Erdbeben in Japan trifft Auto- und Chipwerke
Ein schweres Erdbeben der Magnitude 7,1 hat am 29. Juli 2026 den Südwesten Japans erschüttert und dort mehrere Auto- und Halbleiterfabriken lahmgelegt. Das Zentrum lag in der Präfektur Kumamoto auf der Insel Kyushu, einer Schlüsselregion für die japanische Industrie. Nach bisherigen Angaben kamen mindestens 13 Menschen ums Leben. Neben den menschlichen Folgen und Sachschäden hat das Beben auch die Produktion wichtiger Hersteller unterbrochen – mit möglichen Auswirkungen, die über Japan hinausreichen könnten, da Kyushu eine zentrale Rolle in den globalen Lieferketten der Auto- und Chipindustrie spielt.
Das Beben und seine Folgen
Das Erdbeben richtete in der Region erhebliche Schäden an. Berichtet wird unter anderem vom Teileinsturz eines Einkaufszentrums, von beschädigten Straßen und Stromausfällen. In mehreren Fabriken stürzten Deckenplatten herab, es kam zu Rissen in Wänden und zu Wasserschäden. Die Region Kumamoto ist erdbebenerfahren: Bereits 2016 hatte ein Beben der Stärke 7,3 die Gegend getroffen. Die daraus gezogenen Lehren und umfangreiche Investitionen in die Erdbebensicherheit der Industrieanlagen tragen nun dazu bei, dass die Schäden an den Fabriken nach ersten Einschätzungen begrenzt ausfallen.
Diese Autobauer stoppen die Produktion
Am deutlichsten trifft es den weltgrößten Autohersteller Toyota, der den Betrieb in 3 Werken bis Freitag aussetzte. Dazu zählt das Werk Miyata, in dem jährlich bis zu 430.000 Fahrzeuge der Marke Lexus gefertigt werden. Auch Honda unterbrach die Produktion in einem Motorradwerk bis Freitag, um Schäden zu beheben. Die Stopps dienen zunächst der Sicherheitsprüfung und der Reparatur, sind also vorerst als vorübergehende Maßnahmen angelegt. Wie schnell die Bänder wieder vollständig laufen, hängt vom Ausmaß der festgestellten Schäden ab.
Auch Chipwerke betroffen
Besonders sensibel ist die Lage bei den Halbleiterherstellern, da Kyushu als „Silicon Island" ein Zentrum der japanischen Chipfertigung ist. Der Autochip-Spezialist Renesas stoppte die Fertigung in 2 Werken in Kumamoto. Der weltgrößte Auftragsfertiger TSMC, der dort gemeinsam mit Sony ein Werk betreibt, evakuierte den Standort und nahm die Produktion nach Sicherheitsprüfungen schrittweise wieder auf. Zudem unterbrachen der Anlagenbauer Tokyo Electron und weitere Zulieferer die Fertigung zu Inspektionszwecken. Nach bisherigen Analysen wurden an den Halbleiterwerken keine schweren Schäden bestätigt; die Inspektionen dürften nur 3 bis 7 Tage in Anspruch nehmen.
Folgen für die Lieferketten
Die Auswirkungen auf die weltweiten Lieferketten werden derzeit als begrenzt eingeschätzt. Ein wesentlicher Grund ist die erdbebensichere Auslegung der japanischen Werke. Als Beispiel gilt der Umgang mit dem Beben von 2016: Damals stellte Renesas die Produktion nach rund 35 Tagen wieder vollständig her, nachdem das Unternehmen etwa 10 Milliarden Yen in die Ertüchtigung seiner Anlagen investiert hatte. Dennoch bleibt die Lage angespannt, denn moderne Fahrzeuge sind auf eine Vielzahl von Halbleitern angewiesen. Der Vorfall weckt Erinnerungen an das Tohoku-Beben von 2011, das seinerzeit globale Lieferketten empfindlich störte – auch wenn die aktuelle Lage nach bisherigem Stand weit weniger gravierend ausfällt.
Was das für Autokäufer bedeutet
Für Kunden in Europa sind kurzfristige Auswirkungen bislang nicht absehbar. Da die Produktionsstopps zunächst nur wenige Tage andauern und die Schäden als begrenzt gelten, dürften sich mögliche Folgen für Verfügbarkeit und Lieferzeiten in Grenzen halten. Sollten sich Engpässe bei bestimmten Bauteilen ergeben, könnten sich jedoch – wie bereits in früheren Chipkrisen – die Lieferzeiten einzelner Modelle verlängern. Gerade beim Leasing lohnt daher generell der Blick auf die Verfügbarkeit: Wer flexibel bei der Modellwahl ist, findet oft schneller lieferbare Fahrzeuge und damit passende Leasing Angebote. Wer die günstigsten Leasing Deals sucht, sollte neben Rate, Laufzeit und Inklusivkilometern auch die aktuelle Lieferbarkeit im Auge behalten. Der Vorfall zeigt einmal mehr, wie eng die globale Autoindustrie mit Ereignissen in einzelnen Weltregionen verknüpft ist.