Autohaus König meldet Insolvenz an

Veröffentlicht am 02.09.2026
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Autohaus König meldet Insolvenz an
Symbolbild

Einer der größten deutschen Autohändler ist in die Insolvenz gerutscht: Das Berliner Autohaus König hat beim Amtsgericht Charlottenburg ein Insolvenzverfahren beantragt. Das Unternehmen gilt als Deutschlands größter Renault-Händler und war einst der erste deutsche Dacia-Partner. Betroffen sind rund 1.200 Beschäftigte an 82 Standorten, überwiegend in Ostdeutschland. Der Antrag wurde Ende August 2026 gestellt und Anfang September amtlich. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Berliner Rechtsanwalt Dr. Rainer Eckert bestellt. Für Kunden und Mitarbeiter ist die Lage damit vorerst unsicher.

Das steckt hinter dem Fall

Das Autohaus König blickt auf über 60 Jahre Firmengeschichte zurück und entwickelte sich aus einer kleinen West-Berliner Werkstatt zu einer großen Handelsgruppe. Heute vertritt das Unternehmen nach eigenen Angaben rund 18 Automarken, darunter Renault, Dacia, Opel, Fiat, Jeep, Suzuki, Kia und der chinesische Hersteller BYD. Zum Zeitpunkt der Insolvenz führte die Gruppe einen Fahrzeugbestand von etwa 12.000 Fahrzeugen. Damit gehört König zu den bedeutendsten Handelsgruppen im deutschen Automobilhandel – was den Fall über Berlin hinaus relevant macht.

Die finanzielle Schieflage

Bemerkenswert ist der schnelle Absturz. Im letzten abgeschlossenen Geschäftsjahr von September 2023 bis August 2024 wies das Unternehmen noch einen Gewinn von 1,2 Millionen € aus. Bei der Insolvenzanmeldung standen dagegen bereits fällige Verbindlichkeiten von über 212 Millionen € im Raum. Die Mehrheitsgesellschafterin Dagmar König hatte zuletzt nach Investoren gesucht. Der Autokonzern Stellantis, dessen Marken zum Portfolio gehören, teilte mit, dass trotz der Prüfung verschiedener Optionen kurzfristig keine nachhaltige Gesamtlösung erzielt werden konnte. Konkrete Ursachen für die Schieflage wurden nicht offiziell genannt.

Wie es weitergeht

Der Geschäftsbetrieb läuft im Rahmen des Insolvenzverfahrens zunächst weiter, während der Insolvenzverwalter die Lage prüft. Stellantis kündigte an, Fortführungs-, Sanierungs- oder Nachfolgelösungen zu prüfen. Ob und in welchem Umfang Standorte und Arbeitsplätze erhalten bleiben, ist derzeit offen und dürfte von der Suche nach Investoren oder Käufern abhängen. Für die Beschäftigten bedeutet die Insolvenz eine Phase der Unsicherheit, auch wenn Löhne in einem solchen Verfahren zunächst häufig über das Insolvenzgeld abgesichert sind.

Was Kunden beachten sollten

Für Kunden stellt sich vor allem die Frage nach laufenden Bestellungen und dem Service. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Händler und Hersteller: Die Herstellergarantie bleibt vom Händler unabhängig bestehen und kann in der Regel auch bei anderen Vertragspartnern der jeweiligen Marke in Anspruch genommen werden. Bei bereits geleisteten Anzahlungen auf noch nicht gelieferte Fahrzeuge ist dagegen Vorsicht geboten, da solche Forderungen im Insolvenzverfahren zu offenen Ansprüchen werden können. Betroffene sollten den Kontakt zum Autohaus und gegebenenfalls zum Insolvenzverwalter suchen, um den Status ihrer Verträge zu klären.

Einordnung

Die Angaben geben den Stand von Anfang September 2026 wieder und stammen aus der Berichterstattung sowie den amtlichen Insolvenzangaben. Der Fall reiht sich in ein schwieriges Umfeld für den Autohandel ein: Händler stehen zwischen sinkenden Margen, hohen Standortkosten und einem Markt im Umbruch. Ob sich daraus ein allgemeiner Trend ableiten lässt, ist offen – die konkreten Ursachen im Fall König wurden nicht offiziell benannt. Fest steht, dass die Insolvenz eines so großen Händlers ein deutliches Signal für den Druck in der Branche ist.

Bedeutung fürs Leasing

Für Leasingkunden ist vor allem wichtig, wer Vertragspartner des Leasingvertrags ist. In der Regel läuft ein Leasingvertrag nicht über das Autohaus selbst, sondern über eine Leasing- oder Herstellerbank; ein solcher Vertrag besteht unabhängig von der Insolvenz des Händlers grundsätzlich fort. Für Wartung und Service lässt sich im Zweifel auf andere Vertragspartner der jeweiligen Marke ausweichen. Beim Abschluss neuer Verträge lohnt sich generell der Blick darauf, wer Leasinggeber ist und wie Service und Gewährleistung geregelt sind. Wer die passenden Leasing Deals sucht, sollte neben der monatlichen Rate auch Laufzeit, Inklusivkilometer und die Abwicklung über eine solide Leasinggesellschaft berücksichtigen.

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