Mit dem S6, vom Hersteller als MGS6 EV geführt, erweitert MG sein Elektroangebot nach oben. Die Baureihe steht über dem kompakten S5 und zielt auf das Mittelklassesegment, in dem elektrische SUV inzwischen den größten Teil des Marktes ausmachen. Für die Marke ist das ein Schritt in eine Preisregion, in der etablierte europäische und asiatische Hersteller stark vertreten sind. MG begegnet dem mit einer üppigen Serienausstattung und einem Auftritt, der sich von den nüchternen Einstiegsmodellen des Hauses löst. Innerhalb des Programms markiert der S6 damit die Obergrenze dessen, was die Kernmarke an elektrischer Größe und Ausstattung anbietet.
Format und Erscheinungsbild
Der S6 ist ein fünftüriges SUV im Mittelklasseformat mit langem Radstand und flach auslaufender Dachlinie. Die Front kommt ohne klassischen Kühlergrill aus, schmale Leuchteinheiten und ein durchgehendes Lichtband betonen die Breite. Die Flanken sind glatt gehalten, versenkte Türgriffe und aerodynamisch geformte Räder senken den Luftwiderstand. Im Innenraum bestimmt ein großformatiger Zentralbildschirm die Bedienung, ergänzt um ein digitales Kombiinstrument. Materialien und Verarbeitung liegen über dem Niveau der Einstiegsbaureihen, was der Positionierung entspricht. Ein Panoramaglasdach und ein mehrfarbig einstellbares Ambientelicht gehören je nach Ausstattung dazu. Die Heckklappe öffnet elektrisch und gibt eine breite Ladeöffnung frei. Im Fond sorgen eigene Belüftungsauslässe und Anschlüsse für Endgeräte dafür, dass auch längere Etappen erträglich bleiben.
Antriebskonzept
Der S6 fährt rein elektrisch. Die Basisauslegung treibt über einen Motor die Hinterachse an, darüber steht eine Version mit zusätzlichem Motor an der Vorderachse und damit Allradantrieb. Der Allradantrieb bringt kräftigeren Vortrieb und mehr Traktion bei Nässe, kostet aber Reichweite. Die Antriebsbatterie ist flach im Fahrzeugboden untergebracht und erlaubt Schnellladen an Gleichstromsäulen; die Ladekurve fällt bei den größeren Batteriestufen günstiger aus. Rekuperationsstufen lassen sich über das Menü oder Lenkradwippen wählen. Das Fahrwerk ist auf Langstreckenkomfort ausgelegt, die Lenkung arbeitet indirekt und ruhig. Die Vorkonditionierung der Batterie lässt sich über die Routenführung anstoßen und verbessert das Ladeverhalten bei niedrigen Temperaturen. Ein Wärmepumpensystem gehört je nach Ausführung zum Umfang.
Raumangebot und Reisetauglichkeit
Der lange Radstand schafft im Fond viel Beinfreiheit, der ebene Boden erleichtert das Sitzen zu dritt. Die Vordersitze sind auf Langstrecken ausgelegt und je nach Ausführung beheiz- und belüftbar. Der Kofferraum liegt im oberen Bereich seiner Klasse, die Rücksitzlehne lässt sich geteilt umklappen, und unter dem Ladeboden bleibt Raum für Ladekabel. Für Reisen sprechen außerdem die Schnellladefähigkeit und eine ausgeprägte Geräuschdämmung. Anhängerbetrieb ist je nach Version vorgesehen, die zulässigen Werte unterscheiden sich zwischen Heck- und Allradantrieb. Die Sitzposition liegt höher als in einer Limousine, ohne dass der Schwerpunkt darunter leidet, da die Batterie tief im Boden liegt. Ablagen und Fächer sind reichlich vorhanden.
Zielgruppen und Fahrprofile
Der S6 richtet sich an Haushalte und Betriebe, die ein elektrisches Fahrzeug für längere Strecken suchen, ohne in die Preisregion der Premiummarken zu wechseln. Als Dienstwagen ist die Baureihe interessant, weil rein elektrische Fahrzeuge eigenen steuerlichen Regeln unterliegen. Familien mit Reisebedarf, Außendienstmitarbeiter mit planbaren Routen und Haushalte mit Wallbox bilden die typische Zielgruppe. Für den reinen Stadtbetrieb ist das Format großzügig bemessen. Auch Fahrgemeinschaften und Betriebe mit Personenbeförderung greifen zu Fahrzeugen dieses Zuschnitts, weil sich Platzangebot und elektrische Reichweite gut ergänzen.
Leasing des S6
In der Mittelklasse wirkt sich der Listenpreis stärker auf den Leasingfaktor aus als in den Einstiegssegmenten, weshalb sich ein Vergleich hier besonders lohnt. Angebote zum S6 unterscheiden sich vor allem in Antriebsvariante, Batteriegröße und Ausstattungslinie; schon der Wechsel von Heck- auf Allradantrieb verschiebt Rate und Restwert erkennbar. Ebenso relevant ist die Laufleistung, denn ein Fahrzeug dieser Klasse wird häufig für Langstrecken angeschafft, wodurch knapp bemessene Kilometerpakete schnell überschritten werden. Bei längeren Laufzeiten spielt die Restlaufzeit der Herstellergarantie hinein, die bei Importmarken zu den Punkten gehört, die sich im Vergleich lohnen. Ob Wartung oder Reifen im Angebot enthalten sind, unterscheidet sich zwischen den Anbietern. Zu prüfen bleibt außerdem, ob es sich um ein Bestell- oder ein Lagerfahrzeug handelt, denn beide unterscheiden sich in Lieferzeit, Konfiguration und häufig auch in der Höhe der Rate.