Ford Mustang Mach-E: Rückruf wegen Differenzial-Defekt
Ford ruft das Elektro-SUV Mustang Mach-E in die Werkstätten. Grund ist ein möglicher Defekt am Differenzial, der laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) zum Verlust des Vortriebs führen kann. Zudem ist eine unbeabsichtigte Bewegung des Fahrzeugs möglich. Betroffen sind weltweit 96.840 Fahrzeuge, davon 6.598 in Deutschland. Der Rückruf ist beim KBA unter der Referenznummer 16878R registriert, der Rückrufcode von Ford lautet 26S50. Bekannte Sach- oder Personenschäden im Zusammenhang mit dem Mangel gibt es laut KBA nicht.
Betroffene Fahrzeuge
Der Rückruf betrifft den Ford Mustang Mach-E aus dem Produktionszeitraum vom 3. März 2020 bis zum 15. Dezember 2023. Damit sind Fahrzeuge aus den ersten Produktionsjahren des Elektro-SUV erfasst, das im mexikanischen Werk Cuautitlán gebaut wird. Weitere Eingrenzungen, etwa auf bestimmte Antriebsvarianten, nennt der KBA-Eintrag nicht. In den USA betrifft die Aktion laut electrek 42.784 Fahrzeuge der Modelljahre 2021 bis 2023, und zwar nur Versionen mit Hinterradantrieb. Ob diese Einschränkung auch für Europa gilt, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor. Ob das eigene Fahrzeug betroffen ist, lässt sich mit der Fahrzeug-Identifizierungsnummer bei einem Ford-Händler klären.
Der Mangel
Nach Angaben von Ford gegenüber der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA kann sich die Ritzelwelle im hinteren Differenzial verbiegen oder brechen. In diesem Fall kann das Fahrzeug während der Fahrt plötzlich keinen Antrieb mehr haben. Zudem kann sich ein in der Parkstellung abgestelltes Fahrzeug bewegen, wenn die Feststellbremse nicht angezogen ist. Beides erhöht das Unfallrisiko. Möglicherweise leuchtet vorher eine Warnleuchte im Kombiinstrument auf. Die genaue Ursache wird laut electrek noch untersucht. Aufgefallen war das Problem demnach im März 2026 bei einem Mach-E in Europa. Bis Mitte Juni lagen Ford laut electrek weltweit unter anderem 62 Garantiefälle sowie mehrere Qualitäts- und Kundenmeldungen vor, die mit dem Mangel in Verbindung stehen könnten. Ein Gremium des Herstellers beschloss die Rückrufaktion schließlich am 23. Juni 2026.
Die Maßnahme
In der Werkstatt soll die Baugruppe des hinteren Differenzials repariert oder ausgetauscht werden. Wie bei sicherheitsrelevanten Rückrufen üblich, ist die Reparatur für die Halter kostenlos. Allerdings steht die endgültige Lösung noch nicht zur Verfügung: In den USA wird sie laut Ford erst für Ende Dezember 2026 erwartet. Ob dieser Zeitplan auch für Deutschland gilt, ist offen. Das KBA führt den Rückruf derzeit mit dem Status „In Untersuchung“. Eine Angabe zur Dauer des Werkstattaufenthalts gibt es noch nicht. In den USA hat Ford die Halter bereits im Juli mit einem Zwischenbescheid über die Risiken informiert. Ein weiteres Schreiben mit der Aufforderung zum Werkstattbesuch soll folgen, sobald Ersatzteile und Reparaturanleitung bereitstehen.
Was Halter jetzt tun sollten
Betroffene Halter werden vom Hersteller angeschrieben. Die Anschriften stammen aus dem Zentralen Fahrzeugregister des KBA, sodass auch Halter von Gebrauchtwagen erreicht werden. Bis zur Reparatur ist es sinnvoll, das Fahrzeug beim Abstellen zusätzlich mit der Feststellbremse zu sichern, da genau in dieser Situation ein unbeabsichtigtes Wegrollen möglich ist. Leuchtet eine Warnleuchte auf oder treten ungewöhnliche Geräusche aus dem Antrieb auf, sollte zeitnah eine Werkstatt aufgesucht werden. Wichtig: Ein vom KBA überwachter Rückruf ist keine bloße Empfehlung, der Mangel muss behoben werden. Wer mehrfach erfolglos angeschrieben wird, muss damit rechnen, dass das KBA die Zulassungsbehörde informiert, die im äußersten Fall den Betrieb des Fahrzeugs untersagen kann.
Einordnung
Für den Mustang Mach-E ist es nicht der erste größere Rückruf. In der Vergangenheit musste Ford das Elektro-SUV bereits mehrfach in die Werkstätten rufen. Erst vor Kurzem hatte Ford zudem den Sportwagen Mustang wegen Problemen mit den Scheibenwischern bei Kälte zurückgerufen. Positiv ist, dass bisher keine Unfälle bekannt sind, weder laut KBA noch nach Angaben von Ford in den USA. Ärgerlich für die Halter ist, dass die endgültige Reparatur noch auf sich warten lässt. Da es um Antrieb und Parksicherheit geht, sollten Betroffene die Hinweise bis dahin ernst nehmen.
Bedeutung fürs Leasing
Auch bei Leasingfahrzeugen trägt der Hersteller die Kosten der Reparatur. Viele der betroffenen Mach-E aus den Baujahren 2020 bis 2023 dürften inzwischen aus dem Leasing zurückgegeben worden sein oder kurz vor dem Vertragsende stehen. Leasingnehmer sollten den Werkstatttermin wahrnehmen, sobald die Lösung verfügbar ist, und bei der Rückgabe nachweisen können, dass der Rückruf erledigt wurde. Wer aktuell Ford Angebote oder Leasing Angebote für einen gebrauchten Mach-E prüft, sollte gezielt nachfragen, ob die Rückrufaktion bereits durchgeführt wurde.
Quelle: Merkur





