Mercedes plant Rückkehr der A-Klasse als Elektroauto
Mercedes-Benz denkt die A-Klasse offenbar neu: Berichten aus der Zulieferer- und Fachpresse zufolge soll der Einstieg in die Marke ab 2028 als vollelektrisches Modell zurückkehren. Der klassische Kompaktwagen mit Steilheck würde damit nicht einfach eine Neuauflage bekommen, sondern seine Form wechseln. Eine offizielle Bestätigung aus Stuttgart steht bislang aus, konkrete Preise nennt bisher keine der Quellen. Die folgenden Angaben sind daher als Berichtsstand und Erwartung einzuordnen, nicht als gesicherte Werksdaten.
Vom Hatchback zum Crossover
Die auffälligste Änderung betrifft die Karosserie. Statt des flachen Fünftürers wird ein kompakter Crossover erwartet, also ein höher gelegtes Fahrzeug mit SUV-Anleihen. Beschrieben wird ein „eher flacher“ SUV, der in den Abmessungen über der heutigen A-Klasse liegt. Mit einer Länge von bis zu 4,50 Metern und einem Radstand von 2,79 Metern rückt der Einstiegs-Benz spürbar näher an die Kompakt-SUV heran. Für Mercedes wäre das eine Rückkehr zu den Wurzeln: Schon die erste A-Klasse Ende der Neunzigerjahre setzte auf eine ungewöhnlich hohe Bauform mit viel Platz auf kleiner Grundfläche.
Technische Basis: MMA-Plattform mit 800 Volt
Technisch soll das Fahrzeug auf der MMA-Plattform aufbauen, also der neuen Architektur für kompakte Mercedes-Modelle, die auch dem elektrischen GLA zugrunde liegt. Zu den berichteten Eckdaten gehört ein 800-Volt-Bordnetz, das kurze Ladestopps ermöglicht. Die Ladeleistung soll bis zu 350 kW erreichen, die Batterie mit 85 kWh eine Reichweite jenseits der 550 Kilometer bieten. Damit läge die elektrische A-Klasse technisch auf einem Niveau, das derzeit oberhalb der Kompaktklasse angesiedelt ist. Details wie Antriebsvarianten, Ladekurve unter realen Bedingungen oder Verbrauch sind bislang nicht belegt und dürften erst näher am Marktstart feststehen. Ausführlicher hat der Fachdienst electrive.net die Plattform-Pläne beschrieben.
Diese Eckdaten kursieren
Merkmal |
Berichteter Wert |
|---|---|
Plattform |
MMA (wie elektrischer GLA) |
Länge |
bis zu 4,50 Meter |
Radstand |
2,79 Meter |
Bordnetz |
800 Volt |
Ladeleistung |
bis zu 350 kW |
Batterie |
85 kWh |
Reichweite |
über 550 Kilometer |
Marktstart |
nicht vor 2028 |
Alle Angaben beruhen auf Berichten der Fachpresse und sind von Mercedes-Benz nicht offiziell bestätigt. Änderungen bis zum Marktstart sind wahrscheinlich.
Einordnung im Modellprogramm
Mit dem Schritt würde Mercedes die A-Klasse als Volumenmodell erhalten, statt sie ersatzlos zu streichen. In den vergangenen Jahren war offen, ob der Hersteller die kleinen Baureihen zugunsten margenstärkerer Modelle ausdünnt. Die berichtete Neuauflage deutet in die andere Richtung: Der Einstieg bleibt, wandert aber vollständig zum Elektroantrieb und in ein Crossover-Format, das bei Käufern derzeit gefragt ist. Für Mercedes ist die MMA-Plattform dabei der Hebel, um mehrere kompakte Modelle mit einer gemeinsamen Basis wirtschaftlich abzubilden. Neben der A-Klasse sollen darauf weitere Baureihen entstehen, was die Entwicklungs- und Fertigungskosten je Modell senkt. Für die Kundschaft könnte das bedeuten, dass Technik wie das schnellladefähige 800-Volt-System auch im günstigsten Modell der Marke ankommt.
Konkurrenz und Zeitplan
Im Wettbewerbsumfeld trifft die elektrische A-Klasse auf BMW 1er und Audi A3. Der 1er soll dem Bericht zufolge ebenfalls den Wandel zum vollelektrischen Modell vollziehen, während der A3 vorerst am Verbrenner festhält. Damit könnte Mercedes im kompakten Premiumsegment früher als Audi rein elektrisch antreten. Konkrete Termine bleiben jedoch vage: Als frühester Marktstart wird das Jahr 2028 genannt, ein genaues Datum, Ausstattungslinien oder Einstiegspreise sind offen. Bis dahin dürften sich einzelne Daten noch verschieben, zumal die Kompaktklasse preislich sensibel ist und die 800-Volt-Technik den Einstiegspreis nach oben treiben kann.
Was das bedeutet
Für Interessenten heißt das vor allem: abwarten. Die Richtung ist erkennbar, die Details sind es nicht. Wer heute einen kompakten Mercedes sucht, entscheidet ohnehin über das aktuelle Angebot und muss die berichteten Elektro-Pläne nicht in seine Kaufentscheidung einbeziehen. Spannend wird die Frage, zu welchem Preis Mercedes einen elektrischen Einstieg mit 800-Volt-Technik und über 550 Kilometern Reichweite anbieten kann, ohne die Baureihe aus ihrem angestammten Segment zu heben. Erst wenn offizielle Zahlen vorliegen, lässt sich beurteilen, ob die neu gedachte A-Klasse tatsächlich ein Einstiegsmodell bleibt oder eher zum kompakten Elektro-SUV in einer höheren Preisklasse wird.
Quelle: smartdroid.de





