BMW und Mercedes: Zukunft hängt an Hochleistungs-Chips

Veröffentlicht am 23.09.2026
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BMW und Mercedes: Zukunft hängt an Hochleistungs-Chips
Symbolbild – Mit KI erstelltes Bild

Für die Zukunft von BMW und Mercedes werden leistungsstarke Computerchips immer wichtiger. Moderne Fahrzeuge sind zunehmend fahrende Computer, deren Funktionen von Fahrassistenz bis Infotainment auf immer leistungsfähigere Halbleiter angewiesen sind. BMW hat dafür seine Partnerschaft mit dem US-Chipkonzern Qualcomm ausgeweitet, und auch Mercedes setzt bei zentralen Funktionen auf Chips dieses Anbieters. Damit rückt die Frage in den Mittelpunkt, wer die entscheidende Technik für die nächste Fahrzeuggeneration liefert. Die Abhängigkeit von wenigen Zulieferern ist dabei Chance und Risiko zugleich.

BMW und Qualcomm vertiefen die Zusammenarbeit

Im Kern geht es um die Rechenleistung künftiger Autos. BMW hat Qualcomm als Lieferanten für Hochleistungsprozessoren ausgewählt, die gleich 2 Aufgaben übernehmen sollen: Fahrassistenzsysteme und Infotainment der nächsten Fahrzeuggeneration. Die Serienproduktion dieser Chips ist nach den Berichten für die frühen 2030er Jahre geplant. Bei den Assistenzsystemen arbeiten beide Unternehmen bereits seit rund 5 Jahren zusammen, die Ausweitung auf das Infotainment ist neu. Damit bündelt BMW zentrale Funktionen auf einer leistungsstarken Hardware-Basis, was den Trend zum softwaredefinierten Fahrzeug widerspiegelt. Je mehr Funktionen über Software gesteuert werden, desto wichtiger wird der zugrunde liegende Chip.

Warum die Chips so entscheidend sind

Hinter der Entwicklung steckt ein tiefgreifender Wandel der Branche. Autos werden zunehmend über Software definiert, ihre Funktionen lassen sich per Update erweitern, und zentrale Rechner steuern immer mehr Aufgaben zugleich. Für Fahrassistenz, vernetzte Dienste und moderne Bediensysteme sind dafür leistungsfähige Halbleiter nötig, die große Datenmengen in Echtzeit verarbeiten. Wer hier auf die beste Technik setzt, kann seinen Kunden mehr Funktionen und eine bessere Bedienung bieten. Gleichzeitig macht sich ein Hersteller damit von der Leistungsfähigkeit und den Lieferfähigkeiten seines Chippartners abhängig. Genau diese Abhängigkeit gilt als eines der zentralen Wettbewerbsthemen der Autoindustrie, weil die Chips über Tempo und Qualität der digitalen Fahrzeugfunktionen mitentscheiden.

Ein rasant wachsender Markt

Wie viel auf dem Spiel steht, zeigen die Marktzahlen. Nach Angaben des französischen Marktforschers Yole setzten die Halbleiterhersteller im vergangenen Jahr weltweit rund 77 Milliarden US-Dollar mit Chips für die Autoindustrie um. Bis 2031 soll sich dieser Markt auf etwa 160 Milliarden US-Dollar mehr als verdoppeln. Diese Zahlen verdeutlichen, wie stark die Bedeutung von Halbleitern im Auto zunimmt und warum Chipkonzerne wie Qualcomm zu wichtigen Partnern der Autohersteller geworden sind. Für die Zulieferer eröffnet sich damit ein enormes Wachstumsfeld, für die Autobauer wird die Sicherung der passenden Chips zu einer strategischen Aufgabe. Die Angaben sind Schätzungen des Marktforschers und als solche einzuordnen.

Auch Mercedes setzt auf Qualcomm

BMW ist mit dieser Strategie nicht allein. Auch Mercedes greift bei zentralen Funktionen wie Displays und Sprachbedienung auf Chips von Qualcomm zurück. Damit vertrauen gleich 2 deutsche Premiumhersteller bei wichtigen digitalen Funktionen auf denselben Zulieferer. Das unterstreicht, wie sehr sich die Rolle klassischer Autobauer verschiebt: Die Autobauer bleiben zwar für Fahrzeug und Marke verantwortlich, holen sich die entscheidende Rechentechnik aber von spezialisierten Chipkonzernen. Für die Hersteller ist das ein pragmatischer Weg, um schnell auf modernste Technik zuzugreifen, statt sie vollständig selbst zu entwickeln. Zugleich verstärkt es die Abhängigkeit von wenigen großen Anbietern aus dem Halbleitergeschäft.

Einordnung

Die Entwicklung zeigt Chancen und Risiken zugleich. Einerseits ermöglicht die Zusammenarbeit mit spezialisierten Chipkonzernen den Herstellern Zugang zu Spitzentechnik, ohne jahrelang eigene Halbleiter entwickeln zu müssen. Andererseits wächst die Abhängigkeit von wenigen Zulieferern, deren Technik über die Wettbewerbsfähigkeit ganzer Modellgenerationen mitentscheidet. Vergangene Lieferengpässe bei Chips haben gezeigt, wie verletzlich die Autoindustrie in diesem Bereich sein kann. Für BMW und Mercedes ist die frühzeitige Sicherung leistungsfähiger Prozessoren daher eine strategisch nachvollziehbare Entscheidung. Bemerkenswert ist, dass solche Weichenstellungen für die Zukunft zuletzt teils von anderen Nachrichten überlagert wurden, etwa dem im Juli angekündigten Abbau von 8.000 Stellen bei BMW bis Ende 2027. Ob die Chip-Strategie aufgeht, wird sich erst mit den Fahrzeugen der nächsten Generation zeigen.

Bedeutung fürs Leasing

Für Leasingkunden ist die Chip-Strategie der Hersteller mittelbar relevant, weil sie die Qualität künftiger Fahrzeuge prägt. Moderne Rechentechnik entscheidet mit darüber, wie gut Assistenzsysteme, Infotainment und vernetzte Dienste funktionieren, und diese Ausstattung wird beim Fahrzeugkauf immer wichtiger. Wer BMW Angebote, Mercedes Angebote oder allgemein Leasing Angebote prüft, sollte daher auch auf die digitale Ausstattung und deren Aktualität achten, denn softwaredefinierte Fahrzeuge lassen sich teils per Update erweitern. Das kann den Wert eines Fahrzeugs über die Laufzeit stützen, was sich positiv auf den Restwert und damit auf die Konditionen auswirken kann. Bei der Auswahl konkreter Leasing Deals lohnt sich der Blick darauf, wie zukunftssicher die verbaute Technik ist. Da Leasingfahrzeuge nach einigen Jahren zurückgehen, ist eine moderne und gut unterstützte Elektronik ein Vorteil. Die enge Zusammenarbeit der Hersteller mit führenden Chipkonzernen spricht dafür, dass kommende Modelle technisch auf der Höhe der Zeit sein dürften.

Quelle: Handelsblatt

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