Mit dem S9, offiziell MGS9 PHEV, rückt MG erstmals in das Segment der großen Familien-SUV vor. Die Baureihe misst knapp fünf Meter und bietet je nach Ausführung bis zu sieben Sitzplätze. Damit besetzt sie im Programm eine Position, die bis dahin unbesetzt war: oberhalb des HS, mit deutlich mehr Länge und einer dritten Sitzreihe. Angetrieben wird der S9 von einem Plug-in-Hybrid, dessen Batterie vergleichsweise groß ausfällt und alltägliche Strecken rein elektrisch abdecken kann. Damit tritt MG gegen etablierte Großraum-SUV an, die in dieser Klasse überwiegend als Verbrenner oder mit kleiner Hybridbatterie unterwegs sind.
Format und dritte Sitzreihe
Der S9 ist ein fünftüriges SUV der oberen Mittelklasse mit betont kastenförmigem Aufbau. Die aufrechte Dachlinie zieht sich weit nach hinten, was der Kopffreiheit in der dritten Reihe zugutekommt. Die hinteren Plätze lassen sich im Fahrzeugboden versenken, sodass eine weitgehend ebene Ladefläche entsteht. Die mittlere Sitzreihe ist längs verschiebbar und ermöglicht so, Beinfreiheit zwischen zweiter und dritter Reihe zu verteilen. Innen dominieren große Bildschirme, ein hoher Mitteltunnel mit Ablagen und eine hohe Sitzposition. Der Zugang zur dritten Reihe erfolgt über eine umklappbare Sitzbank in der zweiten Reihe. Die Sitzkonfiguration folgt dabei einem klaren Muster:
- zweite Reihe längs verschiebbar für mehr Bein- oder Ladefreiheit
- dritte Reihe im Boden versenkbar für eine ebene Fläche
- Zustieg nach hinten über eine umklappbare Sitzbank
Plug-in-Hybrid-Antrieb
Der S9 kombiniert einen aufgeladenen Benzinmotor mit einem Elektromotor und einer Antriebsbatterie, die an Wallbox oder Ladesäule aufgeladen wird. Anders als bei vielen Plug-in-Hybriden fällt die Batterie hier großzügig aus, wodurch sich Pendelstrecken und Alltagswege überwiegend elektrisch zurücklegen lassen. Ist die Batterie leer, arbeitet das System als Hybrid weiter, sodass keine Ladeplanung nötig ist. Der Antrieb wirkt auf die Vorderräder. Für die Fahrleistungen sorgt vor allem die elektrische Seite, während der Verbrenner bei Bedarf und auf der Autobahn hinzukommt. Die Ladeleistung ist auf nächtliches Laden ausgelegt. Der Ladeanschluss sitzt seitlich in der Karosserie, das Laden an einer Haushaltssteckdose ist möglich, dauert aber deutlich länger als an einer Wallbox. Ein Modus zum Halten des Ladestands hält Energie für die letzten Kilometer im Stadtgebiet zurück.
Platz, Zuladung und Reisen
Der Nutzwert ist das Kernargument der Baureihe. Bei aufgestellter dritter Reihe bleibt ein Rest an Kofferraum für Einkäufe, mit umgeklappten hinteren Sitzen entsteht eine große, ebene Fläche. In der zweiten Reihe finden Kindersitze nebeneinander Platz, Isofix-Punkte sind vorhanden. Auf Reisen zahlen sich die hohe Sitzposition, die gute Rundumsicht und die separaten Belüftungsauslässe für die hinteren Reihen aus. Zu beachten ist, dass Plug-in-Hybride durch Batterie und zweiten Antrieb schwerer ausfallen, was die verbleibende Zuladung begrenzt; bei voller Besetzung ist ein Blick in die Fahrzeugpapiere sinnvoll. Der Kofferraumdeckel öffnet elektrisch, die Ladekante liegt bauartbedingt hoch. Für den Transport sperriger Gegenstände lässt sich die zweite Reihe zusätzlich umklappen, sodass eine durchgehende Fläche entsteht.
Wer den S9 bewegt
Der S9 zielt auf große Familien, auf Fahrgemeinschaften und auf Betriebe, die regelmäßig mehrere Personen befördern. Auch als Zugfahrzeug für Anhänger kommt er in Betracht, sofern die zulässigen Werte zum Vorhaben passen. Für Haushalte mit Wallbox und kurzem Arbeitsweg deckt der elektrische Anteil einen großen Teil der Jahresfahrleistung ab, während Urlaubsfahrten ohne Ladestopps möglich bleiben. In engen Innenstädten macht sich die Länge dagegen bemerkbar; Parkhäuser mit knappen Stellplätzen sind eine reale Einschränkung. In der Praxis übernehmen solche Fahrzeuge häufig die Rolle des einzigen Familienautos, das sowohl den Schulweg als auch die Urlaubsfahrt abdecken muss.
Leasing des S9
Beim S9 lohnt der Blick auf die Kilometerpakete, weil Siebensitzer typischerweise für hohe Jahresfahrleistungen angeschafft werden und Nachberechnungen bei großen Fahrzeugen ins Gewicht fallen. Ebenfalls wichtig ist die Ausstattungsvariante, denn die dritte Sitzreihe und einzelne Komfortmerkmale unterscheiden sich zwischen den Linien. Für Gewerbekunden ist die Besteuerung extern aufladbarer Fahrzeuge ein eigener Rechenposten, der an Bedingungen geknüpft ist. Da Plug-in-Hybride sowohl Verbrennungs- als auch Elektrotechnik mitbringen, sind Wartungsumfang und Reifenverschleiß höher zu veranschlagen als bei einem kleinen Fahrzeug; ob solche Positionen im Vertrag enthalten sind, unterscheidet sich zwischen den Angeboten und beeinflusst den tatsächlichen Monatsaufwand stärker als kleine Ratenunterschiede. Da große Plug-in-Hybride auf dem Gebrauchtmarkt eine schmalere Käuferschicht ansprechen, wirken sich Restwertannahmen hier stärker auf die Rate aus als bei kompakten Baureihen.