Tesla zeigt den Roadster am 1. Oktober
Tesla will seinen lange verschobenen Roadster nun endlich zeigen. Der Konzern hat eine Enthüllung für den 1. Oktober 2026 angekündigt und dazu auf der Plattform X den Hinweis „Go for launch" mit dem Datum 10.01 verbreitet. Firmenchef Elon Musk kündigte die Vorstellung mit den Worten „New Tesla Roadster Unveil 10.01" an. Für das Fahrzeug ist es ein bemerkenswerter Moment, denn es zählt zu den am längsten erwarteten Modellen der Marke. Ob dem Termin auch bald eine tatsächliche Serienfertigung folgt, ließ Tesla allerdings ausdrücklich offen.
Ein Auto mit langer Vorgeschichte
Der Roadster wurde erstmals im November 2017 vorgestellt, damals gemeinsam mit dem Elektro-Lkw Semi. Ausgeliefert werden sollte er ursprünglich ab 2020. Daraus wurde nichts: Inzwischen liegt die erste Präsentation fast 9 Jahre zurück, und der ursprüngliche Auslieferungstermin ist rund 6 Jahre überschritten. In der Zwischenzeit hat sich auch das Konzept gewandelt. Aus einem hochwertigen Elektro-Sportwagen soll nach Tesla-Angaben ein vollständig neu entwickelter Hypersportwagen mit Karbonfaser-Karosserie werden. Der Roadster fungiert dabei weniger als Volumenmodell, sondern als technisches Aushängeschild der Marke. Solche Halo-Modelle sollen zeigen, was technisch möglich ist, und den Ruf der gesamten Baureihe stützen. Die lange Wartezeit hat jedoch dazu geführt, dass viele Beobachter dem Projekt mit einer Mischung aus Vorfreude und Skepsis begegnen, zumal Tesla in der Vergangenheit mehrfach Termine verschieben musste.
Die einst versprochenen Werte
Schon 2017 nannte Tesla Eckdaten, die für Aufsehen sorgten. Der Roadster sollte in 1,9 Sekunden von 0 auf 60 mph (knapp 100 km/h) beschleunigen, eine Höchstgeschwindigkeit von über 250 mph (rund 400 km/h) erreichen und eine Reichweite von 620 Meilen (etwa 1.000 km) bieten. Preislich war seinerzeit ein Basispreis von 200.000 US-Dollar angekündigt, für die exklusive Founders Series wurden 250.000 US-Dollar aufgerufen. Interessenten mussten für eine Reservierung eine Anzahlung leisten, im Fall des Basismodells 50.000 US-Dollar. Ob diese Werte und Preise nach der Neuentwicklung unverändert gelten, ist offen und dürfte sich erst bei der Enthüllung zeigen.
Das SpaceX-Paket
Für besondere Aufmerksamkeit sorgt eine mögliche Sonderausstattung. Tesla hat wiederholt ein Paket mit Kaltgas-Düsen ins Gespräch gebracht, die in Zusammenarbeit mit dem Raketenunternehmen SpaceX entstehen sollen. Diese Düsen sollen die Fahrleistungen weiter steigern, in besonders zugespitzten Ankündigungen war sogar von einem kurzen Abheben die Rede. Eine entsprechende Demonstration wird an einem Testgelände von SpaceX in Texas erwartet. Wie viel davon seriennah ist und wie viel Show, lässt sich vor der Präsentation nicht seriös beurteilen. Klar ist, dass Tesla den Roadster als Technologieträger inszeniert, der die Grenzen des Machbaren ausloten soll. Ein Auto, das mithilfe von Düsen kurzzeitig abheben soll, ist zudem ein starkes Bild für die mediale Aufmerksamkeit, unabhängig davon, ob eine solche Funktion später überhaupt für den Straßenverkehr zugelassen wäre. Genau diese Grenze zwischen spektakulärer Ankündigung und alltagstauglicher Serientechnik wird die Enthüllung klären müssen.
Enthüllung ist noch keine Auslieferung
Wichtig für die Einordnung: Beim Termin am 1. Oktober handelt es sich um eine Enthüllung, nicht um einen bestätigten Produktions- oder Auslieferungsstart. Tesla hat bislang weder einen verbindlichen Fertigungsbeginn noch konkrete Liefertermine oder regionale Preise genannt. Angesichts der langen Verzögerungen in der Vergangenheit ist eine gewisse Vorsicht angebracht, bis das Serienfahrzeug tatsächlich bei Kunden ankommt. Präsentationen dieser Art dienen häufig auch dazu, Aufmerksamkeit zu erzeugen und die Marke in Erinnerung zu rufen. Für Kaufinteressenten zählt am Ende, wann ein bestellbares und lieferbares Fahrzeug bereitsteht, und diese Frage bleibt vorerst unbeantwortet.
Bedeutung fürs Leasing
Als extrem teurer Hypersportwagen ist der Roadster für den klassischen Leasingmarkt zunächst kaum relevant, er bleibt ein Halo-Modell für Sammler und Enthusiasten. Für die breite Kundschaft sind die übrigen Tesla-Modelle interessanter, die bereits regulär verfügbar sind. Wer heute Tesla Angebote oder allgemein Leasing Angebote für ein Elektroauto prüft, findet dort die praxistauglichen Alternativen für den Alltag. Dennoch hat ein Aushängeschild wie der Roadster indirekt Wirkung: Es lenkt Aufmerksamkeit auf die gesamte Marke und kann das Interesse an günstigeren Modellen steigern. Wer attraktive Leasing Deals vergleicht, sollte seine Entscheidung aber an verfügbaren Fahrzeugen ausrichten und nicht an einem Modell, dessen Auslieferung weiter unbestätigt ist. So bleibt der Roadster vor allem ein Signal dafür, wie Tesla seine Marke positionieren möchte, und weniger ein konkretes Angebot für den nächsten Vertragsabschluss. Für die tatsächliche Kaufentscheidung zählen die verfügbaren Modelle und ihre Konditionen, nicht ein Showcar mit offenem Liefertermin.
Quelle: Reuters





