DUH wirft Handel Abgasbetrug mit Billig-Kats vor
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) erhebt schwere Vorwürfe gegen Teilehandel und Werkstattketten. Auf einer Pressekonferenz am 8. September 2026 in Berlin warf die Organisation der Branche vor, mit minderwertigen Austauschkatalysatoren einen massiven Abgasbetrug zu ermöglichen. Betroffen seien Benzin-Pkw und leichte Nutzfahrzeuge, deren Katalysator nach einem Defekt ersetzt wird. Nach Schätzung der DUH sind in Deutschland bis zu 2,7 Millionen Benzin-Pkw mit unzureichender Abgasreinigung unterwegs. Es handelt sich um Vorwürfe der Umweltorganisation; die betroffene Branche weist die pauschale Kritik zurück.
Das ergaben die Labortests
Grundlage der Kritik sind eigene Labortests der DUH. Untersucht wurden 5 neue Austauschkatalysatoren, deren Edelmetallgehalt zwischen 0,091 und 0,244 Gramm lag. Zum Vergleich dienten ältere Muster aus dem Jahr 2014 mit rund 0,195 und 0,225 Gramm. Bei einem baugleichen Teil sank der Gehalt demnach von 0,195 Gramm (2014) auf 0,093 Gramm (2026) – auf weniger als die Hälfte. Da Edelmetalle wie Platin, Palladium und Rhodium für die Schadstoffumwandlung entscheidend sind, verlieren zu gering beschichtete Katalysatoren nach Darstellung der DUH vorzeitig ihre Wirkung. Pro Jahr werden in Deutschland rund 300.000 Austauschkatalysatoren verkauft.
Streit um die ECE-Zulassung
Im Zentrum steht die Frage, was eine Zulassung tatsächlich garantiert. Händler verweisen auf die Genehmigung nach der ECE-Regelung Nr. 103. Diese regelt die Zulassung von Austauschkatalysatoren, sagt nach Auffassung der DUH aber nichts über die dauerhafte Reinigungswirkung im Betrieb aus. Als Beleg führt die Organisation frühere Messungen an: 2019 sei bei Straßenmessungen der Stickoxid-Grenzwert bis zu 8-fach überschritten worden. Ein Bericht der Bundesanstalt für Straßenwesen aus dem Jahr 2015 kam zu dem Ergebnis, dass von 5 geprüften Teilen nach simulierten 80.000 Kilometern nur 2 die damaligen Euro-4-Grenzwerte einhielten. Ein Umweltzeichen für besonders langlebige Katalysatoren, der Blaue Engel, existiert bereits seit 2013.
Das sagt die Branche
Die betroffenen Verbände widersprechen den Vorwürfen deutlich. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) und der Gesamtverband Autoteile-Handel (GVA) hatten bereits zu früheren Vorwürfen erklärt, dass es bei sicherheits- und emissionsrelevanten Bauteilen wie dem Katalysator keine Kompromisse gebe und der freie Ersatzteilmarkt für geprüfte Qualität stehe. Sie werfen der DUH vor, das Kfz-Gewerbe pauschal unter Verdacht zu stellen. Zu den neuen Messwerten vom September 2026 lag zunächst keine gesonderte Stellungnahme der Unternehmen und Verbände vor. Die DUH selbst nannte keine konkreten Firmen; von 21 angefragten Händlern und Werkstattketten habe knapp die Hälfte gar nicht geantwortet.
Forderungen und nächste Schritte
Die DUH kündigte an, Testkäufe und Testbesuche bei Werkstätten durchzuführen und notfalls rechtliche Schritte zu prüfen. Von der Politik fordert sie eine amtliche Nachprüfung der Reinigungswirkung verkaufter Katalysatoren durch das Bundesverkehrsministerium sowie verpflichtende Stickoxidmessungen für Benziner in der regelmäßigen Hauptuntersuchung. „Fahrzeughalterinnen und Fahrzeughalter werden darüber im Dunkeln gelassen, welche Qualität der eingebaute Katalysator tatsächlich hat", erklärte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.
Einordnung
Die Angaben geben den Stand vom 8. September 2026 wieder und beruhen auf Tests und Aussagen der DUH; die genannten Messwerte stammen aus deren eigenen Untersuchungen. Es handelt sich um Vorwürfe und Stichproben, nicht um ein behördlich festgestelltes Fehlverhalten einzelner Unternehmen. Die geprüfte Stückzahl ist klein, und die Branchenverbände bestreiten eine flächendeckende Qualitätslücke. Zugleich decken sich die Befunde mit älteren Messungen und einem amtlichen Bericht, was den Hinweisen Gewicht verleiht. Ob es zu behördlichen Nachprüfungen oder rechtlichen Konsequenzen kommt, bleibt offen. Für eine abschließende Bewertung wären unabhängige, breiter angelegte Prüfungen nötig.
Bedeutung fürs Leasing
Für Leasingfahrzeuge ist das Thema meist von untergeordneter Bedeutung, da diese in der Regel neu sind, unter Herstellergarantie stehen und mit dem originalen Katalysator ausgeliefert werden. Relevant wird die Debatte vor allem bei älteren Gebrauchten und nach Reparaturen, bei denen ein Katalysator getauscht wird. Wer ein Elektroauto least, ist von der Frage ohnehin nicht betroffen. Beim Vergleich verschiedener Leasing Angebote lohnt sich dennoch der Blick auf Wartung, Garantie und die Frage, welche Ersatzteile im Servicefall verbaut werden. Wer die passenden Leasing Deals sucht, sollte neben der monatlichen Rate auch Laufzeit, Inklusivkilometer und die Servicebedingungen berücksichtigen. Am Ende der Laufzeit ist zudem eine bestandene Hauptuntersuchung wichtig, für die eine funktionierende Abgasreinigung Voraussetzung ist.
Quelle: Deutsche Umwelthilfe





