Der Omoda 9 bildet das Spitzenmodell der Marke und markiert deren Vorstoß in ein höheres Segment. Knapp 4,80 Meter Außenlänge rücken das SUV an den unteren Rand der Klasse großer Familien-SUV. Anders als beim kleineren Modell treibt hier ein Plug-in-Hybrid beide Achsen an; der Hersteller nennt diesen Antriebsstrang Super Hybrid System. Welche Positionen serienmäßig mitkommen, führt das Datenblatt der jeweiligen Ausführung auf.
Einordnung im Programm
Während der Omoda 5 den Einstieg abdeckt, zielt das größere Modell auf Haushalte, die Raum in zwei Reihen und einen Antrieb mit Steckdosenanschluss suchen. Entwickelt wurde die Baureihe für den Export; nach Deutschland kam sie über die gemeinsame Importgesellschaft von Omoda und Jaecoo. Die Positionierung erklärt sich nicht über die Motorisierung allein: Zum Serienumfang zählen unter anderem elektrisch verstellbare und belüftete Sitze, Kameras mit Rundumsicht und ein Klangsystem mit mehreren Lautsprechern. Ein blendfreies Matrix-Licht gehört dagegen nicht zum Umfang. Die Zahl der Ausstattungslinien bleibt gering, sodass die Konfiguration überschaubar ausfällt und sich Angebote leichter gegenüberstellen lassen.
Karosserie, Format und Design
Fünf Türen und fünf Sitzplätze prägen den Aufbau; der Radstand von rund 2,82 Metern verschafft der zweiten Reihe spürbare Beinfreiheit. Eine dritte Sitzreihe ist nicht vorgesehen, das Fahrzeug bleibt also ein Fünfsitzer mit großem Gepäckabteil statt eines Vans mit sieben Plätzen. Gestalterisch arbeitet das Modell mit langer Motorhaube, flach stehender Frontscheibe und einem durchgehenden Leuchtenband am Heck. Ein breiter, hoch gebauter Mitteltunnel trennt die Vordersitze; er nimmt Ablagen auf, beansprucht bei groß gewachsenen Fahrern jedoch Platz am Knie. Wie weit sich Lenkrad und Sitz verstellen lassen, zeigt am ehesten eine Sitzprobe vor Vertragsabschluss.
So arbeitet der Plug-in-Hybrid
Der Antriebsstrang koppelt einen aufgeladenen Benziner an zwei Elektromaschinen. Eine davon arbeitet an der Vorderachse im Verbund mit einem hybridspezifischen Getriebe, die zweite treibt die Hinterachse an; daraus ergibt sich Allradantrieb, ohne dass eine Kardanwelle nötig wäre. Strom nimmt die Batterie an der Wallbox und an Gleichstromsäulen auf, sodass kurze Wege rein elektrisch zurücklegbar sind, während auf langer Strecke der Verbrennungsmotor übernimmt. Über die Fahrmodi lässt sich vorgeben, ob das System den elektrischen Anteil zuerst nutzt oder Ladung für einen späteren Abschnitt zurückhält. Im Alltag entscheidet das Ladeverhalten über den Verbrauch: Bei regelmäßigem Laden bewegt sich das Fahrzeug überwiegend elektrisch, ohne Laden bleibt ein schwerer Hybrid mit entsprechendem Kraftstoffbedarf. Ein Wechselstromanschluss mit der in Europa üblichen dreiphasigen Ladeleistung fehlt, was an öffentlichen Säulen zu längeren Standzeiten führt.
Innenraum, Gepäckabteil und Einsatzzwecke
Reichlich Raum für Erwachsene bleibt in beiden Reihen; die Neigung der hinteren Lehne ist einstellbar. Das Gepäckabteil ist regelmäßig geschnitten, mit Zurrösen ausgestattet und wächst durch Umklappen der Rückenlehnen auf eine lange, weitgehend ebene Fläche. Das Fahrzeug taugt damit für Reisen mit viel Gepäck, für den Transport von Kindersitzen und für Ausflüge mit Dachbox oder Heckträger. Als Firmenwagen ist der Plug-in-Hybrid interessant, weil elektrische Fahrleistung und Verbrennungsmotor kombinierbar sind und auf Langstrecke keine Ladeplanung nötig wird. Für den reinen Stadtbetrieb fällt das Format groß aus, für Autobahn und Urlaubsfahrten passt es besser. Die Sitze tragen Kunstlederbezüge; eine Belüftung der Vordersitze gehört zur Ausstattung.
Leasing des Omoda 9
Im höheren Preissegment wiegt der Leasingfaktor schwerer als bei kleinen Fahrzeugen, weil schon geringe Abweichungen beim kalkulierten Restwert die Rate deutlich verschieben. Die Anbieter setzen den Restwert unterschiedlich an, weshalb sich Raten für nahezu identische Fahrzeuge unterscheiden können. Ob eine Sonderzahlung bereits im genannten Faktor steckt, entscheidet zusätzlich darüber, wie belastbar der Vergleich zweier Offerten ausfällt. Ein Vergleich mehrerer Anbieter bei gleicher Laufzeit und gleicher Kilometerleistung ist deshalb aufschlussreicher als der Blick auf eine einzelne Offerte. Für gewerbliche Nutzer ist die Besteuerung des geldwerten Vorteils zu prüfen, die bei Steckerhybriden von der elektrischen Fahrleistung abhängt. Sonderzahlung, Überführung und ein möglicher Wartungsvertrag gehören in die Gesamtrechnung, ebenso die Erreichbarkeit eines Servicebetriebs der Marke. Die lange Herstellergarantie auf Fahrzeug und Antriebsbatterie deckt übliche Vertragslaufzeiten ab.