Keyless-Test: welche Autos sicher sind

Veröffentlicht am 24.08.2026
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Keyless-Test: welche Autos sicher sind

Der schlüssellose Zugang per Funk gilt als bequem – und bleibt für viele Autos ein Sicherheitsrisiko. Das zeigt ein Langzeittest des ADAC, der über 10 Jahre mehr als 850 Fahrzeuge mit Keyless-System geprüft hat. Das ernüchternde Ergebnis: Fast jedes 2. Fahrzeug ließ sich mit vergleichsweise einfacher Technik illegal öffnen, und bei rund jedem 3. gelang sogar der Start des Motors. Wirksamen Schutz bietet bislang nur eine bestimmte Technik – und die ist noch längst nicht überall verbaut.

So funktioniert der Angriff

Beim sogenannten Relay-Angriff nutzen Diebe 2 günstige Funkverstärker, deren Bauteile nur rund 100€ kosten. Das eine Gerät fängt das Signal des Schlüssels ab – etwa durch die Hauswand –, das andere leitet es zum Auto weiter. So lässt sich das Funksignal über mehrere hundert Meter verlängern, sodass das Fahrzeug den Schlüssel in unmittelbarer Nähe wähnt. Öffnen und Wegfahren gelingen damit lautlos und ohne besondere Hackerkenntnisse. Genau diese niedrige Einstiegshürde macht die Methode so gefährlich.

UWB als wirksamer Schutz

Als zuverlässige Gegenmaßnahme hat sich die Ultra-Breitband-Technik (UWB) erwiesen. Sie misst über die Laufzeit des Signals den exakten Abstand zwischen Schlüssel und Fahrzeug – ein künstlich verlängertes Signal fällt dabei sofort auf. Kein einziges als UWB-geschützt eingestuftes Auto konnte der ADAC mit der Relay-Methode öffnen. Insgesamt zählten die Tester 68 Modelle mit diesem Schutz. Deutlich schwächer schnitten dagegen reine Bewegungssensoren ab, die in rund 115 Fahrzeugen steckten: Sie deaktivieren den Schlüssel nur im Ruhezustand und lassen sich im Alltag umgehen.

Sicher oder nicht? Die Übersicht

Der ADAC teilt die Hersteller nach dem Schutzniveau ein. Gut abgesichert sind vor allem Marken des Volkswagen-Konzerns sowie Jaguar Land Rover, die auf UWB setzen. Bei zahlreichen anderen Herstellern war dagegen nur ein kleiner Teil oder gar kein getestetes Modell ausreichend geschützt:

Bewertung Marken (Auswahl)
Gut geschützt (mit UWB) Audi, Volkswagen, Skoda, Cupra, Jaguar Land Rover
Meist ungeschützt (höchstens 20% geschützt) Dacia, Ford, Hyundai, Kia, Lexus, Mazda, Nissan, Peugeot, Polestar, Porsche, Renault, Seat, Toyota, Volvo
Kein geschütztes Modell im Test Aiways, Alfa Romeo, Alpine, BYD, Chevrolet, DS, Fiat, Honda, Infiniti, Isuzu, Jeep, KGM/SsangYong, Lynk&Co, MG, Opel

Einteilung nach Schutzniveau, Auswahl. Quelle: ADAC-Langzeittest, Stand 2026.

Auch Premiummarken betroffen

Bemerkenswert ist, dass die Anfälligkeit nicht am Preis hängt. Auch etablierte und hochpreisige Marken schneiden teils schlecht ab: So findet sich etwa Porsche in der Gruppe mit höchstens 20% geschützten Modellen. Umgekehrt zeigt der Volkswagen-Konzern mit Modellen wie dem Golf 8, den ID-Baureihen, dem Skoda Enyaq oder dem Audi Q4 e-tron, dass wirksamer Schutz möglich ist. Entscheidend ist also nicht die Fahrzeugklasse, sondern ob der Hersteller die moderne UWB-Technik verbaut oder weiter auf ältere, angreifbare Systeme setzt.

Das können Halter tun

Wer ein anfälliges Fahrzeug fährt, ist dem Risiko nicht schutzlos ausgeliefert. Der ADAC rät, im Handbuch zu prüfen, ob sich das Keyless-System abschalten lässt. Zudem sollte der Schlüssel nicht in der Nähe von Türen, Fenstern oder Außenwänden liegen, da das Signal sonst leicht abgegriffen werden kann. Als Aufbewahrung eignen sich abschirmende Schutzhüllen, spezielle Metallbehälter oder notfalls Alufolie – deren Wirkung sollte man vorab testen. Das Fahrzeug nachts in einer abschließbaren Garage abzustellen, senkt das Risiko zusätzlich.

Bedeutung fürs Leasing

Für Interessenten lohnt sich der Blick auf die Sicherheitstechnik schon bei der Fahrzeugwahl. Wer ein Modell mit UWB-geschütztem Keyless-System wählt, verringert das Diebstahlrisiko deutlich – ein Aspekt, der sich langfristig auch bei den Versicherungskosten bemerkbar machen kann. Beim Vergleich verschiedener Leasing Angebote lohnt es sich daher, gezielt nach der verbauten Schließtechnik zu fragen oder auf ein abschaltbares System zu achten. Wer die passenden Leasing Deals sucht, sollte neben Rate, Laufzeit und Inklusivkilometern auch die Ausstattung rund um Sicherheit und Diebstahlschutz berücksichtigen. Gerade bei begehrten Modellen kann die richtige Technik den Unterschied machen.

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