Mit dem Air brachte Lucid 2021 das erste eigene Serienfahrzeug auf die Straße, nachdem die Studie bereits 2016 öffentlich gezeigt worden war. Die Limousine wurde von Grund auf als Elektroauto entworfen und diente zugleich als Träger für die im eigenen Haus entwickelte Antriebs- und Batterietechnik. In Europa setzte die Auslieferung mit Abstand zum Start in den Vereinigten Staaten ein; hierzulande läuft der Verkauf über Direktvertrieb und markeneigene Studios.
Einordnung der Baureihe
Der Air besetzt das Feld der großen Oberklasselimousinen und trifft dort auf elektrische wie verbrennergetriebene Modelle etablierter Hersteller. Anders als bei Marken mit gewachsener Modellhistorie existiert keine Vorgängergeneration, an der sich die Baureihe messen ließe; die Einordnung eines Angebots erfolgt deshalb über Fahrzeuge anderer Hersteller im selben Format. Die Gliederung erfolgt über Ausstattungslinien, die von einer heckgetriebenen Basis bis zu einer besonders leistungsorientierten Spitzenversion reichen. Diese Linien trennen nicht nur Antriebskonfiguration und Fahrwerksabstimmung, sondern auch Radgrößen, Bremsanlage, Materialien im Innenraum und Umfang der Assistenzsysteme. Für die Einordnung eines konkreten Angebots zählt daher weniger der Modellname als die Frage, welche Linie und welche Optionspakete hinterlegt sind.
Karosserie und Format
Äußerlich handelt es sich um eine viertürige Stufenhecklimousine mit langem Radstand, kurzen Überhängen und flach auslaufender Nase. Die Proportionen ergeben sich aus der Elektroplattform: Weil kein Verbrennungsmotor unterzubringen ist, rückt die Fahrgastzelle nach vorn, während der Raum unter der Fronthaube als zusätzliches Gepäckabteil dient. Türgriffe liegen bündig in der Flanke, der Unterboden ist verkleidet, das Dach je nach Ausführung als durchgehende Glasfläche ausgebildet. Im Innenraum gruppiert sich die Bedienung um einen gebogenen Bildschirm über der Lenksäule und eine zweite Anzeige in der Mittelkonsole, ergänzt um Dreh- und Druckelemente für häufig genutzte Funktionen. Die Länge bleibt knapp unter fünf Metern, was sich in engen Parkhäusern bemerkbar macht.
Antriebsvarianten
Sämtliche Ausführungen fahren rein elektrisch. Die Einstiegslinie arbeitet mit einem Motor an der Hinterachse, die darüber angesiedelten Linien ergänzen einen zweiten Motor an der Vorderachse und bieten damit Allradantrieb; die Spitzenversion verteilt den Antrieb auf drei Motoren, davon zwei an der Hinterachse. Motor, Getriebe und Steuerelektronik sitzen dabei in einem gemeinsamen Block. Das Bordnetz arbeitet mit hoher Spannungslage, wodurch sich an passenden Gleichstromsäulen kurze Ladepausen ergeben; an Wechselstromanschlüssen und an der heimischen Wallbox funktioniert das Laden ebenso. Die Rekuperation ist in Stufen einstellbar, sodass zwischen segelndem Ausrollen und spürbarem Verzögern beim Lupfen des Fahrpedals gewählt werden kann. Eine Luftfederung mit geregelten Dämpfern steht je nach Linie serienmäßig oder gegen Aufpreis bereit.
Platzangebot und Alltag
Vom langen Radstand profitiert vor allem die zweite Sitzreihe, in der Beinfreiheit im Vordergrund steht; gegen Aufpreis lassen sich stark neigbare Einzelsitze mit erweiterter Verstellung ordern. Das Gepäckabteil öffnet über eine Stufenheckklappe; unter der Fronthaube bleibt Raum für Ladekabel oder kleineres Reisegepäck. Die ebene Bodenplatte ohne Mitteltunnel schafft Ablagefläche zwischen den Vordersitzen. Im Alltag zeigt das Fahrzeug den Charakter eines Langstreckenwagens: gedämpfte Innengeräusche, eine eher weiche Grundabstimmung und eine Navigation, die Ladestopps in die Routenführung einrechnet. Zu bedenken bleiben die Fahrzeugbreite beim Rangieren, der Reifenverschleiß bei großen Rädern und die Pflegeanfälligkeit dunkler Lackierungen. Wer häufig zu viert oder fünft unterwegs ist, trifft auf ein Raumangebot, das an Reiselimousinen und nicht an sportliche Coupés erinnert.
Leasing des Lucid Air
Beim Leasing einer Oberklasselimousine bestimmen Restwerterwartung und Bruttolistenpreis die Rate stärker als bei kleineren Fahrzeugen, weshalb der Leasingfaktor als Vergleichsgröße dient: Er setzt die monatliche Rate ins Verhältnis zum Listenpreis und macht unterschiedlich konfigurierte Fahrzeuge gegenüberstellbar. Da die Linien dieser Baureihe preislich weit auseinanderliegen, lohnt der Blick darauf, welche Version einer Offerte zugrunde liegt. Laufzeit und Jahresfahrleistung gehören ebenso in die Rechnung wie eine mögliche Sonderzahlung, die eine Rate optisch senkt, an den Gesamtkosten aber nichts ändert. Bei gewerblichen Konditionen sind Raten oft netto ausgewiesen und damit nicht ohne Weiteres mit privaten Offerten vergleichbar. Sinnvoll ist zudem die Prüfung, ob Überführung, Zulassung, Wartung oder Ladepakete eingeschlossen sind und wie Mehr- und Minderkilometer abgerechnet werden. Ein Filter auf Laufzeit, Fahrleistung und Monatsrate engt die Auswahl auf die infrage kommenden Konfigurationen ein.