Der Audi RS4 gehört zu einer kleinen, sehr deutschen Fahrzeuggattung: dem schnellen Kombi. Statt eines Coupés oder einer flachen Limousine steht hier ein Avant mit großer Heckklappe, umklappbaren Lehnen und Dachreling – und darunter Technik, die für ganz andere Zwecke ausgelegt ist. Erkennbar wird das an den deutlich verbreiterten Kotflügeln, die dem Fahrzeug eine sichtbar breitere Spur verschaffen, sowie an Bremsanlage, Auspuffanlage und Rädern.
Kombi mit Sportwagen-Technik
Unter der Haube arbeitet ein aufgeladener Sechszylinder, dessen Kraft über einen permanenten Allradantrieb auf die Straße kommt. Die Kraftverteilung ist variabel und schiebt bei Bedarf Moment an die Hinterachse, wodurch der Wagen aus der Kurve heraus stabil bleibt statt über die Vorderräder zu schieben. Die Automatik ist auf schnelle Gangwechsel ausgelegt, das Fahrwerk lässt sich in mehreren Stufen verstellen. Für ein Fahrzeug mit diesem Nutzwert ist das eine ungewöhnliche Kombination.
Was der Avant praktisch kann
Der Laderaum unterscheidet sich nicht von dem eines normalen A4 Avant: Kinderwagen, Hundebox, Getränkekisten oder Reisegepäck finden Platz, die Lehnen lassen sich geteilt umlegen. Damit ist der RS4 tatsächlich als einziges Auto im Haushalt vorstellbar – anders als bei einem Sportcoupé muss niemand auf Alltagstauglichkeit verzichten. Die Rückbank bietet Erwachsenen ausreichend Platz, Isofix-Punkte sind vorhanden, und die Ladekante bleibt niedrig genug zum bequemen Beladen.
Fahrverhalten im Alltag
Trotz der sportlichen Auslegung bleibt der Wagen im normalen Verkehr handhabbar. In der komfortablen Fahrwerkseinstellung nimmt sich die Dämpfung zurück, die Lenkung arbeitet leichtgängig, und der Motor gibt sich bei niedriger Last unauffällig. Erst beim Beschleunigen zeigt sich, wie viel Reserve vorhanden ist. Auf schlechten Straßen bleibt die Abstimmung straff – wer überwiegend über Kopfsteinpflaster oder Landstraßen mit Flickenteppich fährt, sollte das vor der Entscheidung ausprobieren.
Unterhalt und Verschleiß
Die Betriebskosten liegen deutlich über denen eines normalen Avant. Große Reifen in Sportmischung halten weniger lange, die Bremsanlage ist teurer im Ersatz, der Verbrauch steigt mit der genutzten Leistung stark an. Kfz-Steuer und Versicherung fallen in dieser Klasse hoch aus, beide sind gesondert zu tragen und gehören nicht zur Leasingrate. Wer eine ehrliche Kalkulation aufstellt, sollte den Reifenverschleiß nicht unterschätzen – bei zügiger Fahrweise ist er oft der größte Einzelposten neben dem Kraftstoff.
Warum es keine Limousine gibt
Anders als beim S4 verzichtet Audi beim RS4 bewusst auf eine Stufenheck-Variante. Der Grund ist das Käuferprofil: Wer ein Fahrzeug dieser Leistungsklasse als einziges Auto fährt, braucht die große Klappe. Der Avant nimmt Kinderwagen, Hundebox und Urlaubsgepäck auf, ohne dass beim Fahrverhalten nennenswerte Abstriche entstehen. Die Limousinen-Kundschaft findet im S4 oder in der größeren Baureihe um den A6 passende Alternativen. Wer Coupé-Form sucht, wird beim RS5 fündig, der dieselbe Technik in einer flacher gezeichneten Karosserie anbietet.
Was die breite Spur bewirkt
Die verbreiterten Kotflügel sind kein reines Stilmittel. Sie schaffen Platz für eine größere Spurweite, und die wirkt sich unmittelbar auf das Fahrverhalten aus: Der Wagen wankt weniger, hält höhere Querbeschleunigungen aus und bleibt in schnellen Wechselkurven ruhiger. Bezahlt wird das mit einer größeren Fahrzeugbreite, die in engen Parkhäusern und auf schmalen Landstraßen spürbar ist. Kamerasysteme und Parksensoren gehören deshalb praktisch immer zur Ausstattung und sind hier weniger Komfort als Notwendigkeit.
Anhängelast und Dachlast
Ein Punkt, der bei Sportkombis gern übersehen wird: Der RS4 ist je nach Ausführung für eine Anhängevorrichtung freigegeben und darf Lasten ziehen, die für ein Fahrzeug dieser Ausrichtung ungewöhnlich sind – Fahrradträger, kleine Anhänger oder ein Wohnwagen im unteren Gewichtsbereich sind damit möglich. Auch eine Dachlast ist vorgesehen, was Dachbox oder Skiträger erlaubt. Beides sollte vor Vertragsabschluss geprüft werden, weil die Freigaben von Ausstattung und Baujahr abhängen. Für Familien, die den Wagen als einziges Auto nutzen, entscheidet dieser Punkt oft mehr als jede Fahrleistungsangabe.
Leasing des Audi RS4
Fahrzeuge dieser Art werden häufig geleast, weil ihr Wiederverkaufswert stark von Ausstattung, Farbe und Marktlage abhängt und sich schwer vorhersagen lässt. Beim Leasing trägt dieses Risiko der Leasinggeber, während die monatliche Belastung feststeht. Zum Vergleich einzelner Angebote eignet sich der Leasingfaktor am besten, weil er die Rate ins Verhältnis zum Fahrzeugwert setzt. Zu prüfen sind daneben die jährliche Laufleistung – bei einem Reisekombi schnell höher als gedacht – sowie Laufzeit und mögliche Sonderzahlung. Die Audi RS4 Leasing Angebote auf dieser Seite werden regelmäßig aktualisiert.