Der Grand Cherokee ist das Spitzenmodell im europäischen Jeep-Programm und verbindet Geländetechnik mit dem Komfortanspruch großer SUV. Die Baureihe wurde 1992 eingeführt und gehört seither zu den bekanntesten amerikanischen Geländewagen auf dem europäischen Markt.
Einordnung der Baureihe
Anders als der Wrangler war der Grand Cherokee von Beginn an als komfortorientiertes Fahrzeug mit selbsttragender Karosserie ausgelegt, das Geländefähigkeit und Langstreckentauglichkeit verbinden sollte. Über die Generationen wuchs er in Abmessungen und Ausstattungsniveau und rückte immer näher an europäische Premium-SUV heran, ohne die markentypische Geländetechnik aufzugeben. In Deutschland trug lange ein Sechszylinder-Turbodiesel das Volumen, während die V8-Benziner ein kleineres Publikum ansprachen. Die jüngere Generation entstand auf einer neu entwickelten Plattform und wurde für Europa auf den Plug-in-Hybridantrieb ausgerichtet. Der Grand Cherokee ist damit jenes Modell, an dem sich die Wandlung der Marke am deutlichsten ablesen lässt: vom Geländewagen mit Komfortanspruch hin zum elektrifizierten Oberklasse-SUV, das sich an Emissionsvorgaben und Flottenzielen orientiert.
Karosserie und Format
Der Grand Cherokee misst rund 4,9 Meter und ist als fünftüriges SUV mit fünf Sitzplätzen ausgelegt. Eine in Nordamerika angebotene Langversion mit dritter Sitzreihe gehörte nicht zum europäischen Programm. Kennzeichnend sind die breite Spur, die weit ausgestellten Radhäuser und der siebenteilige Grill mit schmalen Scheinwerfern. Höhere Ausstattungslinien setzen auf offenporige Hölzer, feinere Lederqualitäten und großformatige Bildschirme, teils mit einem zusätzlichen Display auf der Beifahrerseite. Eine Luftfederung erlaubt es, das Fahrzeug für Geländefahrten anzuheben und bei höherem Tempo abzusenken; zum Ein- und Aussteigen lässt sich der Aufbau ebenfalls tieferlegen. Die Karosserie ist konstruktiv auf Anhängerbetrieb ausgelegt, was sich an der Verstärkung im Heckbereich und an der Verfügbarkeit werkseitiger Anhängerpakete zeigt. Trotz der Größe bleibt der Wendekreis für ein Fahrzeug dieser Klasse handhabbar.
Antriebsvarianten und Allradsysteme
Das Motorenangebot reichte über die Baureihengeschichte von Sechszylinder-Saugmotoren über V8-Benziner unterschiedlicher Hubraumgrößen bis zu Sechszylinder-Turbodieseln, ergänzt um besonders leistungsstarke Sonderausführungen. In Europa rückte später ein Plug-in-Hybrid in den Mittelpunkt, bei dem eine Elektromaschine in das Automatikgetriebe integriert ist und rein elektrisches Fahren im Alltagsbetrieb ermöglicht. Bei den Allradsystemen unterscheidet Jeep mehrere Ausbaustufen: eine einfache permanente Variante, eine Version mit Untersetzung und eine Ausführung mit elektronisch geregeltem Hinterachsdifferenzial. Fahrprogramme über den Selec-Terrain-Regler stimmen Motor, Getriebe, Federung und Kraftverteilung aufeinander ab. Anders als bei den kleineren Baureihen bleibt die mechanische Verbindung zwischen Vorder- und Hinterachse erhalten, auch beim Plug-in-Hybrid – ein wesentlicher Unterschied zu den elektrisch angetriebenen Hinterachsen von Renegade und Compass, der sich im Gelände und beim Ziehen schwerer Anhänger bemerkbar macht.
Platzangebot und Alltag
Im Innenraum bietet der Grand Cherokee vorn wie hinten reichlich Bein- und Schulterfreiheit, die Rückbank ist auch für längere Etappen brauchbar dimensioniert. Das Gepäckabteil fällt groß aus, bei den Plug-in-Hybriden geht ein Teil des Unterflurstauraums für die Batterie verloren. Die Anhängelast liegt auf einem für diese Fahrzeugklasse hohen Niveau, was den Betrieb mit Pferde- oder Bootsanhängern ermöglicht. Typische Einsatzzwecke sind Langstrecken, Familienreisen mit viel Gepäck und der Betrieb in schneereichen Regionen. In engen Innenstädten und Parkhäusern fordern Breite und Länge dagegen Aufmerksamkeit, weshalb Kamerasysteme und Parksensoren zur üblichen Ausstattung gehören. Bei den Plug-in-Hybriden hängt der Alltagsnutzen stark vom Ladeverhalten ab: Wird regelmäßig geladen, lässt sich der überwiegende Teil kurzer Fahrten elektrisch zurücklegen; ohne Lademöglichkeit bleibt vom Konzept vor allem das Mehrgewicht.
Leasing des Grand Cherokee
Als größtes Modell der Marke bewegt sich der Grand Cherokee auf einem hohen Preisniveau, entsprechend fallen die Monatsraten aus. Weil der Listenpreis groß ist, sagt die absolute Rate wenig aus – aussagekräftiger ist der Leasingfaktor, der Rate und Bruttolistenpreis ins Verhältnis setzt. Bei Plug-in-Hybriden richtet sich ein erheblicher Teil des Angebots an gewerbliche Nutzer, weshalb Raten häufig ohne Umsatzsteuer ausgewiesen sind. Zu prüfen ist außerdem die vereinbarte Jahreslaufleistung: Wer das Fahrzeug für Langstrecken oder den Anhängerbetrieb einsetzt, überschreitet niedrig angesetzte Kilometergrenzen schnell. Ausstattungsdetails wie Luftfederung, Anhängerkupplung oder Assistenzpakete beeinflussen sowohl die Rate als auch die spätere Bewertung bei der Rückgabe.