BMW beendet Abfindungsprogramm wegen hoher Nachfrage
BMW hat sein freiwilliges Abfindungsprogramm in Deutschland vorzeitig geschlossen. Nach Angaben des Konzerns wurde das Ziel des Programms bereits nach weniger als 3 Wochen erreicht, weitere Anmeldungen sind nicht mehr möglich. Die Angebote richteten sich an Beschäftigte außerhalb der direkten Produktion, vor allem in Verwaltung und Entwicklung. Nach Medienberichten sollten auf diesem Weg rund 4.000 Stellen in Deutschland abgebaut werden. Eine offizielle Zahl zu den Interessenten hat BMW nicht genannt. Schätzungen gehen von rund 5.000 Beschäftigten aus, die Interesse angemeldet haben.
Schneller als geplant
BMW hatte die Angebote Anfang Oktober 2026 an Zehntausende Beschäftigte in Deutschland verschickt. Die Resonanz war offenbar so groß, dass die internen Systeme beim Start zeitweise überlastet waren. Am 15. Oktober wurde das Programm zwischenzeitlich ausgesetzt, seit dem 20. Oktober sind keine neuen Anmeldungen mehr möglich. Nach Angaben des Konzerns konnten dennoch alle Interessierten ihre Bekundung abgeben. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa-AFX, veröffentlicht unter anderem bei finanzen.net, soll das Programm bis Mitte November abgeschlossen sein. Bis dahin erfahren die Interessenten, ob ein Aufhebungsvertrag zustande kommt.
Doppelte Freiwilligkeit
Das Programm beruht auf dem Prinzip der doppelten Freiwilligkeit. Das bedeutet: Sowohl die Beschäftigten als auch BMW müssen dem Ausscheiden zustimmen. Nicht jede Interessensbekundung führt deshalb automatisch zu einem Aufhebungsvertrag. Nach Informationen aus Konzernkreisen sollen die meisten, aber nicht alle Interessenten tatsächlich ausscheiden. Auch die Verträge enden nicht sofort. Ursprünglich hatte BMW Oktober 2027 als spätestes Ende der Arbeitsverhältnisse genannt.
Abfindungen teils sechsstellig
Wie hoch die Abfindungen genau ausfallen, hat BMW nicht veröffentlicht. Die Beträge richten sich nach Medienberichten unter anderem nach Gehaltsstufe und Dauer der Betriebszugehörigkeit. Frühere Aussagen des Konzerns deuten auf Rückstellungen von gut 1 Milliarde € hin. Rechnerisch dürften viele Verträge damit im sechsstelligen Bereich liegen. Bei langjährigen Beschäftigten sollen nach Medienberichten auch mehrere Hunderttausend € möglich sein. Da sich das Programm nur an indirekte Bereiche richtete, sind vor allem Beschäftigte am Standort München betroffen, wo Verwaltung und Forschung konzentriert sind. Das Angebot galt aber nicht nur für die Zentrale, sondern für alle berechtigten Beschäftigten der BMW AG in den betreffenden Bereichen.
Produktion nicht betroffen
Ausdrücklich ausgenommen von dem Programm sind die Beschäftigten in den Werken. Nach aktuellem Stand plant BMW in der Produktion keinen Stellenabbau. Die Werke in Deutschland, darunter München, Dingolfing, Regensburg und Leipzig, fertigen damit weiter wie bisher.
Hintergrund: Der Stellenabbau bei BMW
BMW hatte im Sommer 2026 angekündigt, die Personalstruktur umfassend umzubauen. Nach Angaben aus Konzernkreisen sollen weltweit rund 8.000 Stellen wegfallen, gut die Hälfte davon in Deutschland. Der Abbau soll bis Ende 2027 abgeschlossen sein. Bereits im Juli 2026 hatte sich BMW mit dem Gesamtbetriebsrat auf ein Programm zur Personalstruktur verständigt. Zudem will der Konzern die Zahl seiner Organisationseinheiten und der damit verbundenen Führungsfunktionen bis Mitte 2027 um 20% verringern. Auf seinem Kapitalmarkttag Ende September kündigte BMW weitere Effizienzmaßnahmen an, darunter einen stärkeren Einsatz von künstlicher Intelligenz und eine effizientere Fahrzeugentwicklung. Hintergrund ist der zunehmende Kostendruck in der Branche. Im zweiten Quartal 2026 war der Vorsteuergewinn des Konzerns um 35,1% auf rund 1,7 Milliarden € gesunken. Zuletzt hatte BMW im dritten Quartal 2026 einen Absatzrückgang von 6,3% gemeldet, vor allem wegen eines Einbruchs in China um 24,8%. In Europa und den USA konnte der Konzern dagegen zulegen. Die BMW-Aktie legte nach der Meldung zeitweise leicht zu.
Einordnung
Das vorzeitige Ende des Programms zeigt, dass die Bereitschaft vieler Beschäftigter, das Unternehmen mit einer Abfindung zu verlassen, größer war als erwartet. Für BMW bedeutet das, einen großen Teil des geplanten Personalabbaus in Deutschland früher als geplant und auf freiwilliger Basis umsetzen zu können. Da BMW selbst entscheidet, welchen Anträgen zugestimmt wird, kann der Konzern zugleich steuern, welche Bereiche und Kompetenzen erhalten bleiben. Wie viele Aufhebungsverträge am Ende tatsächlich zustande kommen, wird sich bis Mitte November zeigen.
Bedeutung fürs Leasing
Für Leasingkunden hat der Personalabbau in Verwaltung und Entwicklung keine direkten Auswirkungen, da die Produktion ausdrücklich nicht betroffen ist. Die Fahrzeuge der Marke werden weiterhin in vollem Umfang gefertigt. Wer BMW Angebote prüft, findet unter anderem mit den neuen Modellen der Neuen Klasse wie dem iX3 und dem i3 eine wachsende Auswahl an Elektroautos. Auch bei anderen Leasing Angeboten in der Premiumklasse lohnt sich ein Vergleich der Konditionen.
Quelle: SPIEGEL





