VW erschließt Usbekistan und Kasachstan
Volkswagen greift nach neuen Märkten in Zentralasien: In Usbekistan und Kasachstan baut der Konzern seinen Vertrieb auf. Das Bemerkenswerte daran ist die Herkunft der Autos – sie kommen nicht aus Europa, sondern aus China und werden komplett über die dortige Konzerntochter gesteuert. Damit macht VW China erstmals zur Export-Drehscheibe für Märkte, die sich von Europa aus wirtschaftlich kaum bedienen lassen. Bis 2030 sollen jährlich 250.000 Fahrzeuge aus China exportiert werden. Zentralasien mit seinen rasant wachsenden Automärkten ist dafür ein logischer Anfang.
Warum ausgerechnet Zentralasien?
Der Reiz liegt im Wachstum. Beide Länder gehören zu den am schnellsten expandierenden Automärkten der Region. In Usbekistan mit über 38 Millionen Einwohnern hat sich die Fahrzeugnachfrage seit 2021 mehr als verdoppelt und erreichte 2025 über 461.000 Neuzulassungen. Auch in Kasachstan legte der Markt kräftig zu und kam 2025 auf über 222.000 Neuwagen. Für einen Hersteller, der im Kernmarkt China unter Druck steht, sind solche Zuwachsraten hochattraktiv – zumal die Fahrzeuge aus der bestehenden China-Produktion stammen und dort Kapazitäten frei sind.
Die Pläne im Vergleich
In beiden Ländern setzt VW auf lokale Partner und ein wachsendes Händlernetz, unterscheidet sich aber im Detail. Die folgende Übersicht stellt die beiden Markteintritte gegenüber:
| Merkmal | Usbekistan | Kasachstan |
|---|---|---|
| Partner | Alyans Auto | Orbis Auto |
| Händler (Start bis Ziel) | 13 bis Ende 2026, rund 26 bis 2028 | 6 zum Start, bis 25 bis 2030 |
| Fertigung | SKD-Montage in Taschkent ab 2026 | Import aus China |
| Modelle (Auswahl) | Tiguan L Pro, Passat Pro, Teramont Pro, Jetta | Tayron, Talagon, Bora, Magotan, Jetta VA7/VS7/VS8 |
| Neuzulassungen 2025 | über 461.000 | über 222.000 |
VW-Markteintritt in Zentralasien im Vergleich. Quelle: Herstellerangaben, Stand 2026.
Autos aus China statt aus Wolfsburg
Angeboten werden ausschließlich in China entwickelte und gebaute Modelle. In Usbekistan sind das zunächst importierte Versionen wie der Tiguan L Pro, der Passat Pro und der Teramont Pro, dazu Fahrzeuge der Marke Jetta; ab 2026 soll in Taschkent eine SKD-Montage starten, bei der Fahrzeuge aus Teilesätzen vor Ort zusammengebaut werden. In Kasachstan kommen Modelle von FAW-Volkswagen sowie der Marke Jetta zum Einsatz. Für VW ist das ein Strategiewechsel: Erstmals wird ein Exportmarkt vollständig aus der chinesischen Produktion heraus beliefert.
Konkurrenz aus China ist schon da
Leicht wird der Einstieg nicht, denn chinesische Marken haben die Region längst erobert. In Kasachstan kamen Anbieter wie Chery und Changan zuletzt zusammen auf rund 39% Marktanteil – nach nur etwa 2% wenige Jahre zuvor. Etablierte Hersteller wie Hyundai, Kia und Chevrolet verloren dagegen an Boden. VW tritt also gegen dieselben chinesischen Wettbewerber an, die dem Konzern im Heimatmarkt China zusetzen – nur diesmal mit ebenfalls in China gefertigten Modellen. Weitere Zielregionen wie Indien, Südostasien und Südamerika hat der Konzern bereits im Blick.
Teil einer größeren Strategie
Der Vorstoß ist kein Einzelfall, sondern Teil einer neuen Ausrichtung. VW-China-Chef Ralf Brandstätter bezeichnet den Export als „zentrale Säule" der China-Strategie, Vertriebsvorstand Martin Sander nennt die Erschließung neuer Märkte einen „zentralen Bestandteil" der globalen Vertriebsstrategie. Hintergrund ist die schwächelnde Nachfrage in China selbst, wo VW Marktanteile an lokale Elektrohersteller verloren und die Produktionskapazität um 1,5 Millionen Fahrzeuge pro Jahr reduziert hat. Die frei werdenden Kapazitäten sollen nun über den Export in neue Märkte genutzt werden.
Bedeutung fürs Leasing
Für Kunden in Deutschland hat die Expansion keine direkten Folgen, da die betroffenen Modelle hierzulande nicht angeboten werden. Der Schritt zeigt aber, wie stark sich die globalen Warenströme in der Autoindustrie verschieben und wie sehr selbst deutsche Hersteller inzwischen auf ihre China-Produktion setzen. Für den heimischen Markt bleibt entscheidend, welche Modelle und Preise bei den Händlern ankommen. Beim Vergleich verschiedener Volkswagen Angebote lohnt sich der Blick auf Ausstattung, Reichweite und Gesamtkosten. Wer die passenden Leasing Deals sucht, sollte neben der monatlichen Rate auch Laufzeit, Inklusivkilometer und die Verfügbarkeit des gewünschten Modells berücksichtigen.

