Die A390 ist die zweite vollelektrische Baureihe der Marke und wurde 2025 als Serienfahrzeug vorgestellt, nachdem zuvor eine Studie die Richtung vorgegeben hatte. Anders als A110 und A290 zielt das Modell nicht auf ein Nischenpublikum, sondern auf Haushalte, die ein einziges Fahrzeug für Alltag, Familie und Langstrecke suchen und dabei nicht auf sportliche Fahreigenschaften verzichten möchten. Technisch nutzt die Baureihe die Großplattform elektrischer Renault-Modelle der Mittelklasse, tritt aber mit eigener Karosserie, eigener Hinterachskonstruktion und eigener Antriebsarchitektur an. Montiert wird das Fahrzeug im Alpine-Werk in Dieppe.
Karosserie und Format
Die Karosserie folgt der Fastback-Idee: eine flach auslaufende Dachlinie über einer erhöhten Bodengruppe, wodurch das Fahrzeug zwischen Limousine und Crossover steht. Die Länge bewegt sich im Bereich der Mittelklasse, die Breite fällt für die Klasse großzügig aus und unterstreicht den breiten Stand. Vier Türen und eine große Heckklappe erschließen den Innenraum, der fünf Personen Platz bietet. Die abfallende Silhouette kostet Kopffreiheit im Fond, verbessert aber die Aerodynamik – ein Zielkonflikt, der sich bei elektrischen Fahrzeugen unmittelbar im Verbrauch niederschlägt. Die Frontpartie greift die Lichtsignatur der Marke auf, das Heck baut breit und schließt mit einem Diffusor ab.
Antrieb: drei Motoren und Momentverteilung
Der Antriebsstrang besteht aus einem Elektromotor an der Vorderachse und zwei separaten Motoren an der Hinterachse. Daraus ergibt sich Allradantrieb, vor allem aber die Möglichkeit, das Antriebsmoment zwischen linkem und rechtem Hinterrad aktiv zu verteilen. Diese Regelung stützt das Einlenken, mindert das Untersteuern und lässt sich über die Fahrprogramme in ihrer Wirkung verändern. Angeboten wird die Baureihe in zwei Leistungsstufen, die sich neben dem Antrieb auch in Rädern, Sitzen, Bremsen und Anzeigen unterscheiden. Eine Taste am Lenkrad ruft kurzzeitig die volle Systemleistung ab, die Rekuperation lässt sich stufenweise einstellen.
Innenraum, Gepäck und Reisetauglichkeit
Der Innenraum ist auf fünf Sitzplätze ausgelegt, wobei der mittlere Platz im Fond schmal ausfällt und die tiefe Sitzposition hinten Erwachsene auf längeren Strecken fordert. Das Gepäckabteil ist für ein sportlich gezeichnetes Fahrzeug groß, die Rücksitzlehnen lassen sich umlegen, sodass auch sperrige Ladung mitfährt. Für den Federungskomfort sorgen hydraulische Anschlagpuffer, die harte Stöße auf schlechten Straßen abfangen, ohne die straffe Grundabstimmung aufzuweichen. Auf Reisen zählen neben dem Komfort vor allem die Ladeleistung an Gleichstromsäulen und die Effizienz bei höherem Tempo; beides hängt spürbar von der gewählten Radgröße und der Bereifung ab. Im Cockpit sind Anzeigen, Fahrprogramme und Telemetriefunktionen zu einer Einheit zusammengefasst; eine Wärmepumpe unterstützt die Innenraumheizung, ohne die Batterie übermäßig zu belasten.
Typische Einsatzzwecke
Als Erstwagen deckt die A390 ein breites Spektrum ab: Pendelstrecken, Familientransporte, Urlaubsfahrten mit Gepäck und die Rolle als Dienstwagen mit sportlichem Anspruch. Den größten Nutzen bringt das Konzept in Haushalten mit eigener Lademöglichkeit, weil das Laden zu Hause die Betriebskosten maßgeblich bestimmt. Wer maximale Kopffreiheit im Fond oder eine hohe Sitzposition benötigt, findet in Kombis und klassischen SUV die passenderen Formate. Auf kurvigen Strecken hebt sich das Fahrzeug durch die aktive Momentverteilung von vergleichbar großen Elektromodellen ab.
Leasing der A390
Die Baureihe bewegt sich in einem Segment, in dem Leasingangebote stark von Restwertannahmen und Herstelleraktionen abhängen. Zwischen den beiden Ausstattungsstufen liegt ein erheblicher Unterschied im Listenpreis, der sich unmittelbar im Leasingfaktor niederschlägt; ein Vergleich ist deshalb nur innerhalb derselben Stufe aussagekräftig. Bei einem Fahrzeug dieser Klasse spielt die vereinbarte Jahreskilometerleistung eine größere Rolle als bei einem Zweitwagen, weil höhere Laufleistungen die Rate deutlich anheben und Nachzahlungen bei Überschreitung ins Gewicht fallen. Für gewerbliche Nutzer sind die Nettoraten und die steuerliche Behandlung elektrischer Dienstwagen relevant, für private Leasingnehmer eher die Gesamtkosten aus Rate, Anzahlung, Überführung und Versicherungseinstufung. Angebote aus dem Lagerbestand sind meist schneller verfügbar als Bestellfahrzeuge, lassen sich in der Ausstattung jedoch nicht mehr anpassen. Für neu eingeführte Baureihen liegen kaum Erfahrungswerte aus dem Gebrauchtmarkt vor, weshalb die Kalkulationen der Anbieter weiter auseinandergehen als bei etablierten Modellen – ein Grund, mehrere Angebote über den Leasingfaktor gegenüberzustellen statt allein über die Monatsrate.