Der Renegade ist das kantigste Modell im kompakten Teil des Jeep-Programms und war lange Zeit der Einstieg in die Marke. Er entstand aus der Zusammenarbeit von Jeep mit den italienischen Konzernschwestern und wurde 2014 auf dem Genfer Automobilsalon präsentiert. Seine Rolle bestand von Anfang an darin, die Marke einem Publikum zu öffnen, für das die großen Geländewagen weder vom Format noch vom Preis her infrage kamen.
Einordnung der Baureihe
Mit dem Renegade betrat Jeep erstmals das Segment der kleinen Kompakt-SUV. Konstruktiv teilt sich das Modell die Bodengruppe mit einem Fahrzeug aus dem Fiat-Programm, wurde aber mit eigener Karosserie, eigener Achsabstimmung und einem eigenständigen Allradkonzept versehen. Produziert wird der Renegade im süditalienischen Melfi, weshalb er als erster in Europa gebauter Jeep gilt. Innerhalb der Modellfamilie steht er unterhalb des Compass und deckt jene Kundschaft ab, für die ein ausgewachsenes SUV zu groß ausfällt. Über die Jahre erhielt die Baureihe mehrere Überarbeitungen, die vor allem Motoren, Assistenzsysteme und das Infotainment betrafen, während die Grundform erhalten blieb.
Karosserie und Format
Der Renegade fällt durch seine betont eckige Gestaltung auf: senkrechte Fensterlinien, ein nahezu quadratischer Umriss und deutlich abgesetzte Kotflügel. Die Rückleuchten greifen ein X-Motiv auf, das an die verstrebte Oberseite militärischer Kanister erinnert. Charakteristisch sind außerdem die kurzen Überhänge und die hohe Gürtellinie. Für offenes Fahren gab es ein Dachsystem mit zwei herausnehmbaren Paneelen. Innen setzt sich die kantige Linie fort, etwa in den eckig gefassten Lüftungsdüsen und den mit Gummierungen versehenen Bedienelementen. Die Sitzposition liegt hoch, die Fensterflächen sind groß, was der Übersicht zugutekommt. Geländeorientierte Ausführungen tragen den Zusatz Trailhawk und unterscheiden sich durch veränderte Stoßfänger, mehr Bodenfreiheit, eine geänderte Getriebeabstimmung und rote Abschlepphaken. Auch die Wattiefe fällt bei diesen Versionen höher aus, während die Straßenausführungen flacher stehen und dadurch etwas leiser laufen.
Antriebsvarianten
Das Antriebsangebot wandelte sich über die Bauzeit erheblich. Zunächst standen aufgeladene Benziner unterschiedlicher Hubraumgrößen sowie Turbodiesel bereit, kombiniert mit Schaltgetriebe, Wandlerautomatik oder Doppelkupplungsgetriebe. Später folgte eine Mildhybridvariante mit 48-Volt-Bordnetz, bei der eine kleine Elektromaschine das Anfahren unterstützt und kurze Segelphasen erlaubt. Die Plug-in-Hybride tragen die Bezeichnung 4xe: Der Verbrennungsmotor treibt die Vorderräder an, eine Elektromaschine die Hinterachse, eine mechanische Verbindung zwischen beiden Achsen entfällt. Der Allradantrieb entsteht dadurch elektronisch geregelt und steht auch im rein elektrischen Betrieb zur Verfügung. Fahrprogramme über den Selec-Terrain-Regler ergänzen das Konzept. Mit dem Wegfall der mechanischen Verbindung verschwand zugleich die klassische Kardanwelle aus dem Fahrzeug, was Bauraum im Mitteltunnel freigab, aber den Charakter des Allradantriebs veränderte: Die Hinterachse arbeitet nur, solange die Batterie ausreichend geladen ist.
Platzangebot und Alltag
Trotz der kompakten Außenmaße nutzt der Renegade seine hohe Karosserie gut aus. Vorn sitzen die Insassen aufrecht und mit reichlich Kopffreiheit, im Fond ist der Knieraum eher klasseüblich als großzügig. Das Gepäckabteil profitiert von der steilen Heckklappe und der niedrigen Ladekante; bei den Plug-in-Hybriden fällt es wegen der Batterie unter dem Ladeboden kleiner aus. Die Rücksitzlehnen lassen sich geteilt umlegen, die Beifahrerlehne war in manchen Ausführungen ebenfalls umklappbar, was den Transport langer Gegenstände erleichtert. Als Einsatzzweck bieten sich Stadt- und Umlandverkehr, Fahrten auf unbefestigten Wegen sowie der Winterbetrieb in Mittelgebirgs- und Alpenregionen an. Für den Zweitwagenbetrieb in Familien ist die Baureihe ebenso geeignet wie für Vielparker, denen die Außenmaße entgegenkommen; für regelmäßige Langstrecken mit vier Erwachsenen und viel Gepäck stößt das Format dagegen an Grenzen.
Leasing des Renegade
Der Renegade ist über viele Modelljahre gebaut worden, weshalb im Markt sehr unterschiedliche Konfigurationen nebeneinander stehen. Lager- und Vorführfahrzeuge älterer Modelljahre erscheinen dabei oft mit auffällig niedrigem Leasingfaktor, sind in Ausstattung und Farbe aber festgelegt. Zwischen Mildhybrid und Plug-in-Hybrid liegen spürbare Unterschiede in Listenpreis und Rate, sodass sich der Vergleich lohnt, sobald die tatsächliche Nutzung feststeht: Ohne regelmäßige Lademöglichkeit verliert der Plug-in-Hybrid seinen Verbrauchsvorteil. Kurze Laufzeiten wirken sich bei dieser Baureihe stark auf die Rate aus, weil der Wertverlust in den ersten Jahren am höchsten ausfällt. Zu beachten ist außerdem der Rückgabezustand, denn Kunststoffbeplankung und Unterfahrschutz nehmen bei häufiger Nutzung auf Feldwegen sichtbare Spuren an.