Porsche verkauft Bugatti Rimac für rund 1 Milliarde Euro
Porsche zieht sich aus dem Geschäft mit exklusiven Hypersportwagen zurück. Der Sportwagenbauer hat den Verkauf seiner Anteile an Bugatti Rimac und an der Rimac Group vollzogen und dabei einen Erlös von rund 1 Milliarde € erzielt. Wie Porsche mitteilte, wechseln ein Minderheitsanteil von 45% an Bugatti Rimac sowie ein Anteil von 20,6% an der Rimac Group an ein Konsortium unter Führung des US-Finanzinvestors HOF Capital. Der Vollzug erfolgte am 9. September 2026, nachdem alle behördlichen Genehmigungen vorlagen. Unterzeichnet worden war der Vertrag bereits im April 2026.
Das steckt hinter dem Deal
Der Schritt passt zur strategischen Neuausrichtung des Konzerns. Porsche kämpft derzeit mit einem schwierigen Umfeld, darunter ein rückläufiger Absatz in China und sinkende Gewinne, und hat einen strikten Sparkurs eingeschlagen. Mit dem Verkauf trennt sich das Unternehmen von einer Beteiligung, die zwar prestigeträchtig, für das Kerngeschäft aber nicht entscheidend war. Neben HOF Capital ist nach den Angaben BlueFive Capital als größter Einzelinvestor beteiligt, hinzu kommen institutionelle Anleger aus den USA und der EU. Weitere Einzelheiten zu den ursprünglichen Vertragskonditionen behandelten die Beteiligten vertraulich; die Erlöszahl wurde im Zuge der Finanzberichterstattung bekannt.
Der Deal auf einen Blick
Merkmal |
Wert |
|---|---|
Verkaufter Anteil Bugatti Rimac |
45% |
Verkaufter Anteil Rimac Group |
20,6% |
Käufer |
Konsortium um HOF Capital |
Erlös |
rund 1 Milliarde € |
Vertragsunterzeichnung |
April 2026 |
Vollzug |
9. September 2026 |
Porsche AG, Angaben aus Mitteilung und Berichterstattung, Stand September 2026.
Was Porsche mit dem Geld macht
Der Erlös stärkt die Finanzkraft des Konzerns. Rund 250 Millionen € fließen in Pensionsverpflichtungen, der verbleibende Betrag erhöht den Zufluss an Barmitteln. In der Folge hob Porsche die Prognose für die Netto-Cashflow-Marge im Automobilbereich an – von zuvor 3 bis 5% auf nun 5,5 bis 7,5% für das laufende Jahr. Für einen Konzern, der an vielen Stellen spart, ist der Mittelzufluss ein willkommener Effekt. Einen Restanteil an Bugatti Rimac behält Porsche nach eigenen Angaben nicht; der Ausstieg ist vollständig.
Stimmen zum Verkauf
Porsche-Chef Michael Leiters ordnete den Verkauf als bewusste Fokussierung ein: Mit dem Schritt zeige das Unternehmen, dass es sich auf sein Kerngeschäft konzentriere. Das geht aus der Mitteilung von Porsche hervor. Mate Rimac, Gründer und Chef von Bugatti Rimac, dankte Porsche als bisherigem Partner und erklärte, die neue Eigentümerstruktur erlaube eine schnellere Umsetzung der langfristigen Ziele. Beide Seiten stellen den Verkauf damit nicht als Bruch dar, sondern als Neuordnung, die zu den unterschiedlichen Prioritäten der Beteiligten passt.
Einordnung
Die Angaben geben den Stand vom 9. September 2026 wieder und stammen von Porsche sowie aus der Berichterstattung. Der Verkauf ist für Porsche wirtschaftlich sinnvoll, weil er Mittel freisetzt und den Konzern auf seine margenstarken Modelle konzentriert. Zugleich verliert Porsche damit die Verbindung zu einer Marke, die für Höchstleistung und Elektro-Hypersportwagen steht. Ob sich der Fokus auf das Kerngeschäft in der aktuell schwierigen Lage auszahlt, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen. Klar ist, dass der Schritt Teil einer größeren Bewegung ist, mit der sich Porsche in einem herausfordernden Marktumfeld neu aufstellt.
Bedeutung fürs Leasing
Für Leasingkunden hat der Verkauf keine unmittelbaren Folgen, da Bugatti mit seinen extrem teuren Kleinserien für das normale Leasinggeschäft ohnehin keine Rolle spielt. Mittelbar ist die Nachricht dennoch interessant: Porsche konzentriert sich stärker auf die volumenstärkeren Baureihen wie 911, Cayenne, Macan und den elektrischen Taycan, die für Leasingnehmer relevant sind. Beim Vergleich verschiedener Porsche Angebote lohnt sich der Blick auf Ausstattung, Restwert und Wertentwicklung, die gerade bei hochpreisigen Fahrzeugen stark ins Gewicht fallen. Wer die passenden Leasing Deals sucht, sollte neben der monatlichen Rate auch Laufzeit, Inklusivkilometer und die Servicebedingungen berücksichtigen. Eine stabile finanzielle Basis des Herstellers ist zudem ein Faktor, der langfristig für verlässliche Konditionen und Restwerte spricht.
Quelle: Handelsblatt





