Land Rover ruft wegen der Anhängerkupplung zurück
Land Rover ruft ältere Modelle in die Werkstätten zurück, weil sich an der abnehmbaren Anhängerkupplung ein Bauteil lösen kann. Betroffen sind 595.080 Fahrzeuge weltweit, davon 29.393 in Deutschland. Es handelt sich um einen sicherheitsrelevanten Rückruf, der über das Kraftfahrt-Bundesamt läuft. Besonders relevant ist die Aktion für Halter, die ihr Fahrzeug regelmäßig zum Ziehen von Anhängern nutzen. Sach- oder Personenschäden im Zusammenhang mit dem Mangel sind dem Kraftfahrt-Bundesamt bislang nicht bekannt, dennoch sollte die vorgesehene Kontrolle nicht unnötig aufgeschoben werden.
Das ist der Defekt
Im Zentrum steht die abnehmbare Anhängerkupplung, genauer deren Nachstellmechanismus. Wird der Kugelkopf entgegen den Vorgaben der Betriebsanleitung bei Nichtbenutzung dauerhaft am Fahrzeug belassen, kann dieser Mechanismus beschädigt werden. In der Folge droht, dass sich die Kupplungskugel während des Anhängerbetriebs löst und die Verbindung zwischen Zugfahrzeug und Anhänger beeinträchtigt wird. Ein sich lösender Anhänger im Straßenverkehr wäre ein ernstes Sicherheitsrisiko. Bemerkenswert ist der Auslöser: Der Mangel entsteht vor allem dann, wenn die Kupplung nicht wie vorgesehen abgenommen wird. Das Verhalten im Alltag spielt also eine Rolle, die technische Abhilfe soll das Risiko aber unabhängig davon dauerhaft ausräumen. Wer den Kugelkopf bislang nie dauerhaft am Fahrzeug gelassen hat, ist somit weniger gefährdet, sollte den Rückruf aber trotzdem wahrnehmen, da sich das Verhalten über die Jahre und bei mehreren Vorbesitzern kaum lückenlos nachvollziehen lässt.
Betroffene Modelle und Zahlen
Der Rückruf betrifft den Range Rover Sport und den Discovery aus den Baujahren 2005 bis 2016. Es geht also um ältere Fahrzeuge, die vielfach längst auf dem Gebrauchtmarkt unterwegs sind. Nicht jedes Fahrzeug dieser Jahre ist automatisch dabei, maßgeblich ist die konkrete Fahrzeugidentifikation. Ob das eigene Auto zur Aktion gehört, lässt sich anhand der Fahrgestellnummer klären. Land Rover führt die Maßnahme unter dem Rückrufcode N923, das Kraftfahrt-Bundesamt unter der Referenznummer 15197R. Wichtig ist die Abgrenzung zu anderen Land-Rover-Rückrufen der jüngeren Zeit, die andere Bauteile wie Airbags betreffen. Für diesen Fall gelten ausschließlich die hier genannten Angaben.
So reagieren Besitzer
Die Abhilfe erfolgt in der Vertragswerkstatt und ist klar umrissen. Dort wird ein zusätzlicher Haltebügel mit 2 Bolzen an der Anhängerkupplung installiert, der das Bauteil zusätzlich sichert. Ergänzend bringt die Werkstatt ein Hinweisschild mit Piktogrammen und einem QR-Code an, das an die korrekte Handhabung erinnert. Ein reines Softwareupdate genügt hier also nicht, es handelt sich um eine mechanische Nachrüstung. Halter sollten Kontakt mit Land Rover oder einer Vertragswerkstatt aufnehmen und dabei die KBA-Referenznummer 15197R bereithalten. In der Regel werden betroffene Fahrzeughalter zusätzlich vom Hersteller angeschrieben. Die Reparatur im Rahmen eines offiziellen Rückrufs ist für die Betroffenen kostenlos, da sie der Behebung eines Sicherheitsmangels dient. Bis zur Nachrüstung empfiehlt es sich, die Vorgaben der Betriebsanleitung zur Anhängerkupplung genau einzuhalten.
Einordnung
Rückrufe bei älteren Fahrzeugen sind keine Seltenheit, da Mängel mitunter erst nach Jahren im Feld auffallen. Dass ein Hersteller auch Modelle zurückruft, die teils schon vor mehr als einem Jahrzehnt gebaut wurden, zeigt, dass die Verantwortung über die gesamte Lebensdauer eines Fahrzeugs reicht. Für die betroffenen Halter ist die Aktion vor allem eine Frage der Sorgfalt: Wer die Nachrüstung durchführen lässt, beseitigt das Risiko dauerhaft. Wer das Anschreiben ignoriert, riskiert im Extremfall nicht nur die eigene Sicherheit, sondern auch die anderer Verkehrsteilnehmer, denn ein sich lösender Anhänger gefährdet das gesamte Umfeld. Ein offener, unerledigter Rückruf kann zudem bei Verkauf, Versicherung und Hauptuntersuchung zu Problemen führen. Positiv ist, dass die Lösung technisch einfach und der Werkstattaufenthalt planbar ist. Zudem sichert der zusätzliche Haltebügel das Bauteil dauerhaft, sodass die Nachrüstung eine einmalige Angelegenheit bleibt.
Bedeutung fürs Leasing
Da es sich um Baujahre von 2005 bis 2016 handelt, spielt der Rückruf im Neuwagen-Leasing keine Rolle, wohl aber im Gebraucht- und Anschlussmarkt. Wer einen gebrauchten Range Rover Sport oder Discovery dieser Jahre fährt, least oder kaufen möchte, sollte den Rückrufstatus des konkreten Fahrzeugs prüfen und sich die erledigte Nachrüstung bestätigen lassen, besonders wenn ein Anhänger gezogen werden soll. Wer heute Land Rover Angebote oder allgemein Leasing Angebote vergleicht, konzentriert sich zwar meist auf neuere Modelle, doch ein sauber dokumentierter Servicestatus ist bei jedem Fahrzeugwechsel wertvoll. Für gewerbliche Fuhrparks, die ältere Geländewagen mit Anhängerbetrieb einsetzen, ist die Aktion besonders relevant, da hier Sicherheit und Betriebsbereitschaft eng zusammenhängen. Ein erledigter Rückruf erleichtert zudem spätere Leasing Deals sowie die reibungslose Rückgabe am Vertragsende.
Quelle: Autoflotte





