Tesla-Shuttle in Grünheide: Schulfahrten noch 2026 geplant
Tesla-Shuttle in Grünheide: Schulfahrten noch 2026 geplant
In Grünheide könnten schon bald Teslas mit Assistenzsoftware Schulkinder befördern. Wie die Märkische Oderzeitung berichtet, plant die Gemeinde gemeinsam mit Tesla einen Shuttle-Dienst zwischen 2 Standorten einer Grundschule. Der Start ist noch für 2026 vorgesehen. Die Strecke ist rund 8 km lang. Anders als der Begriff „autonom“ nahelegt, sollen in den Fahrzeugen Sicherheitsfahrer von Tesla sitzen, die bei Bedarf eingreifen können. Informiert hatte darüber der Bürgermeister von Grünheide in der Gemeindevertretung.
Was geplant ist
Die Grundschule in Grünheide hat seit diesem Jahr eine Filiale an einem 2. Standort. Der Shuttle soll Schulpersonal und Kinder zwischen den beiden Gebäuden befördern. Bevor es losgehen kann, muss allerdings noch eine Gleisüberführung fertiggestellt werden, die nach dem Bericht voraussichtlich im November fertig wird. Welche Fahrzeuge zum Einsatz kommen, ist bislang nicht bekannt. Auch der Name der Schule und ein genaues Startdatum wurden nicht genannt. Der Dienst richtet sich ausdrücklich nicht an die Beschäftigten des Tesla-Werks, sondern an die Schule.
Assistiert statt autonom
Nach Einschätzung von teslamag ähnelt das Konzept eher dem Einsatz von Teslas Fahrassistenzsystem, das bislang als „Full Self-Driving (Supervised)“ bekannt war und in Europa inzwischen „Tesla Assisted Driving“ heißt. Bei diesem System muss stets ein Fahrer am Steuer sitzen, der die Verantwortung trägt und jederzeit eingreifen kann. Ein vollständig fahrerloser Betrieb wäre in Deutschland ohne besondere Genehmigung nicht möglich. Für die EU-weite Zulassung des Assistenzsystems steht frühestens im Dezember 2026 eine Abstimmung der Mitgliedstaaten an. Deutschland unterstützt die Zulassung, nachdem Tesla das System umbenannt und eine Begrenzung bei Tempoüberschreitungen zugesagt hat.
Vorbild Eifel
Als Vorbild für Grünheide nennt der Bericht ein Projekt in der Eifel. Dort läuft bereits ein Shuttle-Dienst mit Teslas Assistenzsoftware, der im Juni 2026 vom Eifelkreis Bitburg-Prüm auf den Landkreis Vulkaneifel ausgeweitet wurde. Laut der Pressemitteilung des Landkreises sollen dort 2 Tesla Model Y eingesetzt werden. Aus rechtlichen und sicherheitstechnischen Gründen sitzt auch dort ein Tesla-Mitarbeiter am Steuer. Die Shuttles verbinden unter anderem die Berufsbildende Schule in Gerolstein mit einem Ausbildungszentrum in Prüm und richten sich vor allem an Auszubildende ohne Führerschein. „Mit diesem Projekt stärken wir gezielt die Mobilität junger Menschen im ländlichen Raum“, sagte Landrätin Julia Gieseking. Das Angebot soll den öffentlichen Nahverkehr ergänzen, nicht ersetzen. Zunächst wird es in der Verbandsgemeinde Gerolstein getestet und ausgewertet, später sollen weitere Nutzergruppen und Strecken hinzukommen. Laut Landkreis profitiert das Projekt auch von der Nähe zur Tesla Automation GmbH in Prüm.
Offene Fragen
Viele Details zum Grünheider Projekt sind noch offen. Bislang ist nicht bekannt, wie viele Fahrzeuge eingesetzt werden, zu welchen Zeiten der Shuttle fährt und wie die Kosten zwischen Gemeinde und Tesla aufgeteilt werden. Auch Angaben zur Zahl der Kinder, die den Dienst nutzen sollen, liegen nicht vor. Klar ist bislang nur, dass Sicherheitsfahrer von Tesla an Bord sein sollen.
Tesla und Grünheide
Die Gigafactory in Grünheide ist der größte Industriearbeitgeber in Brandenburg. Tesla beschäftigt dort nach eigenen Angaben rund 12.600 Menschen und baut das Model Y für den europäischen Markt. Zuletzt hatte das Unternehmen angekündigt, das Werk auszubauen und langfristig bis zu 1 Million Fahrzeuge pro Jahr bauen zu wollen. Das Verhältnis zur Gemeinde ist seit dem Bau der Fabrik von Diskussionen geprägt, etwa über Wasserverbrauch und Flächen. Ein gemeinsames Mobilitätsprojekt für die örtliche Schule wäre ein Beispiel für eine engere Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Gemeinde.
Einordnung
Das geplante Projekt ist vor allem ein Praxistest für Teslas Assistenzsoftware im Alltag. Da ein Sicherheitsfahrer an Bord ist, handelt es sich rechtlich um eine normale Fahrt mit Fahrer, bei der das System unterstützt. Für Tesla bietet das Projekt die Chance, die Technik in Deutschland sichtbar zu machen, während die EU-weite Zulassung noch aussteht. Ob und wann der Dienst tatsächlich startet, hängt von der Fertigstellung der Gleisüberführung und den weiteren Abstimmungen zwischen Gemeinde und Tesla ab.
Bedeutung fürs Leasing
Für Leasingkunden hat das Projekt keine direkten Auswirkungen. Es zeigt aber, dass Teslas Fahrassistenz in Deutschland zunehmend praktisch erprobt wird. Sollte die EU-weite Zulassung kommen, könnte die Funktion auch für Fahrer eines geleasten Model 3 oder Model Y interessant werden. Wer Tesla Angebote vergleicht, sollte prüfen, ob die Assistenzfunktion im Leasingvertrag enthalten ist oder per Abo hinzugebucht werden muss. Auch bei anderen Leasing Angeboten lohnt der Blick auf die verfügbaren Assistenzsysteme.
Quelle: teslamag





