit seiner Eröffnung im März 2022 umstritten. Umweltverbände und Anwohner äußern immer wieder Bedenken, vor allem wegen der Wasserversorgung, da Teile des Geländes in einem Wasserschutzgebiet liegen. Geplant sind zusätzliche Anlagen zur Wasseraufbereitung, unter anderem für Sanitärabwasser. Ob der Ausbau mit den vertraglich vereinbarten Wassermengen vereinbar ist, ist noch offen. Im Genehmigungsverfahren dürfte das Thema erneut eine wichtige Rolle spielen.
Bedeutung für den Standort
Grünheide ist das einzige Tesla-Werk in Europa. Gebaut wird dort das Model Y, das in Europa zu den meistverkauften Elektroautos zählt. Mit rund 12.600 Beschäftigten gehört die Fabrik zu den größten industriellen Arbeitgebern in Brandenburg. Wie viele der angekündigten Neueinstellungen bereits in den jüngsten Einstellungen enthalten sind, geht aus den bisherigen Angaben nicht eindeutig hervor.
Einordnung
Der Schritt zeigt, dass Tesla wieder optimistischer auf den europäischen Markt blickt, nachdem die Ausbaupläne längere Zeit ruhten. Für Brandenburg wären zusätzliche Arbeitsplätze ein wichtiges Signal. Gleichzeitig ist der Weg zur Million noch weit: Bisher erreicht das Werk nicht einmal die genehmigten 500.000 Fahrzeuge. Ob und wann die neue Halle gebaut wird, hängt vom Genehmigungsverfahren und von der weiteren Entwicklung der Nachfrage ab.
Bedeutung fürs Leasing
Kurzfristig ändert der geplante Ausbau für Leasingkunden wenig. Eine höhere Produktion in Grünheide kann aber mittelfristig die Verfügbarkeit des Model Y in Europa verbessern und Lieferzeiten verkürzen. Wer Tesla Angebote vergleicht, profitiert von einem breiten Angebot an Fahrzeugen aus europäischer Fertigung, die nicht unter die EU-Zölle für Elektroautos aus China fallen. Bei Leasing Angeboten für Elektro-SUV bleibt das Model Y damit eine feste Größe im Markt.
Quelle: rbb24





