Free2move-Carsharing geht an Mutares
Der Automobilkonzern Stellantis trennt sich von seinem Carsharing-Geschäft: Die Free-Floating-Dienste der Mobilitätsmarke Free2move gehen an die Beteiligungsholding Mutares. Damit setzt der Mutterkonzern von Marken wie Opel, Peugeot, Fiat und Jeep seine strategische Neuausrichtung fort und konzentriert sich stärker auf das eigentliche Automobilgeschäft. Der Verkauf umfasst ausschließlich das Carsharing; andere Angebote der Free2move-Plattform verbleiben beim Konzern. Der Abschluss der Transaktion wird bis Ende 2026 erwartet, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen und der Anhörung der Arbeitnehmervertretungen.
Das wird verkauft
Gegenstand der Vereinbarung sind allein die Free-Floating-Carsharing-Dienste von Free2move, also die kurzfristige und längerfristige stationsungebundene Fahrzeugvermietung. Betrieben werden diese Flotten aktuell in 14 Ballungsräumen in Europa und den USA, darunter mehrere deutsche Großstädte wie Berlin, München, Hamburg, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf. Wichtig ist die Abgrenzung: Nur das reine Carsharing wechselt den Besitzer, während die übrigen Dienste der Free2move-App und -Plattform bei Stellantis verbleiben. Konkrete Nutzer- oder Flottenzahlen wurden im Zuge der Ankündigung nicht offengelegt.
Der Käufer Mutares
Käufer ist die auf Beteiligungen spezialisierte Holding Mutares, die im Bereich der Elektromobilität bereits aktiv ist und unter anderem 2023 den portugiesischen Ladeinfrastruktur-Hersteller Efacec übernommen hat. Nach eigenen Angaben will Mutares Free2move als eigenständige Mobilitätsplattform weiterführen und dabei besonders auf die Elektrifizierung der Flotte, eine höhere betriebliche Effizienz und gezielte Investitionen setzen. Für den Carsharing-Dienst könnte der Eigentümerwechsel damit eine Fortführung unter neuer Führung bedeuten, statt eines Rückzugs vom Markt.
Der Grund: Fokus aufs Kerngeschäft
Die Trennung ist Teil der Konzernstrategie FaSTLane 2030, mit der Stellantis seine Ressourcen auf die rentabelsten Bereiche lenken will. Im Mittelpunkt steht eine, wie es der Konzern nennt, disziplinierte Kapitalallokation. Stellantis-Manager Virgilio Cerutti begründete den Schritt damit, dass man sich stärker auf das Kerngeschäft im Automobilbereich konzentrieren wolle, um die Erfolgsfähigkeit des Unternehmens zu stärken. Der Verkauf reiht sich damit in eine breitere Bewegung der Branche ein, bei der viele Hersteller ihre einst ambitionierten Mobilitätsdienste kritisch überprüfen und sich auf ihr eigentliches Geschäft besinnen.
Von Car2Go und DriveNow zu Free2move
Das nun verkaufte Geschäft blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Die integrierte Plattform Share Now war 2019 aus der Fusion der beiden Pioniere Car2Go von Daimler und DriveNow von BMW hervorgegangen. 2024 wurde Share Now schließlich in Free2move und damit in die Stellantis-Welt integriert. Dass dieses Geschäft nun weitergereicht wird, zeigt exemplarisch, wie schwierig sich das free-floating Carsharing für große Automobilkonzerne wirtschaftlich gestaltet hat – trotz wachsender Nutzung in vielen Städten.
Was das für die Mobilität bedeutet
Für die Nutzerinnen und Nutzer des Carsharings ändert sich zunächst wenig, da der Dienst unter neuer Eigentümerschaft fortgeführt werden soll. Über den Einzelfall hinaus verdeutlicht der Verkauf jedoch, dass sich die Wege zum Auto weiter ausdifferenzieren: Neben dem klassischen Besitz stehen Carsharing, Abo-Modelle und das Leasing als unterschiedliche Formen der Fahrzeugnutzung nebeneinander. Während das Carsharing vor allem für gelegentliche innerstädtische Fahrten attraktiv ist, bleibt das Leasing die zentrale Option für alle, die ein Fahrzeug dauerhaft und individuell nutzen möchten, ohne es zu kaufen. Wer die passenden Leasing Angebote sucht, vergleicht dabei am besten Rate, Laufzeit und Inklusivkilometer. Die Neuaufstellung von Stellantis unterstreicht letztlich, dass sich die Hersteller in einem herausfordernden Marktumfeld zunehmend auf ihre Stärken konzentrieren – mit spürbaren Folgen für das gesamte Mobilitätsangebot.