Großpleiten: Autoindustrie ist Spitzenreiter

Veröffentlicht am 05.09.2026
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Großpleiten: Autoindustrie ist Spitzenreiter
Symbolbild

Die Zahl der großen Firmenpleiten in Deutschland steigt – und die Autoindustrie steht dabei an der Spitze. Nach einer Studie des Kreditversicherers Allianz Trade gab es im 1. Halbjahr 2026 hierzulande 33 Großinsolvenzen, ein Anstieg um 10% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auf die Automobilbranche entfielen davon mit 7 Fällen die meisten, gefolgt vom Einzelhandel und dem Maschinenbau. Bemerkenswert ist der Zeitpunkt: Die Pleitewelle rollt trotz einer sich insgesamt leicht bessernden Konjunktur. Für die ohnehin unter Druck stehende Autobranche ist das ein weiteres Alarmzeichen.

Das sagen die Zahlen

Als Großinsolvenz zählt in der Auswertung ein Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mindestens 50 Millionen €. Nach der Automobilbranche mit 7 Fällen folgen der Einzelhandel mit 5 sowie der Maschinenbau und die Dienstleistungen mit je 4 Fällen. Insgesamt summierte sich der Jahresumsatz der betroffenen Großunternehmen auf rund 4,5 Milliarden €. Der durchschnittliche Umsatz je Fall lag bei etwa 137 Millionen € und damit 7% niedriger als im Vorjahr – es traf also tendenziell etwas kleinere Großunternehmen. Die Autoindustrie ist damit klar der Brennpunkt der aktuellen Pleitewelle.

Ein anhaltender Trend

Der Anstieg ist kein Ausreißer, sondern setzt eine längere Entwicklung fort. Im Gesamtjahr 2025 hatte es bereits 94 Großinsolvenzen gegeben – der höchste Wert seit 2015. Auch international nimmt die Zahl zu: Weltweit zählte Allianz Trade im 1. Halbjahr 2026 rund 247 Großinsolvenzen, ein Plus von 13%. Auf Westeuropa entfielen dabei über 60% aller erfassten Fälle. Deutschland steht mit seiner starken, aber im Umbruch befindlichen Industrie im Zentrum dieser Entwicklung. Eine schnelle Trendwende ist nach Einschätzung der Fachleute nicht in Sicht.

Das sind die Gründe

Für die Häufung nennt die Studie mehrere Ursachen. Milo Bogaerts, Deutschland-Chef von Allianz Trade, verweist auf hohe Investitions- und Energiekosten sowie darauf, dass besonders Unternehmen mit geringer Preissetzungsmacht anfällig seien – die also gestiegene Kosten kaum an ihre Kunden weitergeben können. Genau das trifft viele Zulieferer der Autoindustrie, die zwischen hohen Kosten und dem Preisdruck der großen Hersteller stehen. Hinzu kommt der teure Umbau zur Elektromobilität, der Investitionen bindet, während sich die Nachfrage verschiebt. Eine nachhaltige Entspannung erwartet Bogaerts auch im weiteren Jahresverlauf nicht.

Einordnung

Die Zahlen stammen aus einer Auswertung des Kreditversicherers Allianz Trade und geben den Stand von Anfang September 2026 wieder. Als Analyse eines Unternehmens sind sie fundiert, spiegeln aber eine bestimmte Perspektive und Methodik wider; die Definition der Großinsolvenz ab 50 Millionen € Umsatz ist dabei zu beachten. Klar ist jedoch der Befund: Die Transformation der Autoindustrie fordert ihren Tribut, und besonders die Zulieferer geraten unter Druck. Für den Standort Deutschland ist das eine ernste Entwicklung, weil an der Autobranche zahlreiche Arbeitsplätze und ganze Regionen hängen. Ob sich die Lage stabilisiert, hängt auch davon ab, wie schnell die Branche zu neuer Wettbewerbsfähigkeit findet.

Bedeutung fürs Leasing

Für Kunden haben Insolvenzen einzelner Zulieferer meist keine unmittelbaren Folgen, können aber mittelbar die Verfügbarkeit bestimmter Modelle oder Ersatzteile beeinflussen. Fällt ein wichtiger Zulieferer aus, kann das im Extremfall die Produktion einzelner Fahrzeuge verzögern. Für den Fahrzeugmarkt bleibt entscheidend, wie stabil die Lieferketten der Hersteller sind. Beim Vergleich verschiedener Leasing Angebote lohnt sich der Blick auf Lieferzeiten und die Verfügbarkeit des gewünschten Modells. Wer die passenden Leasing Deals sucht, sollte neben der monatlichen Rate auch Laufzeit, Inklusivkilometer und die Servicebedingungen berücksichtigen. Die Pleitewelle in der Zulieferindustrie zeigt einmal mehr, wie tiefgreifend der Wandel in der Autobranche derzeit ist.

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