E-Auto-Prämie: bis 6.000€ – wer profitiert
Die neue staatliche E-Auto-Prämie in Deutschland zeigt erste Wirkung – und die Auswertung der Anträge macht deutlich, welche Haushalte am stärksten profitieren. Nach Daten des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mit Stand Anfang August 2026 gingen bereits 102.539 Anträge ein. Auffällig: Fast 75% aller Anträge stammen aus Haushalten mit einem Jahreseinkommen bis 60.000€. Gerade Haushalte mit niedrigerem Einkommen erhalten die höchste Förderung – und nutzen sie am häufigsten. Wichtig für Interessenten: Die Prämie gilt ausdrücklich auch fürs Leasing.
So ist die Prämie gestaffelt
Die Höhe der Förderung richtet sich nach dem zu versteuernden Jahreseinkommen. Für reine Elektroautos zahlt der Staat zwischen 3.000€ und 5.000€: Bei einem Einkommen bis 45.000€ gibt es bis zu 5.000€, bis 60.000€ noch bis zu 4.000€ und bis 80.000€ immerhin 3.000€. Plug-in-Hybride werden mit einer Basisförderung von 1.500€ bedacht, sofern sie bestimmte Vorgaben bei CO₂-Ausstoß oder elektrischer Reichweite erfüllen. Hinzu kommt ein Familienbonus von je 500€ pro Kind für bis zu 2 Kinder, also maximal 1.000€ zusätzlich. In der Summe sind damit bis zu 6.000€ möglich.
Wer am stärksten profitiert
Die BAFA-Zahlen zeichnen ein klares Bild. Allein 52.377 Anträge entfielen auf Haushalte mit einem Einkommen bis 45.000€, weitere 22.488 Anträge auf die Gruppe zwischen 45.001€ und 60.000€. Damit kommt der Löwenanteil der Förderung Haushalten mit eher niedrigem bis mittlerem Einkommen zugute – jener Gruppe also, die mit bis zu 5.000€ zugleich die höchste Prämie erhält. Insgesamt waren zum Stichtag bereits über 28.000 Anträge bewilligt. Reine Elektroautos dominieren dabei deutlich, während Plug-in-Hybride mit rund 9.700 Anträgen weniger als 10% ausmachen.
Einkommensgrenzen und Familienbonus
Antragsberechtigt sind Privatpersonen mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von maximal 80.000€. Diese Grenze erhöht sich um je 5.000€ pro minderjährigem Kind für bis zu 2 Kinder, sodass sie auf bis zu 90.000€ steigen kann. Wer über diesen Grenzen liegt, geht leer aus. Der gestaffelte Aufbau sorgt dafür, dass die Förderung gezielt Haushalte mit geringerem Einkommen unterstützt, für die der höhere Anschaffungspreis eines Elektroautos die größte Hürde darstellt. Genau diese Lenkungswirkung spiegelt sich nun in der Antragsstatistik wider.
Auch fürs Leasing – fast 50/50
Besonders relevant für viele Interessenten: Die Prämie gilt sowohl für den Kauf als auch für das Leasing eines neuen Elektroautos. Wie ausgewogen beide Wege genutzt werden, zeigen die Antragszahlen eindrucksvoll: Auf den Kauf entfielen 51.851 Anträge, auf das Leasing nahezu gleich viele mit 50.688 Anträgen. Damit ist das Leasing als Zugang zur Elektromobilität praktisch ebenso beliebt wie der klassische Kauf. Für Leasingnehmer kann die Prämie die Sonderzahlung abdecken oder die monatliche Rate senken, was besonders günstige Leasing Deals ermöglicht.
So funktioniert der Antrag
Beantragt wird die Förderung über das BAFA. Förderfähig sind Fahrzeuge, die seit dem 1. Januar 2026 erstmals zugelassen wurden; die Antragstellung ist seit Mitte Mai 2026 möglich und kann rückwirkend erfolgen. Wichtig ist die Frist: Der Antrag muss spätestens 12 Monate nach der Erstzulassung gestellt werden. Insgesamt stehen 3 Milliarden € bereit, was nach Schätzungen für rund 800.000 Fahrzeuge bis 2029 reicht. Zusätzlich zur Prämie profitieren reine Elektroautos weiterhin von der Kfz-Steuerbefreiung, die längstens bis Ende 2035 gilt. Beim Vergleich verschiedener Leasing Angebote lohnt sich daher der Blick auf das Zusammenspiel aus Prämie, Steuerersparnis und den Konditionen des jeweiligen Fahrzeugs – nur so lässt sich der tatsächliche Kostenvorteil zuverlässig ermitteln.