Mercedes-Rückruf: Wegroll-Gefahr durch Türschalter
Mercedes-Benz ruft in den USA über 310.000 Fahrzeuge zurück, weil sie unbeabsichtigt wegrollen können. Betroffen sind 7 Baureihen aus den Baujahren 2019 bis 2026. Ursache ist ein Defekt an einem Mikroschalter im Fahrertürschloss, der im ungünstigsten Fall die automatische Aktivierung der elektronischen Parkbremse verhindert. Für den deutschen Markt ist bislang kein entsprechender Rückruf angekündigt. Nach aktuellem Stand sind zwar mehrere Praxisfälle bekannt, jedoch keine Sach- oder Personenschäden. Für betroffene Halter ist die notwendige Reparatur kostenlos.
7 betroffene Baureihen
Der Rückruf zieht sich quer durch die Kompakt- und Mittelklasse der Marke. Betroffen sind die A-Klasse, die C-Klasse, das CLA-Coupé, das CLE-Coupé sowie die SUV-Modelle GLA, GLB und GLC. Insgesamt umfasst die Aktion in den USA genau 310.667 Fahrzeuge. Aus den bislang bekannten Einzelzahlen entfällt der größte Teil auf den GLB, von dem allein über 128.000 Einheiten betroffen sind. Entscheidend für die Betroffenheit ist neben der Baureihe der jeweilige Produktionszeitraum, der sich je nach Modell zwischen 2019 und 2026 bewegt.
Ursache: Mikroschalter im Türschloss
Auslöser des Rückrufs ist ein kleiner, aber folgenreicher Fehler. Im Schloss der Fahrertür sitzt ein Mikroschalter, dessen Gehäuse aufgrund einer Abweichung im Fertigungsprozess des Zulieferers empfindlicher auf Feuchtigkeit reagiert als vorgesehen. Dringt Feuchtigkeit in das Gehäuse ein, kann über einen längeren Zeitraum Korrosion entstehen, die schließlich zum Ausfall des Schalters führt. Der Schalter hat die Aufgabe, den Zustand der Fahrertür zu erkennen – ob sie geöffnet oder geschlossen ist. Genau diese Information ist für eine wichtige Sicherheitsfunktion des Fahrzeugs entscheidend.
Warum das Fahrzeug wegrollen kann
Fällt der Mikroschalter aus, erkennt das System den Türöffnungszustand nicht mehr korrekt. In der Folge aktivieren sich weder die elektronische Parkbremse noch die automatische Parkfunktion, die das abgestellte Fahrzeug normalerweise sichern. Bleibt das Auto dann etwa an einer Steigung stehen, kann es ungewollt wegrollen – ein erhebliches Sicherheitsrisiko für Personen und Gegenstände in der Umgebung. In den USA wurden bislang 176 entsprechende Fälle registriert, bei denen die Funktion nicht wie vorgesehen arbeitete. Verletzte oder Sachschäden sind nach Herstellerangaben jedoch nicht bekannt.
Bislang nur in den USA
Wichtig für die Einordnung: Der Rückruf betrifft nach derzeitigem Stand ausschließlich den US-Markt. Für Deutschland hat Mercedes bislang keinen entsprechenden Rückruf angekündigt. Ob und in welchem Umfang deutsche Fahrzeuge betroffen sein könnten, ist damit noch offen. In den USA korrigierte der Hersteller die Produktion bereits im Mai 2026, die Benachrichtigung der Kunden begann Ende Juli. Halter in Deutschland müssen daher zunächst nichts unternehmen, sollten die Entwicklung aber im Blick behalten, falls die Aktion später auf weitere Märkte ausgeweitet wird.
Reparatur und Bedeutung fürs Leasing
Zur Behebung des Mangels tauschen die Mercedes-Vertragswerkstätten das betroffene Türschloss beziehungsweise den Mikroschalter aus – für die Halter kostenfrei. Ein aufwendiger Eingriff ist damit nicht verbunden. Für Fahrer, die ihr Fahrzeug über einen Leasing- oder Finanzierungsvertrag nutzen, entstehen durch einen Rückruf grundsätzlich keine zusätzlichen Kosten, da die Behebung sicherheitsrelevanter Mängel im Rahmen der Herstellerverantwortung erfolgt. Beim Vergleich verschiedener Mercedes Angebote lohnt sich generell der Blick auf Garantie- und Servicebedingungen. Wer die passenden Leasing Deals sucht, sollte neben der monatlichen Rate auch Laufzeit, Inklusivkilometer und Ausstattung berücksichtigen. Rückrufe gehören in der Branche zur Routine; entscheidend ist, dass sicherheitsrelevante Mängel zuverlässig erkannt und behoben werden – wie im vorliegenden Fall über einen kostenfreien Austausch.