Rumänien: Stromkrise stoppt Dacia und Ford
Eine schwere Energiekrise hat in Rumänien die Autoproduktion vorübergehend lahmgelegt. Die Hersteller Dacia und Ford haben die Fertigung in ihren rumänischen Werken gestoppt und wollen sie bis zum 19. August 2026 ruhen lassen. Auslöser ist eine Kombination aus Hitzewelle und anhaltender Dürre, die den Wasserstand der Donau drastisch sinken ließ und damit die Stromversorgung des Landes gefährdet. Der Fall zeigt, wie unmittelbar Wetterextreme inzwischen die Industrie treffen können – und reiht sich in eine wachsende Zahl klimabedingter Störungen der europäischen Autoproduktion ein.
Produktionsstopp bis 19. August
Betroffen sind das Dacia-Werk in Mioveni bei Pitești sowie das Ford-Werk in Craiova. Beide Hersteller reagierten damit auf einen Aufruf der Regierung, den Stromverbrauch zu senken. Premierminister Ilie Bolojan bestätigte, die Werke blieben bis zum 19. August geschlossen. Allein dieser Schritt senkte den landesweiten Strombedarf am Montag um rund 200 Megawatt. Mehrere weitere Unternehmen folgten dem Beispiel und drosselten freiwillig ihren Verbrauch. Die Regierung appellierte zudem an Haushalte und Institutionen, Strom zu sparen, um das angespannte Netz zu entlasten.
Ursache: Dürre und niedrige Donau
Kern des Problems ist der extrem niedrige Pegel der Donau. Weil der Fluss zu wenig Wasser führt, sinkt die Leistung der Wasserkraftwerke, die einen wichtigen Teil der rumänischen Stromversorgung ausmachen. Zugleich treibt die Hitze den Verbrauch in die Höhe, etwa durch den verstärkten Einsatz von Klimaanlagen. Diese Schere aus geringerer Erzeugung und höherer Nachfrage brachte das Stromnetz an seine Grenzen. Um die Lücke zu schließen, musste Rumänien zuletzt täglich zwischen 2.000 und 2.500 Megawatt importieren, da die eigenen Kapazitäten nicht ausreichten.
Kernkraftwerk gedrosselt
Die Krise trifft auch die Kernkraft. Der Energiekonzern Nuclearelectrica schaltete einen von 2 Reaktoren ab, weil nicht genügend Kühlwasser aus der Donau zur Verfügung stand. Das Kernkraftwerk deckt normalerweise etwa ein Fünftel des rumänischen Stromverbrauchs, sodass sein teilweiser Ausfall die Lage zusätzlich verschärfte. Damit zeigt sich, dass niedrige Wasserstände nicht nur die Wasserkraft, sondern auch thermische Kraftwerke treffen, die auf Flusswasser zur Kühlung angewiesen sind. Die Verfügbarkeit von Wasser wird so zu einem zentralen Faktor für die Stabilität der Stromversorgung.
Auch Ungarn betroffen
Rumänien steht mit dem Problem nicht allein da. Auch im Nachbarland Ungarn belastet die Hitze die Energieversorgung: Das dortige Kernkraftwerk Paks lief zeitweise nur mit rund 10% seiner Kapazität, obwohl es normalerweise etwa die Hälfte des ungarischen Stroms liefert. Die Ereignisse verdeutlichen, dass die Kombination aus Dürre und Hitze eine ganze Region unter Druck setzt und die Energieversorgung in Südosteuropa an ihre Grenzen bringt. Für die Industrie bedeutet das ein wachsendes Risiko unplanbarer Produktionsausfälle, das über einzelne Standorte hinausreicht.
Was das für Kunden bedeutet
Für Autokäufer sind die unmittelbaren Folgen zunächst begrenzt, da es sich um einen vorübergehenden Stopp handelt. Sollten sich solche Unterbrechungen jedoch häufen, könnten sie mittelfristig die Verfügbarkeit einzelner Modelle beeinträchtigen und die Lieferzeiten verlängern. Gerade Dacia zählt mit Modellen wie dem Sandero oder dem Duster zu den beliebtesten und günstigsten Marken und ist auch im Leasing stark gefragt. Beim Vergleich verschiedener Dacia Angebote lohnt daher der Blick auf die aktuelle Lieferbarkeit. Wer die passenden Leasing Deals sucht, sollte neben Rate, Laufzeit und Inklusivkilometern auch berücksichtigen, wie schnell ein Fahrzeug verfügbar ist. Der Fall unterstreicht letztlich, wie eng Mobilität, Energieversorgung und Klima inzwischen miteinander verknüpft sind.