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Audi testet humanoide Roboter in der Logistik

Veröffentlicht am 22.10.2026
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Audi testet humanoide Roboter in der Logistik
Symbolbild

Audi will in der Logistik künftig mobile humanoide Roboter einsetzen. Gemeinsam mit dem Münchner Robotikunternehmen Agile Robots, dem Softwarehaus Dassault Systemes und dem Chiphersteller NVIDIA hat der Autobauer ein entsprechendes Projekt am 21. Oktober 2026 auf der Konferenz NVIDIA GTC in Berlin vorgestellt. Erprobt werden die Roboter im Werk Ingolstadt. Dort sollen sie Bauteile aus Behältern entnehmen und in der richtigen Reihenfolge für die Endmontage bereitstellen. Noch handelt es sich um einen Machbarkeitsnachweis, einen Termin für den Serieneinsatz gibt es nicht.

Die Aufgabe der Roboter

Im Mittelpunkt steht die sogenannte Sequenzierung. Dabei werden Teile aus Materialbehältern genommen und in genau der Reihenfolge auf Sequenzwagen gelegt, in der sie später am Band verbaut werden. Diese Arbeit gilt als schwer zu automatisieren, weil die Teile oft ungeordnet in den Behältern liegen und sich in Form und Größe unterscheiden. „Beim Pickprozess in der Sequenzierung stoßen klassische Automatisierungslösungen seit Jahrzehnten an ihre Grenzen“, sagte Gerd Walker, Vorstand für Produktion und Logistik bei Audi. Die Erprobung findet im Production Lab und in der Umgebung für intelligente Intralogistik in Ingolstadt statt.

Was die Roboter können

Die Roboter von Agile Robots verbinden eine mobile Basis mit der Reichweite und Fingerfertigkeit eines menschlichen Oberkörpers. Die Roboter arbeiten auf menschlicher Höhe, können mit beiden Händen greifen und erkennen unterschiedliche Teile mithilfe von KI-gestützter Wahrnehmung, auch wenn diese ungeordnet in Behältern liegen. Ein großer Vorteil ist laut den Partnern, dass sich die Roboter in bestehende Arbeitsumgebungen einfügen lassen, ohne dass die Abläufe grundlegend umgebaut werden müssen. Einen Modellnamen für die Roboter nannten die Unternehmen nicht. Agile Robots wurde 2018 von Forschenden des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt gegründet und beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 3.500 Menschen. Bei Kunden sind demnach bereits mehr als 20.000 Robotiklösungen des Unternehmens im Einsatz.

Erst virtuell, dann real

Bevor die Roboter in der realen Halle arbeiten, wird der Einsatz in einem virtuellen Zwilling der Logistikumgebung erprobt. Dassault Systemes erstellt dieses digitale Abbild mit seiner Software DELMIA und der Plattform 3DEXPERIENCE. NVIDIA steuert Simulationswerkzeuge aus seiner Plattform Omniverse bei. Im virtuellen Modell werden Machbarkeit, Durchlaufzeiten, Ergonomie und Sicherheit geprüft. Laut Dassault Systemes lassen sich Planungsprozesse, die bisher Monate dauern können, so auf wenige Tage verkürzen. Ein KI-Assistent soll die Planung künftig zusätzlich beschleunigen. Philippe Laufer von Dassault Systemes sieht den Vorteil vor allem darin, dass sich Abläufe vorab virtuell absichern lassen und die Inbetriebnahme dadurch schneller gelingt.

Die Rollen der Partner

Audi stellt das Testumfeld, bringt sein Wissen über die Sequenzierung ein und definiert die betrieblichen Anforderungen. Agile Robots entwickelt und liefert die Roboter. Dassault Systemes ist für den virtuellen Zwilling zuständig, NVIDIA für Simulation und KI. Agile-Robots-Gründer Dr. Zhaopeng Chen betonte, die Roboter sollten anspruchsvolle Aufgaben übernehmen, die bislang nicht automatisiert werden konnten. NVIDIA-Manager Deepu Talla erklärte, humanoide Roboter könnten die Automatisierung auf komplexe und wechselnde Arbeitsabläufe ausweiten.

Ziele des Projekts

Mit den Robotern will Audi die Effizienz und Produktivität in der Logistik steigern. Zugleich sollen die Beschäftigten von monotonen, manuellen Tätigkeiten entlastet werden und mehr Zeit für anspruchsvollere Aufgaben erhalten. Langfristig soll das Projekt den Weg für einen Einsatz in der Großserienproduktion ebnen. Audi ist nicht der einzige Hersteller, der humanoide Roboter testet. Auch andere Autobauer erproben solche Systeme in ihren Werken, da sie sich davon mehr Flexibilität in der Fertigung versprechen.

Einordnung

Humanoide Roboter gelten als nächster großer Schritt in der Automatisierung, weil sie in Umgebungen arbeiten können, die für Menschen gebaut wurden. Bisher sind die meisten Projekte aber noch in der Testphase, wie auch bei Audi. Ob sich der Einsatz wirtschaftlich lohnt, hängt von Kosten, Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit der Roboter ab. Für Audi kommt das Projekt in einer Phase, in der der Hersteller unter erheblichem Kostendruck steht und nach Wegen sucht, die Produktion effizienter zu machen.

Bedeutung fürs Leasing

Für Leasingkunden hat das Projekt keine unmittelbaren Auswirkungen. Effizientere Abläufe in Produktion und Logistik können langfristig aber dazu beitragen, die Herstellungskosten zu senken und Lieferzeiten stabil zu halten. Ob sich das in den Preisen bemerkbar macht, ist offen. Wer aktuell Audi Angebote prüft, sollte sich daher weiterhin an den bestehenden Konditionen orientieren. Auch ein Vergleich mit anderen Leasing Angeboten in der Premiumklasse lohnt sich.

Quelle: Audi

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